Das Spiel gedreht: Eintracht Braunschweig bejubelt den 2:1-Siegtreffer durch Nick Proschwitz. Foto: Agentur Hübner

Braunschweig. Der Bann ist gebrochen! Eintracht Braunschweig hat am 4. Spieltag den ersten Saisonsieg eingefahren. Dass die Mannschaft von Daniel Meyer in einem irren Schlagabtausch mit dem VfL Bochum in Unterzahl den Spielstand von 0:1 auf 2:1 drehte, hat vor allen Dingen mit großer Moral und einem mutigen Auftritt zu tun.

Erster Zweitligasieg seit März 2018!

Nach der Länderspielpause war Aufsteiger Eintracht Braunschweig gefordert. Vor allem der dürftige Auftritt im Derby verlangte nach einer Reaktion. Ohne allzuviel zu Spoilern: Die bekamen die 4.650 Zuschauer im Eintracht-Stadion von ihrer Mannschaft geboten! Cheftrainer Daniel Meyer tauschte dreimal in der Startelf. Benjamin Kessel und Michael Schulz nahmen auf der Bank Platz, Suleiman Abdullahi musste mit Knieproblemen passen. Dafür begannen Danilo Wiebe, Nico Klaß und Nick Proschwitz.

Es dauerte exakt 251 Sekunden, da schmolzen alle guten Vorsätze für die Meyer-Elf einstweilen dahin. Simon Zoller überwand Felix Dornebusch aus kurzer Distanz nach einer Flanke von Zulj, der ein Fehlpass von Robin Ziegele vorausgegangen war (5.). In den ersten 20 Spielminuten hatten die Gäste aus dem Westen die klar besseren Spielanteile und wären durch Danny Blum beinahe doppelt in Führung gegangen.

Doch die Löwen berappelten sich. Angeführt von einem immer stärker werdenden Martin Kobylanski kam die Eintracht in der 23. Spielminute dank Fabio Kaufmann zum ersten Heimtor 2020/2021. Der Deutsch-Italiener schob die Kugel von rechts ins lange Eck. Der Ausgleich beflügelte die Braunschweiger ungemein. Bis zur Pause hätte Nikolaou (nach Ecke Kobylanski, 39.), Ben Ball per Flachschuss (41.) und Kobylanski per Chip (43.) für die klar tonangebenden Hausherren die Führung erzielen können. Doch auch Bochum kam zu Möglichkeiten in dem unterhaltsamen Zweitligaspiel, wie  Ganvoula (31.) und Losilla per Schlenzer (33.).

Unbestritten der Mann dieses Spiels: Martin Kobylanski. Foto: Agentur Hübner

Unbestritten der Mann dieses Spiels: Martin Kobylanski. Foto: Agentur Hübner

Löwen drehen in Unterzahl das Spiel

Die Heimelf kam wuchtig aus der Kabine. Nick Proschwitz verpasste in der 48. Spielminute nur knapp seinen ersten Torerfolg in dieser Saison. Nach einer Stunde wurde es richtig turbulent auf dem Rasen: Einen krassen Rückpass von Klaß bügelte Dornebusch noch vor Bochums kongolesischem Angreifer Ganvoula aus. Dabei sprang dem Schlussmann der Eintracht der Ball außerhalb seines Strafraums an den rechten Unterarm, was Schiedsrichter Günsch regelkonform (und nach Ansicht der Videobilder) mit einem Platzverweis für den Braunschweiger Torhüter quittierte. BTSV-Trainer Meyer opferte Ziegele für Jasmin Fejzic, der damit zu seinem Saisondebüt kam (60.).

Noch in dieser Szene bewiesen die Gäste Fairplay und das Heimteam große Moral: Bochum verweigerte den Freistoß, Felix Kroos prüfte Riemann im VfL-Kasten Sekunden später mit einem Heber aus gut 40 Metern. Weil Riemann auf Nummer sicher ging, kam Eintracht Braunschweig zur Ecke. Kobylanski trat und im Zentrum stand Proschwitz goldrichtig, sprang höher als zwei Gegenspieler und netzte zum umjubelten 2:1 (67.).

Wenig später erfolgte direkt die erste Großtat durch Fejzic, der eine Hereingabe von Blum von Ganvoulas Füß kratzte (73.). In der Schlussphase warf der VfL Bochum noch einmal alles nach vorne. Auch der ehemalige Braunschweiger Gerrit Holtmann kam noch ins Spiel, blieb aber wirklungslos. Dank Jasmin Fejzic brachten die Löwen den Sieg über die Zeit: In der 88. Spielminute fuhr der Bosnier aus kürzester Distanz gegen Nowothny die Pranke aus! Es war die letzte nennenswerte Aktion in diesem irren Zweitligaspiel. 

Dank des ersten Dreiers der Saison rückt Eintracht Braunschweig auf den 13. Tabellenplatz vor. Am Freitagabend (18.30) geht es zur Jahn nach Regensburg.

Sah Rot nach einer Rettungstat: Felix Dornebusch. Foto: Agentur Hübner

Sah Rot nach einer Rettungstat: Felix Dornebusch. Foto: Agentur Hübner

Eintracht Braunschweig: Dornebusch – Ziegele (70. Fejzic), Wydra, Nikolaou – Wiebe, F. Kroos, Ben Balla, Klaß (72. Kessel) – Kobylanski (90.+4 Schwenk) – Kaufmann, Proschwitz (72. Y. Otto) Trainer: Daniel Meyer

VfL Bochum: Riemann – Gamboa, Lampropoulos (74. Novothny), Leitsch, Danilo Soares – Losilla, Tesche – Zoller, Zulj, Blum (74. Holtmann) – Ganvoula Trainer: Thomas Reis

Torfolge: 0:1 Simon Zoller (5. Zulj), 1:1 Fabio Kaufmann (23. Kobylanski), 2:1 Nick Proschwitz (67. Kobylanski)

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