Karim Jallow musste das Parkett verletzungsbedingt zwischenzeitlich verlassen. Foto: Agentur Hübner/Archiv

Oldenburg/Braunschweig. Die Basketball Löwen legten im ersten Pflichtspiel der neuen Saison einen Auftakt nach Maß hin. Am Samstag bezwang der Basketball Erstligist den Vorjahresfinalisten EWE Baskets Oldenburg im MagentaSport BBL-Pokal mit 97:88 (51:53). Dabei bewies das Team von der Oker nach einem misslungenen Start Nervenstärke und drehte die Partie in der zweiten Hälfte.

Coronabedingt verspäteter Start in den Pokal

Das Team von Headcoach Pete Strobl startete aufgrund eines positiven Corona-Tests beim ursprünglich ersten Gegner ALBA Berlin am 18. Oktober, erst an diesem Wochenende in den Pokalwettbewerb. Da bei der Mannschaft aus der Bundeshauptstadt mittlerweile mehrere Spieler und Team-Mitglieder positiv getestet wurden, befinden sich alle Beteiligten in häuslicher Quarantäne, wie der Double-Sieger am Freitag mitteilte. Die abgesagten Partien sollen nachgeholt werden, Termine stehen allerdings noch nicht fest.

Baskets starten dominant

In Oldenburg sah es kurz nach Beginn des Spiels keineswegs nach einem Erfolg aus. Die Löwenstädter erwischten einen schwachen Start, hatte erhebliche Probleme mit der heimischen Defensive und gerieten schnell in einen zweistelligen Rückstand. So lautete der Zwischenstand nach nur sechs Minuten 22:10 aus Sicht der Gastgeber. Eine Auszeit von Strobl änderte am weiteren Spielverlauf zunächst nichts. Gegen die intensive Verteidigung des Favoriten gelang den Löwen nur eine Feldwurfquote von lediglich 40 Prozent.

Braunschweig findet ins Spiel

Auch das zweite Viertel begann mit einem Rückschlag: Karim Jallow musste nach einem Zusammenstoß mit Oldenburgs Forward Nathan Boothe mit Verdacht auf Nasenbeinbruch das Parkett verlassen. Dennoch fanden die Braunschweiger nun besser in die Begegnung und verkürzten nach einem 11:2-Run auf 37:36. Zwar konterten die Baskets nach einer Auszeit mit zwei Dreiern und einem Korbleger, doch Stobls Männer blieben am Drücker und gingen mit nur noch zwei Zählern Rückstand (53:51) in die Halbzeitpause.

Löwen drehen Partie

Nach dem Seitenwechsel wechselte das Geschick endgültig. James Robinson sorgte mit einem sehenswerten Wurf für die Führung, das Roadteam baute den Abstand in der 25. Minute bis auf fünf Punkte aus und verbuchte das dritte Viertel mit 22:13 ganz klar für sich. Karim Jallow war derweil auf das Spielfeld zurückgekehrt.

Neuzugang Allen trumpft groß auf

Auch im letzten Abschnitt hielten die Löwen ihre nun stärkere Linie bei und gestatteten der Mannschaft von Mladen Drijencic sowohl im Angriff als auch in der Defense weniger Spielraum als in der ersten Hälfte. Lars Meisner erhöhte gleich zu Beginn per Drei-Punkte-Wurf auf 66:76. Die Braunschweiger hielten ihren Vorsprung bis in die Crunchtime, in der Neuzugang Bryon Allen mit seinem ersten erfolgreichen Dreier die Vorentscheidung einleitete und mit insgesamt acht Punkten in den letzten dreieinhalb Minuten einen großen Anteil am Sieg hatte.

“Hart umkämpftes Spiel”

“Oldenburg ist eine sehr gute Mannschaft, die sehr tief besetzt ist, und ich schätze die Arbeit sehr, die sie in den letzten Jahren geleistet haben. Für mich ist der Verein ein Vorbild. Es war ein hart umkämpftes Spiel. Wir haben viel miteinander gesprochen, Änderungen vorgenommen und am Ende mit viel Herz das Spiel gedreht. Der frühe Rückstand hat viel damit zu tun, dass unsere Mannschaft noch jung ist und noch nicht genügend Zeit hatte, zusammen zu trainieren. Zum Glück sind wir in der zweiten Halbzeit besser aus der Kabine gekommen und haben viele Dinge besser und richtig gemacht. Ich muss mein Team loben, besonders die jungen deutschen Spieler, die alles gegeben und viel Spielerfahrung gesammelt haben. Karim Jallow geht es soweit gut, wir wissen aber noch nicht ob seine Nase gebrochen ist”, resümierte der Braunschweiger Trainer nach dem Spiel.

“Glückwunsch zum verdienten Sieg”

“Glückwunsch an Pete Strobl und Braunschweig zum verdienten Sieg. Wir haben das Spiel sehr gut begonnen und haben das erste Viertel defensiv und offensiv kontrolliert. Im zweiten Viertel haben wir diese Kontrolle verloren, was dieser routinierten, erfahrenen Mannschaft nicht passieren darf. Das war der Impuls für Braunschweig, die dadurch gemerkt haben, dass sie heute hier gewinnen können. Mit diesem Gefühl haben sie auch in der zweiten Halbzeit weitergespielt. Wir waren in manchen Situationen zu langsam, wie etwa in der Defense. Braunschweig hat das gnadenlos ausgenutzt und ihre Second-Chance-Points in der zweiten Halbzeit haben uns viel Selbstbewusstsein gekostet. Wir mussten uns an Braunschweigs kleine Line-Up anpassen, was uns nur ab und zu gelungen ist. Wenn du im Basketball den Rhythmus einmal verlierst, ist es schwer, ihn zurückzugewinnen”, lautete das Fazit des Baskets-Coaches.

Basketball Löwen: Allen 18 (9 Rebounds, 4 Assists), Robinson 17 (5 Assists), Mushidi 13, Peterka 10 (5 Rebounds), Meisner 8 (6 Rebounds), Schilling (8 Rebounds), Wank 8 (3 Assists), Jallow 7, Van Slooten 5, Zeeb 3.

EWE Baskets Oldenburg: Boothe 19, Paulding 18 (3 Assists), Hornsby 16, Breunig 10, Herrera 10 (3 Assists), Mahalbasic 6 (7 Rebounds, 3 Assists)), Pressey 4 (4 Assists), Schwethelm 3, Hobbs 2, Tadda, Hollatz n.e., Agbakoko n.e..

Partie gegen Bonn abgesagt

Aufgrund eines positiven Tests auf den SARS-CoV-2-Erreger hat die easyCredit BBL das heutige Pokalspiel zwischen den Basketball Löwen und den Telekom Baskets Bonn abgesagt. Der Bonner Spieler wurde der Mitteilung der Liga nach isoliert, für das Team sei Quarantäne verordnet. Eine Neuansetzung stünde noch nicht fest.

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