Kein Erfolgserlebnis im Derby: Die kommenden Wochen werden hart für die Löwen. Foto: Agentur Hübner/Archiv

Braunschweig. Gut eine halbe Stunde lang vermochte Eintracht Braunschweig im Heimspiel des 176. Niedersachsenderbys mitzuhalten. Winterzugang Dong-Won Ji traf sogar zur Führung für die Blau-Gelben. Letztendlich unterlag die Mannschaft von Daniel Meyer mit 1:2 (1:2) – auch, weil sie für 120 Sekunden komplett den Faden verlor und dann arg ideenlos agierte.

BTSV startet stark, schlägt sich dann selbst

Viel wurde gesprochen im Vorfeld über dieses Niedersachsenderby am 20. Spieltag der 2. Bundesliga. Nun war es endlich soweit und es wurde eine große Enttäuschung für alle, die es mit Eintracht Braunschweig halten. Auch wenn die Löwen teilweise auf Augenhöhe agierten, zeigten sie auch im Derby keine gute Leistung. Muss man nun auch langsam die Trainerfrage stellen beim Deutschen Meister von 1967? 

Danielo Wiebe rückte in der Viererkette in die Lücke, die der unnötig gelbrotgesperrte Diakhité hinterlassen hatte. Kammerbauer startete für Wydra im Mittelfeld. Winterzugang Dong-Won Ji kam zu seinem Startelfdebüt für die Blau-Gelben. Dafür nahm Marcel Bär zunächst auf der Bank Platz. Bei Hannover tauschte Coach Kenan Kocak mit Sulejmani auf links für Muslija eine Position seiner Startelf.

Die Anfangsphase gehörte wie schon im Hinspiel der Eintracht, die überraschend agil und bissig zu Werke ging. Nick Proschwitz verpasste nur knapp aus spitzem Winkel einen ersten Warnschuss nach einem Kroos-Freistoß. Im dem zweikampflastigen Spiel wurde Jis Abschluss nach sechs Spielminuten noch von Hübers geblockt. Kurz darauf semmelte Ben Balla die mögliche Führung in den Braunschweiger Winterhimmel und übersah dabei den neben ihm mitgelaufenen Kaufmann (13.). Die energische Einstellung der Hausherren wurde wenig später endlich belohnt: Ji schlenzte das kurze Zuspiel von Kaufmann rechts für Esser unhaltbar in die Maschen (17.). Wie schon im Hinspiel führte der BTSV.

Hannover dreht das Spiel wie im Hinspiel

Nach einer halben Stunde wurden die bis dahin schwachen Gäste sichtbar stärker. Einem Warnschuss von Haraguchi folgte direkt ein Doppelpack der Roten, bei dem die Braunschweiger Hintermannschaft überhaupt nicht gut aussah. Erst rückte Schlüter zu schläfrig auf und stellte Sulejmani bei dessen Kopfballtreffer nicht ins Abseits (34.), dann durfte Hult noch einmal über links marschieren und fand per Flanke Marvin Duksch, der Jasmin Fejzic keine Chance ließ (36.). Wie im Hinspiel hatte Hannover den Spielstand gedreht. Würde es erneut eine ebenso schmerzhafte Niederlage?

Ein Braunschweiger Aufbäumen blieb weitestgehends aus. Den Gastgebern fehlten schlichtweg die Ideen. So gestalteten sich die zweiten 45 Spielminuten langatmig und mit sehr viel fußballerischer Schonkost. Auch ein Dreifachwechsel von Daniel Meyer 20 Minuten vor dem Ende mit Marcel Bär, Martin Kobylanski und Nico Klaß für Kaufmann, Kroos und Schlüter hatte kaum Einfluss auf die Vorstellung der Löwen, die zwar um jeden Ball kämpften, daraus aber kein Kapital schlugen. Allein Jasmin Fejzic war es zu verdanken, dass Duksch mit zwei satten Distanzschüssen (76./78.) nicht den Rückstand erhöhte. Auch beim abgefälschten Schuss von Bijol war der Bosnier zur Stelle, während seiner Mannschaft langsam die Zeit davonlief (84.). In der Schlussphase kamen die Löwen noch einmal zu Möglichkeiten: Der eingwechselte Klaß schoss aus kurzer Distanz einen Gegenspieler an, Bär scheiterte an Schlussmann Esser. Maßgeblich wurde der letzte Freistoß des Spiels: Während Fajzic nach vorne eilte, drosch der lustlos auftretende Kobylanski die Kugel weit übers eigentliche Ziel hinaus.

Nach dieser nunmehr elften Saisonniederlage und der doch ernüchternden Vorstellung der Meyer-Elf schwinden langsam die Hoffnungen auf einen möglichen Klassenerhalt. Am Sonntag, dem 14. Februar 2021 (13.30) muss der Tabellen-17. zum VfL Bochum.

Eintracht Braunschweig: Fejzic – Wiebe, Behrendt, Nikolaou, Schlüter (70. Klaß) – Ben Balla, Kammerbauer – Kaufmann (70. Bär), Kroos (70. Kobylanski), Ji (81. Abdullahi) – Proschwitz Trainer: Daniel Meyer

Hannover 96: Esser – Murroya, Franke, Hübers, Hult – Kaiser, Bijol – Twumasi (57. Schindler), Haraguchi, Sulejmani (71. Weydandt) – Duksch Trainer: Kenan Kocak

Tore: 1:0 Dong-Won Ji (17. Kaufmann), 1:1 Valmir Sulejmani (34. Hult), 1:2 Marvin Duksch (36. Hult)