Grizzlys gewinnen in Berlin: Gerrit Fauser sorgte für das erste Final-Tor. Foto: Grizzlys Wolfsburg/City-Press GmbH

Berlin/Wolfsburg. Starker Auftakt! Im ersten Finalspiel um die Deutsche Meisterschaft in der PENNY DEL gewannen die Grizzlys Wolfsburg bei den Eisbären Berlin am Sonntagnachmittag mit 2:3 (0:0, 0:1, 2:1, 0:1). Das Team von Pat Cortina agierte von Beginn an auf Augenhöhe, auch wenn der Gegner über längere Zeit mehr Scheiben auf das Tor brachte. Im zweiten Abschnitt sorgte die powerplaystarke Mannschaft in Person von Gerrit Fauser für die Führung. Berlin glich spät aus, Wolfsburg kam mit einer schnellen Antwort, doch die Eisbären erzwangen die Overtime. Dort sorgte Melichiori für die Entscheidung.

Neuauflage der Finalserie von 2011

Es war das zweite Mal, dass diese beiden Kontrahenten in einem Finale um die Deutsche Meisterschaft aufeinandertrafen. Im Jahr 2011 unterlagen die Grizzlys in drei knappen Spielen, sodass der Titel an die Eisbären ging. Während damals Best-of-five gespielt wurde, gehen die diesjährigen Titelkämpfe über maximal drei Partien.

Torloser Auftakt mit wachsender Intensität

Die Partie begann mit nicht ganz so viel Intensität als noch im letzten Halbfinalduell zwischen den Grizzlys und den Adlern. Wolfsburg zeigte sich in den ersten Minuten öfter vor dem Kasten des Gegners, bevor auch der Rekordmeister mit einer kurzen Druckphase die ersten Stiche setzen konnte. Klare Möglichkeiten blieben vorerst aus. Nach gut fünf Minuten waren die Hausherren offensiv etwas besser im Spiel und brachten mehr Schüsse auf das Tor als der Gegner, der sich abermals mit einer stabilen Defensive und gutem Forechecking zeigte.

Im weiteren Verlauf blieb das Geschehen weiterhin eher taktisch geprägt, ohne dass einer der Kontrahenten große Risiken eingegangen wäre. Was an Schüssen durchkam klärten beide Goalies souverän. Doch das Spiel nahm immer mehr Fahrt auf. So hatte Kris Foucault eine gute Gelegenheit von rechts, verpasste jedoch die Scheibe (13.).

Auf der anderen Seite kam Dominik Bittner mit einem Hochkaräter vom linken Bullykreis, konnte Mathias Niederberger aber nicht überwinden (17.). Wechselseitig ging es mit wenig Unterbrechungen bis zur ersten Pausensirene. Über Langeweile konnten sich beide Schlussmänner zwischenzeitlich nicht beklagen.

Fauser lässt es zur Führung krachen

Der Mittelabschnitt begann mit einer Schrecksekunde, als Janik Möser in die Bande gecheckt wurde und zunächst liegen blieb, das Spiel aber fortsetzen konnte. Kurz darauf bissen sich die Hauptstädter im Drittel der Grizzlys fest und prüften Dustin Strahlmeier mehrfach – der parierte die zwei gefährlichen Chancen ohne Probleme (23.).

Berlin hatte das Chancenplus weiterhin auf seiner Seite, doch die Möglichkeiten der Gäste hatten es in sich. So brachte Spencer Machacek das Hartgummi über links und legte auf den im Slot herangerauschten Phil Hungerecker ab. Der machte sich lang und versuchte das Spielgerät an Niederberger vorbei zu spitzeln, der aber war auf seinem Posten (28.).

In der Folge legte Ryan McKiernan Max Görtz auf das Eis und musste in die Kühlbox. So kam der dreifache Vizemeister erstmals in den Genuss eines Überzahlspiels. Trotz einiger Möglichkeiten war das Powerplay, auch dank eines Monstersaves von Niederberger, nicht von Erfolg gekrönt (31.). Der Schwede in Diensten der Grizzlys musste kurz in der Kabine behandelt werden, konnte das Spiel aber ebenfalls fortsetzen. Direkt im Anschluss musste der nächste Eisbär raus.

