Grizzlys gegen Eisbären: Im engen Duell gegen die Hauptstädter fiel die Entscheidung erst nach der regulären Spielzeit. Foto: Grizzlys Wolfsburg/City-Press GmbH

Wolfsburg. Zeiter Sieg am 2. Spieltag der DEL. In einem engen und spannenden Duell bezwangen die Grizzlys Wolfsburg die Eisbären Berlin am Dienstagabend mit 1:0 (0:0, 0:0, 0:0, 0:0, 1:0). Dabei starteten die Gastgeber mit einem Plus an Möglichkeiten, die abermals nicht in einen zählbaren Erfolg umgemünzt werden konnten. Im zweiten Drittel wurde Berlin stärker, sodass ein Duell auf Augenhöhe entbrannte, bei dem beide Torhüter mit glänzenden Leistungen stets auf ihrem Posten waren.

Foucault nun ein Eisbär

Mit den Eisbären Berlin, die ebenso wie die Grizzlys ihr Auftaktspiel gewinnen konnten, traf ein Team mit einiger Kader-Veränderung im Allerpark ein. Der wohl wichtigste Abgang war Kapitän André Rankel, der 17 Jahre lang in der Bundeshauptstadt spielte und nun seine Karriere beendete. So wie auch in der Partie gegen Krefeld, war ein Ex-Grizzly in der EisArena zu Gast. Kris Foucault wechselte erst kürzlich von den Pinguinen nach Berlin.

Fünf Spieler fehlen

Personell wird es bei den Hausherren momentan ein wenig dünner. Neben Steven Raabe und Jan Nijenhuis, die bei der U20-WM in Kanada weilen, fehlt neben Janik Möser und Dominik Bittner nun auch Mathis Olimb mit einer Oberkörperverletzung, die er sich gegen Krefeld hinzuzog. Dementsprechend gab es ein paar Änderungen in den Reihen, von denen nur drei vollständig zur Verfügung standen. Zwischen den Pfosten stand diesmal Dustin Strahlmeier.

Grizzlys mit mehr Chancen – Berlin kommt spät ins Spiel

Ähnlich der Auftaktpartie am Sonntag waren es auch diesmal die Grizzlys, die offensiv mehr Akzente setzen konnten. Strahlmeier drohte hinten fast kalt zu werden, erst nach rund sechs Minuten kam es zu einem kleinen Getümmel im Slot der Wolfsburger. Gefahr drohte nicht, doch die Gastgeber mussten Garrett Festerling in die Kühlbox schicken. Hier bewiesen die Grizzlys ihre Stärke in Unterzahl, die sie schon gegen Krefeld zeigten – das Berliner Powerplay blieb mehr als harmlos, während ein Konter von Max Görtz fast zum Unterzahltreffer führte (8.).

Wolfsburg zeigte sich im anschließenden Überzahlspiel allerdings nur wenig besser (10.). In der Folge kamen die Eisbären erstmals bissiger im Angriff und fesselten den Gegner für kurze Zeit in dessen Drittel (13.). Nun waren die Gäste etwas besser in der Partie angekommen, so entbrannte ein Duell, in dem es rauf und runter ging. Eine gute Chance von Foucault kurz vor dem Drittelende verneinte der Wolfsburger Schlussmann.

Spannendes Duell ohne Tore

Im zweiten Drittel war es Pierre-Cedric Labrie, der für die Eisbären mit einem guten Pass für die erste nennenswerte Chance sorgte. Den Abpraller schnappte sich der Stürmer erneut und versuchte es selbst, doch Strahlmeier war auf seinem Posten (22.). Das Spiel nahm Fahrt auf. Foucault kam zu einer weiteren Möglichkeit, die Grizzlys versuchten es im Konter (27.) – beide Torhüter zeigten einen starken Job.

Zur Spielmitte konnte keiner der Kontrahenten das Spiel bestimmen. Zwar hatten die Hausherren weiterhin mehr Torschüsse zu Buche stehen, doch der erste Treffer wäre für beide Seiten verdient gewesen. Ein doppeltes Powerplay zugunsten des Roadteams hätte die blitzsaubere Unterzahl-Weste der Grizzlys beenden können. Die hatten Glück. Nur 16 Sekunden bevor der erste Mann zurückkehrte, streifte ein Pfostenkracher die Linie von Strahlmeiers Kasten (33.). Drei Minuten vor Ende der zweiten 20 Minuten kamen die Schwarz-Orangen in den Genuss einer doppelten Überzahl (37.), diese blieb jedoch ohne Erfolg.

Keine Entscheidung in regulärer Spielzeit

Auch im letzten Drittel mangelte es nicht an Abschlüssen, doch beide Goalies zeigten sich nach wie vor unüberwindbar. Mit fortlaufender Uhr wirkten die Eisbären offensiv leicht im Vorteil, spielten sich etwas bessere Chancen heraus, während die Niedersachsen oft eher den schnellen Abschluss suchten.

Ein weiteres Powerplay für die Grizzlys hätte eine Entscheidung bringen können, das hatte gegen die Pinguine gut geklappt, doch abermals kreierte man keine echte Chance (50.). Die nächste Gelegenheit bot Phil Hungerecker, der unmittelbar vor Tobias Ancicka einen Pass nur noch hätte reinlenken müssen, es fehlte aber wieder am Abschlussglück (55.). Trotz teils intensiven Kampfes in den letzten Minuten, wollte in regulärer Spielzeit keine Entscheidung fallen.

Dramatische Overtime endet ohne Tore – Sieg im Penaltyschießen

In der Verlängerung ging es rund: Erst bekam Spencer Machacek ein feines Zuspiel nicht unter Kontrolle und verpasste eine Riesenchance (62.). Im Gegenzug traf Matt White nur den Pfosten (63.). Einen Alleingang von Marcel Noebels konnte Julian Melchiori in letzter Sekunde verhindern und legte den Gegenspieler – regelkonform (64.). Die letzte Chance pflückte Strahlmeier locker herunter (65.). Es ging in das Penaltyschießen. Dort netzten Matti Järvinen ein und Fabio Pfohl ein, die Berliner Schützen scheiterten beide an Strahlmeier.

Die Grizzlys Wolfsburg behaupten ihren ersten Platz in der Nordgruppe mit einem Zähler vor den Kölner Haien. Am Sonntag (17.00) tritt das Team von Pat Cortina bei den Iserlohn Roosters an.

Statistik

Grizzlys Wolfsburg: Strahlmeier – Melchiori, Likens – Adam, Button – Wurm, Bruggisser – Furchner, Järvinen, Görtz – Busch, Festerling, Machacek – Hungerecker, Pfohl, Fauser – Rech, Boucher

Torschüsse: 32 – 27

Strafminuten: 6 – 8

Bullys: 32 – 27

Tore: 1:0 (65:00) Matti Järvinen (PS)

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