Großer Jubel über einen wichtigen aber äußerst glücklichen Sieg für Eintracht Braunschweig. Foto: Agentur Hübner

Braunschweig. Eintracht Braunschweig bezwingt den 1.FC Nürnberg mit 3:2(1:2). In einem Fußballspiel das einer Achterbahnfahrt gleich kam erzielten Danilo Wiebe und Martin Kobylanski Traumtore für die Elf von  Daniel Meyer. Dank zweier unglaublicher Gegentreffer brachte die sich beinahe um den Lohn einer couragierten Vorstellung. Am Ende feierte der Aufsteiger den zweiten Sieg der Saison – dank eines Elfmetergeschenks von Schiedsrichter Sven Waschitzki.

Ist der Fußballgott ein Blau-Gelber?

Was war das bitte für eine Achterbahnfahrt? Viel zu leicht fing sich die Eintracht auch gegen den “Clubb” wieder zwei Gegentore der Marke “Wie bitte?”. Dabei ist die ominöse “Lücke auf links” doch allenorts bekannt (wir berichteten). Nürnbergs Trainer Robert Klauß hatte seinen Rechtsaußen Enrico Valentini jedenfalls entsprechend instruiert. Vor allem für Lasse Schlüter wurde dessen Startelfdebüt in der ersten Halbzeit zum Alptraum.

Dass ausgerechnet der zur Nummer Eins erklärte Felix Dornebusch beim zweiten Nürnberger Treffer entscheidend patzte, passt da ins Bild. Mit seinen zwei personellen Wechseln nach dem 0:3 in Regensburg sollte Eintracht-Coach Daniel Meyer letztendlich doch noch irgendwie ein glückliches Händchen haben: Schlüter war es, der spät einen äußerst fragwürdigen Elfmeter herausholte, den Nick Proschwitz eiskalt verwandelte.

Da links da klafft ein Loch!

In der sehr zentrumslastigen Anfangsphase hatten die Gäste von Beginn an sehr häufig das Spielgerät, wussten damit aber wenig anzufangen. Eintracht Braunschweig stand zunächst kompakt gegen Ball und Gegner, offenbarte mit fortlaufendem Spiel aber vermehrt Lücken auf der linken Seite, wo Valentini mit Schlüter machen konnte was er wollte.  Effizient: Mit der ersten nennenswerten Offensivaktion kam der BTSV per Traumtor zur Führung: Proschwitz legte eine Hereingabe von Kobylanski in der Mitte ab, Danilo Wiebe rauschte heran und schweißte einen gewaltigen Strich aus gut 25 Metern unter das Tordach (21.). 

Die spielerisch dominierenden Franken nutzten in der Folge die altbekannte Braunschweiger Problematik und drehten das Spiel (vorerst) zu ihren Gunsten. Erst wurde Pascal Köpke sträflich übersehen und konnte nach einem Steilpass von Hack BTSV-Schlussmann Dornebusch per Lupfer überwinden (31.), dann lief Valentini wiederholt mit zu viel Platz die Außenlinie entlang und bediente mit einer halbhohen Flanke den Sohn vom DFB-Torwarttrainer zu dessen persönlichem Doppelpack. Dabei sah Dornebusch nicht wirklich glücklich aus (42.). 

Kobylanski gleicht aus

Die Meyer-Elf zeigte trotz spielerischer Defizite Herz und Moral. Mit ihrer ersten erwähnenswerten Angriffsaktion nach dem Seitenwechsel fand sie ins Spiel zurück. Martin Kobylanski ließ Sörensen, von Wiebe geschickt, hinter sich und netzte aus zehn Metern stramm zum 2:2 (52.). Die Braunschweiger bekamen nun sogar Oberwasser, waren dem 3:2 nahe, wie Proschwitz (56.), doch auch der FCN kam über Köpke (58.) und Geis (61.) zu Chancen. Die Meyer-Elf biss sich jetzt vehemment in die Partie, Nürnberg kam länger nicht in die gefährliche Zone. Erst Köpke (76.) und Hack (77.) meldeten wieder Ansprüche für die Gäste.

Schiri Waschitzki schenkt Eintracht den Sieg

Beinahe hätte Lasse Schlüter mit einem Lupfer aus 50 Metern FCN-Keeper Mathenia bezwungen, der nach einer Klärung noch zu weit vor seinem Tor weilte (87.). Kurz vor Spielende schleppte sich der Braunschweiger Linksverteidiger noch einmal in den Strafraum der Gäste und kam im Zweikampf mit Mühl zu Fall. Was unter keinen Umständen ein Strafstoß hätte sein dürfen, blieb auch nach Rücksprache mit Videoschiedsrichter Robert Kampka für Schiedsrichter Sven Waschitzki strafwürdig. So trat Nick Proschwitz an und blieb eiskalt für seine heute unglaublich effizienten Löwen (90.+3).

Dank des glücklichen 3:2-Sieges klettert Eintracht Braunschweig in der Tabelle vorerst auf Platz 12. Am kommenden Freitag (18.30) geht es nach Sandhausen.

Eintracht Braunschweig: Dornebusch – Ziegele, Wydra, Nikolaou – Wiebe, Ben Balla, Kroos, Schlüter, Kobylanski (84. Kammerbauer) – Kaufmann (72. Bär), Proschwitz Trainer: Daniel Meyer

1.FC Nürnberg: Mathenia – Valentini, Mühl, Sörensen, Handwerker – Krauß, Köpke (79. Schleusener), Geis (79. Behrens), Nürnberger (72. Singh), Hack (79. Lohkemper) – Schäffler Trainer: Robert Klauß

Torfolge: 1:0 Danilo Wiebe (21. Proschwitz), 1:1 Pascal Köppke (31. Hack), 1:2 Pascal Köppke (42. Valentini), 2:2 Martin Kobylanski (52. Wiebe), 3:2 Nick Proschwitz (90.+3)

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