Die Schwarz-Orangen kamen erstklassig in Formation und ließen die Scheibe lange zirkeln. Mathis Olimb schob nach links auf Anthony Rech, der sogleich abzog. Niederberger musste nach vorne abprallen lassen. Dort stand Gerrit Fauser und nagelte den Rebound zum 0:1 (34.) in die Maschen.

Nach der Führung blieben die Automobilstädter vorerst am Drücker, während Berlin kurz vor der zweiten Pause die nächste Strafe zog. Diesmal funktionierte die Überzahl des Roadteams nicht so gut, die Eisbären zeigten ein starkes Unterzahlspiel und übten in der ersten Minute heftigen Druck aus. Dementsprechend konnte das Cortina-Team nicht nachlegen (40.).

Eisbären erzwingen Last-Minute-Verlängerung

In den Schlussabschnitt kamen die Hauptstädter wieder besser rein, als noch zum Ende des zweiten Drittels. Nun musste auch erstmals ein Grizzly aufgrund einer Strafe vom Eis. Dort hatte Garret Festerling mit einem feinen Solo-Konter die erste Möglichkeit, scheiterte aber am Berliner Schlussmann (45.). Auf der eigenen Seite verteidigten die in weiß und orange Spielenden die Unterzahl sehr gut.

Ein hoher Stock von Julian Melchiori brachte dem siebenfachen Deutschen Meister die nächste Überzahl ein, doch auch diese veränderte den Spielstand nicht (51.) und bestätigte weshalb die Berliner in den Playoffs das schwächste Powerplay zubuche stehen haben.

Im Anschluss scheiterten mehrere Angriffe der Gastgeber. Im Gegenzug kam Toto Rech über rechts, doch Niederberger verneinte (53.).
Ein weiteres Mal hieß es Powerplay für die Eisbären – diesmal mit Erfolg. Marcel Noebels bezwang Dustin Strahlmeier mit einem unhaltbaren Schuss zum 1:1 (54.). Berlin hatte derweil im Schussverhältnis wieder aufgeholt.

Doch das Gästeteam hatte eine Antwort parat. Festerling spielte die Scheibe tief, Pekka Jormakka brachte die Scheibe vor das Tor. Dort stand Janik Möser goldrichtig und schob zum 1:2 (58.) ein. Serge Aubin schickte den Extraattacker – mit Erfolg. Zach Boychuk netzte 38 Sekunden vor dem Ende der regulären Spielzeit zum 2:2 (60.) ein.

Melichiori sieht die richtige Lücke

Dort kam Wolfsburg mit der ersten Möglichkeit durch Rech (61.). In der Folge tat man sich kurzfristig schwer, das Spielgerät aus dem eigenen Drittel zubekommen. Auf Seiten des Gegners sorgte Noebels ein weiteres Mal für Torgefahr (63.). Die Eisbären kamen danach gleich mit mehreren Möglichkeiten, Wolfsburg ließ es ebenfalls zweimal heftig krachen (65.). Dabei standen beide Goalies weiterhin sicher.

Große Gelegenheiten blieben im Anschluss vorerst Mangelware. Die nächste Möglichkeit hatte McKiernan auf der Kelle, der nagelte seinen Schuss aber am Kasten vorbei (73.). Rund fünf Minute vor dem Ende der ersten Overtime brannte es kurzfristig lichterloh vor Strahlmeiers Gehäuse, der aber agierte mit kühlem Kopf souverän (75.).

Nun kam Wolfsburg zu einer Druckphase, schnürte den Gegner in dessen Drittel ein und sorgte für die Entscheidung. Julian Melchiori spielte sich in der gegnerischen Verteidigung nach langem Scheibenbesitz frei, sah die Lücke und donnerte den Puck zum spielentscheidenden 2:3 (18.) ein.

Statistik

Grizzlys Wolfsburg: Strahlmeier – Möser, Bittner – Wurm, Bruggisser – Melchiori, Likens  – Rech, Olimb, Machacek – Furchner, Järvinen, Görtz  – Fauser, Festerling, Jormakka – Hungerecker, Raabe, Busch  – Adam

Torschüsse: 43 – 43

Strafminuten: 6 – 6

Bullys: 40 – 37

Tore: 0:1 (33:05) Gerrit Fauser (Rech, Olimb), 1:1 (53:25) Marcel Noebels (PP1), 1:2 (57:42) Janik Möser, 2:2 (59:22) Zachary Boychuk (White, Pföderl/EA), 2:3 (77:59) Julian Melchiori (OT)

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