Grizzlys kämpfen Adler nieder: Zum vierten Mal ziehen die Grizzlys in ein Finale ein. Foto: Grizzlys Wolfsburg/City-Press GmbH.

Mannheim/Wolfsburg. Endspiel für den dreifachen Vizemeister! Im dritten und entscheidenden Playoff-Halbfinalspiel der PENNY DEL bezwangen die Grizzlys Wolfsburg Adler Mannheim mit 1:2  (1:1, 0:0, 0:1). Die Mannschaft von Pat Cortina sah sich zu Spielbeginn einem erheblichen Angriffsdruck gegenüber, der auch im ersten Gegentor gipfelte. Dennoch hatte man eine Antwort parat und ging unentschieden in die erste Pause. Der Mittelabschnitt war von Strafzeiten und Ausgeglichenheit geprägt, brachte aber keine Veränderungen. Ähnlich lief es im letzten Drittel, doch wie aus dem Nichts netzte Max Görtz zum spielentscheidenden 1:2 ein.

Weiterhin keine Kaderveränderung – Adler mit weiterem Ausfall

Auch für das alles entscheidende dritte Spiel der Best-of-three-Serie um den Einzug in das Finale, traten die Grizzlys mit dem selben Kader an. Lediglich die Reihenfolge der Sturmreihe wurde wieder auf den Status der ersten Partie gesetzt. Phil Hungerecker und Valentin Busch tauschen die Positionen. Das Gehäuse hütete weiterhin Dustin Strahlmeier, zuletzt immer glänzend aufgelegt. Der Gegner hingegen musste mit Florian Elias einen weiteren Spieler in das Lazarett schicken.

Ausgleich nach intensivem ersten Drittel

Intensiv ging es los, in diesem Do-or-die-Spiel in der Mannheimer SAP Arena. Die erste Möglichkeit gehörte den Hausherren, Strahlmeier entschärfte diese noch problemlos (1.). Doch auch in den Folgeminuten blieben die Adler offensiv am Drücker und bissen sich immer wieder in der Zone der Gäste fest. Folgerichtig fiel der Treffer. Dabei sah Matthias Plachta Dennis Reul frei nahe der blauen Linie. Der zog einfach ab, Strahlmeier hatte keine Sicht und war bei dem 1:0 (4.) chancenlos.

Von Schockstarre war auf Seiten der Wolfsburger keine Spur. So kam im Gegenzug Gerrit Fauser zu einer Möglichkeit, konnte Dennis Endras aber nicht überwinden (5.). Im Anschluss ging es rauf und runter. Zunächst prüften die Blau-Weiß-Roten den Gäste-Goalie erneut, auf der anderen Seite tanzte Anthony Rech die Verteidigung aus, legte für Spencer Machacek auf, der aber ebenfalls am Mannheimer Schlussmann scheiterte (6.).

Das Spiel beruhigte sich insofern ein wenig, dass es auf beiden Seiten für kurze Zeit keine gefährlichen Möglichkeiten mehr gab. Kurz nach dem Powerbreak kamen die Baden-Württemberger zu ihrem ersten Überzahlspiel. In eine richtige Powerplay-Formation fand man zwar erst spät, nahm dennoch diverse Schüsse aus unterschiedlichen Positionen. Wolfsburg überstand die Unterzahl aber schadlos (11.).

Nun war wieder mehr Intensität drin. Das Team von Ex-Grizzlys-Coach Pavel Gross brachte insgesamt mehr Schüsse auf das Gehäuse, doch von einem klaren Übergewicht konnte keine Rede sein. Immer wieder kamen auch die Niedersachsen in gefährliche Schusssituationen – und erzielten den Ausgleich.

Mathis Olimb gab die Scheibe zu Phillip Bruggisser an der blauen Line. Der zog seinen gewohnten Hammer direkt auf den gegnerischen Kasten ab. Dort lenkte Machacek unhaltbar zum 1:1 (14.) in das Gehäuse. Bis zum Drittelende hatte Wolfsburgs Torhüter mehr zu tun, als sein Gegenüber. Wirklich gefährlich wurde es bis zur Pause aber nur noch selten.

