Grizzlys – Pinguine: Diesmal hatte man im letzten Drittel genug Biss, über die Gesamzeit machte man aus dem besseren Schussverhältnis jedoch nichts. Foto: City-Press GmbH/Grizzlys Wolfsburg

Wolfsburg. Im vorletzten Spiel des MagentaSport Cup hagelte es für die Grizzlys Wolfsburg die vierte Niederlage in Folge. Gegen die Krefeld Pinguine lautete der Endstand nach Verlängerung 1:2 (0:0, 0:1, 1:0, 0:1). Ein besseres Schussverhältnis und mehr Biss im Schlussdrittel reichten nicht zum Sieg. Damit rutscht das Team von Cheftrainer Pat Cortina auf Rang vier der Tabelle ab – das Erreichen des Halbfinales rückt damit in weite Ferne.

Furchner fehlt mit Magen-Darm-Infekt

Personell gab es auch diesmal Veränderungen. Es fehlten weiterhin Janik Möser und Gerrit Fauser. Darüber hinaus erwischte Sebastian Furchner ein Magen-Darm-Infekt. Rückkehrer im Kader war Spencer Machacek, im Kasten stand wie bereits in Düsseldorf Dustin Strahlmeier. In den Reihen gab es hinten keine Rotation, die Verteidigerpaare blieben zusammen. Vorne ersetzte Steven Raabe Sebastian Furchner in der Reihe mit Max Görtz und Matti Järvinen, allerdings auf der Rechtsaußenpositon. Dafür ersetzte Machacek, mittlerweile zum zweiten Mal Vater, Raabe in der Reihe mit Mathis Olimb und Valentin Busch.

Krefeld mit viel Veränderung im Kader

Auf Seiten der Krefelder gab es viel Veränderung im Vergleich zum Hinspiel, welches die Schwarz-Gelben gewinnen konnten. Innerhalb weniger Tage verließen sechs Spieler den Kader, darunter viele Ex-Wolfsburger. Grizzlys-Verteidiger Dominik Bittner sah dies im Vorfeld der Partie gar als möglichen Vorteil der verbliebenen Pinguine, die dadurch erst recht mit “ganz, ganz viel Einsatz” kommen würden.

Temporeiches erstes Drittel

“Bits” lag mit dieser Einschätzung nicht ganz falsch. Krefeld kam durchaus mit Schwung aus der Kabine, legte sich ins Forechecking und hatte auch die ersten Schussversuche der Partie für sich zu verbuchen. Auch defensiv bestachen die Gäste mit einer soliden Leistung, überstanden das erste Powerplay der Hausherren, ohne diesen eine echte Chance geboten zu haben (4.).

Weiter ging es rauf und runter, nahezu ohne Unterbrechung. Auch Wolfsburg spielte mit hohem Tempo und nahm dann deutlich mehr Schüsse als der Gegner. Gefahr drohte allerdings von beiden Seiten aus nicht. Ein zügiges Drittel endete mit einem weiteren Powerplay der Gastgeber, Tore fielen nicht.

Pinguine scoren in Unterzahl

Das hätte bereits nach 20 Sekunden im zweiten Abschnitt fallen können, doch NHL-Leihgabe Jonas Johansson parierte den Versuch von Jan Nijenhuis, dessen Schuss ein wenig der Druck fehlte (21.). In der Folge zeichnete sich das Bild des ersten Drittels weiterhin ab. Das Tempo blieb hoch, Unterbrechungen gab es kaum und auch gute Möglichkeiten waren weiterhin Mangelware. Aus dem Plus an der Gesamtzahl der Schussversuche machte das Team aus dem Allerpark nach wie vor nichts, mehr Schüsse auf das Tor hatte mit fortlaufender Uhr das Roadteam zu verzeichnen.

Das dritte Überzahlspiel der Grizzlys war ebenfalls nicht von Erfolg gekrönt – im Gegenteil. In einem schnellen Konter brach Laurin Braun durch und jagte eiskalt das 0:1 (28.) in die Maschen. Nachlegen konnte die Mannschaft von Interimscoach Mihails Svarinskis im ersten eigenen Powerplay nicht. Krefeld blieb in dieser Disziplin weiterhin torlos in diesem Turnier (30.). Auf Seiten der Wolfsburger zeigte Matti Järvinen einen feinen Alleingang, tanzte die gesamte Abwehr aus, nagelte die Scheibe aber über Johanssons Gehäuse (36.). Die beiden letzten guten Chancen im zweiten Abschnitt gingen auf das Konto der Nordrhein-Westfalen.

Kapitän Machacek bringt Grizzlys wieder ins Spiel

Letztes Drittel, selbes Szenario: Schnelles Spiel, viele Versuche der Grizzlys, doch kaum einer ging wirklich auf das Tor. Dazu trug auch die Defensive des Gegners, der bis dahin die zweitwenigsten Gegentore des Turniers auf dem Konto hatte, bei. Für Erlösung sorgte Kapitän Spencer Machacek, der nach Vorarbeit von Fabio Pfohl und Jeff Likens mit dem 1:1 (48.) für den Ausgleich sorgte. Nur kurz darauf jagte Jordan Boucher das Hartgummi in aussichtsreicher Position über den Kasten (49).

Nun übernahmen die Automobilstädter eine Weile lang das Kommando, fesselten den Kontrahenten immer wieder in dessen Drittel, versuchten lange die Scheibe laufen zu lassen, um die richtige Positon für den Abschluss zu finden. Die hatte Phil Hungerecker mit der Rückhand, jedoch ohne Erfolg (52.).

Die Mannschaft aus der Westparkstraße fing sich erst rund drei Minuten vor dem Ende der regulären Spielzeit wieder und kam erst dann wieder zu einem halbwegs vernünftigen Spielaufbau. Ein Check in die Bande von Ivan Petrakov sorgte für ein letztes Überzahlspiel der Schwarz-Orangen (57.).

Ex-Grizzly entscheidet in Overtime

Nachdem 60 Minuten keine Entscheidung brachten ging es in die Overtime. Wolfsburg nutzte das Powerplay nicht und musste kurz vor Beginn der Verlängerung selbst einen Mann in die Kühlbox schicken und so in Unterzahl die extra fünf Minuten antreten. Diese überstand die Heimmannschaft schadlos, kurz nach dem Erreichen der Vollzähligkeit lag das Geschick jedoch auf Seiten der Gäste, die mit einem starken Spielzug das entscheidende 1:2 (62.) durch Ex-Grizzly Lucas Lessio einnetzten.

“Müssen Biss und Wille über 60 Minuten bringen”

“Das war ein flottes Spiel mit Chancen auf beiden Seiten. Im letzten Drittel haben wir einen Gang zugelegt, aber die beiden Gegentore waren zu einfach für den Gegner. Einmal alleine und einmal zwei auf eins, das wollten wir vermeiden und das ist in letzter Zeit zu oft passiert. Uns hat der letzte Biss und der Wille gefehlt, den hatten wir zwar im letzten Drittel aber den müssen wir über 60 Minuten bringen”, resümierte Dominik Bittner gegenüber Magenta Sport.

Am Freitag (19.30) treten die Grizzlys Wolfsburg bei den Fischtown Pinguins in Bremerhaven zum letzten Gruppenspiel an.

Tore: 0:1 (27:00) Laurin Braun (Postel/SH1), 1:1 (47:25) Spencer Machacek (Pfohl, Likens), 1:2 (61:39) Lucas Lessio (Sacher, Brook/OT)

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