Wer stopft das dicke Loch auf links? Grafik: Frank Vollmer/Stock: Agentur Hübner

Braunschweig. Ja klar, man könnte sich jetzt mindestens bis zum Heimspiel gegen Nürnberg am Samstag (13.00) das Maul zerreißen, wie chancenlos sich Eintracht Braunschweig in der 2. Bundesliga präsentiert. “Wie eine Schülermannschaft” oder “Die Truppe ist eine absolute Katastrophe” war da am Montag Braunschweigs ältester Tageszeitung leserbrieflich zu entnehmen.

“Wie eine Schülermannschaft”

“In Krisenzeiten suchen Intelligente nach Lösungen, Idioten suchen nach Schuldigen”, heißt es da in einem Zitat, das fäschlicherweise gerne Vicco von Bülow zugesprochen wird. Ich weiß, ich weiß, die Eintracht ist nunmal eine ungemein emotionale Angelegenheit und das ist auch gut so! Und natürlich ist jemand, der sich in unseren ohnehin schon hektischen Zeiten über irgendwas emotionales aufregt nicht sofort ein Idiot. Und doch sollte man lieber nach ihnen suchen, diesen schwer zu findenden Lösungen. Das lohnt in der Regel mehr, als sich aufzuregen.

Fakt ist, bei den Löwen klafft seit der schweren Knieverletzung von Dauerläufer Niko Kijewski ein dickes Loch auf der linken Seite. Dieses zu schließen ist “Bauleiter” Daniel Meyer weder im Derby noch bei der Jahn gelungen. Es ist bezeichnend, dass ausgerechnet Kijewski-Ersatzmann Nico Klaß der spielentscheidende Lapsus gegen die Jahn unterlaufen ist. Das ist nicht nur für den 23 Jahre jungen Abwehrspieler und dessen Entwicklung ärgerlich, auch lässt es die rasante Phase vor und nach dem Regensburger Führungstreffer vergessen. Zwar fiel das Gegentor wieder einmal viel zu einfach, doch schnupperten die Löwen da mit dem Momentum auf ihrer Seite gleich mehrfach am Torerfolg, vergaßen bei aller Spielfreude jedoch, sich zu belohnen. Ich bin mir relativ sicher, in Regensburg werden in dieser Saison noch ganz andere Mannschaften richtig Federn lassen.

Heißt die Lösung Niklas Kreuzer?

Aber zurück zum dicken Loch auf links. Wer soll das zukünftig stopfen? “Wir werden die Entwicklung bis zur Winterpause beobachten und mit den Jungs arbeiten die hier sind und sie besser machen”, hatte Daniel Meyer noch vor dem Spiel in Regensburg betont. Auf Nico Klaß muss der 41-Jährige am kommenden Samstag (13.00) gegen Nürnberg erst einmal verzichten. Tut sich davon abgesehen noch vor der besagten Winterpause etwas in personeller Hinsicht? Selbstverständlich sondiert Sportchef Peter Vollmann den Markt nach einem vertragslosen Linksverteidiger, der sofort helfen kann. Wenn der Gescuhte aber, wie nach unseren Informationen, auch noch ein Linksfuß sein soll, schrumpft der Kreis möglicher Kandidaten gen Null. Im europäischen Ausland hatten wir uns ja unlängst schon umgesehen und einige Kandidaten ausfindig gemacht (Mehr hier). 

In der Tat ist mit Niklas Kreuzer derzeit nur ein fähiger Zweitligaverteidiger auf dem Markt, der direkt helfen könnte. Der gebürtige Münchner war zuletzt bei Zweitligaabsteiger Dresden aktiv und kann immerhin 90 Zweitligaspiele vorweisen. Der 27-Jährige soll nach unseren Informationen auch schon mit Peter Vollmann gesprochen haben und auch ein Wunschkandidat von Coach Meyer sein. Woran eine Verpflichtung Kreuzers seinerzeit gescheitert sein könnte ist mutmaßlich: Er ist kein Linksfuß. Allerdings hat er sowohl links als auch rechts in der Abwehrkette schon reichlich Zweitliga-Erfahrung sammeln können. Und bezahlbar sollte Kreuzer sein. Vielleicht könnte in dieser Personalie also in den kommenden Tagen etwas passieren. Und wenn nicht, ist es immer besser, nach Lösungen zu fahnden als nach Schuldigen …

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Dies ist ein Kommentar von Frank Vollmer. Die Meinung des Autors entspricht nicht zwingend der unserer Redaktion. 

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