Mehr Strafen, weniger Chancen und keine Tore

In den zweiten Abschnitt kam das Roadteam mit der ersten Chance (21.). Die erste gute Möglichkeit der Mannheimer machten die Unparteiischen mit einem Pfiff zunichte. Eine Strafe wurde jedoch nicht ausgesprochen, sodass es regulär weiter ging. Nur kurz darauf mussten die Automobilstädter erneut einen Mann in die Kühlbox schicken.

Die Gastgeber konnte die Scheibe diesmal besser zirkulieren lassen, kamen aber zu weniger Abschlüssen. Von Erfolg gekrönt war das Powerplay nicht (25.). Kurz nach Erreichen der Vollzähligkeit folgte der nächste Fehlpfiff. Ein Linienrichter hatte einen Wolfsburger Wechselfehler gesehen, doch der Hauptschiedsrichter entschied dagegen (27.).

Die Grizzlys agierten im zweiten Abschnitt defensiver stabiler und verhinderten diesmal besser dass der Gegner sein Spiel entfalten konnte. Nun kam der dreifache Vizemeister auch erstmals selbst in den Genuss einer Überzahl, doch abgesehen von einem Görtz-Kracher passierte nicht viel (29.). Mannheim lief im zweiten Abschnitt offensiv nicht so stark auf, als noch in Drittel eins. Deren nächstes Powerplay änderte am Spielstand ebenfalls nichts.

Kurz vor Ablauf der Wolfsburger Strafe mussten diese zwar den nächsten Mann vom Eis schicken (35.), agierten in Unterzahl aber ein weiteres Mal souverän (37.).  Wenige Minuten vor der zweiten Pausensirene hieß es ein weiteres Mal Überzahl für die Schwarz-Orangen – wieder ohne Erfolg (39.).

Görtz schießt Grizzlys ins Finale

Die Adler kamen nun wieder mit viel Feuer aus der Kabine und schnürten den Gegner mehr als einmal im eigenen Drittel ein. Minutenlang lief das Spiel ohne Unterbrechung und es sah eher nach einem Treffer des Titelverteidigers, als nach einem der Wolfsburger aus. Erst nach gut sechs Minuten gelang es den Gästen einen Schuss auf das Tor abzugeben. Der kam von Toto Rech aus der neutralen Zone und dient eher der Zeitgewinnung für den nächsten Reihenwechsel (46.).

Etwas Hoffnung für Teams aus dem Allerpark hätte das nächste Überzahlspiel bringen können. Das Hartgummi lief gut, doch Endras ließ sich nicht überwinden und auch die gesamte Adler-Defensive hatte alles im Griff (50.). Im 5-gegen-5 sah man das Bild aus dem zweiten Drittel. Ein eher taktisch geprägtes Spiel, ohne große Risiken. Keiner der Kontrahenten konnte das Heft endgültig in die Hand nehmen, echte Chancen blieben Mangelware.

Die Uhr lief herunter und es sah ein weiteres Mal danach aus, als würde die Entscheidung erst in der Overtime fallen – doch wie aus dem Nichts fiel das nächste Tor. Max Görtz brachte das Spielgerät hinter dem Tor und schob die Scheibe vor das Tor. Dort prallte der Puck von einem Schlittschuh ab und überschritt die Linie zum 1:2 (57.).

Unmittelbar danach verpassten die Hausherren den Ausgleich nur knapp (58.). Gross schickte den Extraattacker erst eine gute Minute vor Schluss – ohne Erfolg. Wolfsburg zog zum vierten Mal in das Finale ein – zum zweiten Mal gegen die Eisbären Berlin.

Statistik

Grizzlys Wolfsburg: Strahlmeier – Melchiori, Likens – Wurm, Bruggisser – Möser, Bittner – Furchner, Järvinen, Görtz – Rech, Olimb, Machacek  – Fauser, Festerling, Jormakka – Hungerecker, Raabe, Busch  – Adam

Torschüsse: 24 – 21

Strafminuten: 6 – 8

Bullys: 26 – 25

Tore: 1:0 (3:51) Dennis Reul (Plachta, Desjardins), 1:1 (13:52) Spencer Machacek (Bruggisser, Olimb),

Mehr zum Thema