Hellwach bis in die Schlusssekunden: Vlatko Ranogajec sorgte für das nicht mehr für möglich gehaltene 27:27. Foto: Reinelt/PresseBlen.de/Archiv

Braunschweig. Das zweite Saison-Heimspiel des MTV Braunschweig wurde am vergangenen Wochenende nicht nur aufgrund einiger fragwürdiger Schiedsrichterentscheidungen zur nervlichen Belastungsprobe für die Mudrow-Jungs. Dass es am Ende gegen  Hamburg Barmbek zum 27:27-Punktgewinn reichte, lag dabei auch an den überragenden Bela Pieles und Vlatko Ranogajec. 

Fragwürdige Spielleitung bringt die Halle auf

Schon der Beginn der Partie gestaltete sich vor 220 Zuschauern in der Alten Waage schwierig für die Gastgeber. Während die Hanseaten mit sieben Feldspielern agierten, vermochte der MTV mithilfe einiger Tempogegenstöße schnell mit drei Toren in Führung zu gehen, bevor das Spiel sich immer zerfahrener gestaltete. Fragwürdige Schiedsrichterentscheidungen wurden mehr und mehr ein Thema in diesem Spiel. Braunschweig war besser drin, haderte aber mit vermehrten Siebenmetern, die gegen sie gepfiffen wurden.

Am Ende der ersten Halbzeit führten die Gastgeber zwar mit 14:13, hatten aber schon fünf Siebenmeter gegen sich, was nicht nur unter den Zuschauern für eine angespannte Atmosphäre sorgte. Nicht unerwähnt bleiben dürfen dabei die teilweise spektakulären Paraden von Jan Kominek, der sein Tor zeitweise regelrecht “vernagelte”. Ein Beispiel gefällig? Kominek lenkte einen strammen Wurf aus der Mitte zur Seite ab, wo Barmbeks Rechtsaußen angerauscht kam und den Wurf direkt nahm. Per Hechtsprung verhinderte der MTV-Schlussmann den sicheren Einschlag.

12:2 Siebenmeter als deutliches Ungleichgewicht

Nachdem die  Roten Löwen direkt nach Wiederbeginn auf drei Tore davoneilten häuften sich die teils unerkärbaren Zeitstrafen gegen sie. Ganze fünf waren es am Ende der zweiten 30 Minuten, für rund eine Minute spielte die Mudrow-Mannschaft gar in doppelter Unterzahl. Hinzu kamen weitere sieben Siebenmeter. Schon kleinste Berührungen in der Abwehrbewegung bewertete der Schiedsrichter auffällig einseitig als strafwürdig. Die Gäste nutzten das natürlich dankend zum Torerfolg und so gestaltete sich die Partie offen.

Dramatisches Finish!

Die Führung wechselte nun ständig, bis Barmbek 37 Sekunden vor Spielende mit 25:27 die Nase vorne hatte und es stark nach einer Niederlage für die Braunschwieiger roch. Ein schneller Abschluss von Bela Pieles brachte sie jedoch noch einmal auf ein Tor heran. Der MTV spielte die letzten 28 Sekunden mit offener Deckung. Die HGHB versuchte ihrerseits mit vielen Pässen Zeit von der Uhr zu nehmen und nahm 12 Sekunden vor Spielende noch eine Auszeit.

Wieder im Spiel drohte den Gästen sehr schnell das passive Vorwarnzeichen und sie dribbelten den Ball förmlich zum MTV. Mit verbleibenden drei Sekunden auf der Uhr hatte der MTV auch einmal Glück mit dem Schiedsrichtergespann, das auf passives Spiel entschied. Ein schnell ausgeführter Freiwurf und der heranstürmende Ranogajec brachten doch noch das nicht mehr für möglich gehaltene 27:27. Die Halle rastete aus. Damit hatte niemand mehr wirklich gerechnet.

Der MTV Braunschweig belegt nach vier Spieltagen den 4. Tabellenplatz der 3. Liga Nord-Ost. Am kommenden Samstag (19.30) geht es nach Hohenschönhausen zur Reserve der Reineckendorfer Füchse.

MTV Braunschweig: Kominek, PAnzer, Karaula 5, Godon, Mühlenbruch, Jo. Krause 1, Wolters 4, Ph. Krause 2 (2/2), Dedering, Pavlovic, Pieles 7, Giese, Schmidt, Ranogajec 6 Trainer: Volker Mudrow

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