Grizzlys verlieren gegen Berlin. Im zweiten Finalspiel hatte Berlin die Nase vorn. Am Ende reichte es jedoch nicht. Foto: Grizzlys Wolfsburg/City-Press GmbH

Wolfsburg. Entscheidung um die Deutsche Meisterschaft vertagt! Im zweiten Playoff-Finalspiel in der PENNY DEL unterlagen die Grizzlys Wolfsburg den Eisbären Berlin mit 1:4 (0:1, 1:2, 0:1). Das Team von Pat Cortina sah sich engagierten Berlinern entgegen, die offensichtlich wussten, was die Stunde geschlagen hatte. Nach einem 0:3-Rückstand schloss man durch einen Treffer von Gerrit Fauser immerhin nochmal an.

Matchpuck für die Grizzlys

Crunchtime in Wolfsburg. Mit einem Sieg im Rücken und damit der Möglichkeit die Serie vorzeitig für sich zu entscheiden ging es in die nächste Auflage des Bärenfinales. Hier hatten die Hausherren die Möglichkeit in eigener Halle die 100. Deutsche Meisterschaft für sich zu entscheiden und den ersten Meistertitel der Vereinsgeschichte zu holen. Im Kader der Gastgeber gab es keine Veränderung im Vergleich zu den letzten Spielen.

Eisbären nutzen Grizzlys-Fehler eiskalt aus

Das Bärenduell begann intensiv, wenn auch ohne große Möglichkeiten in den ersten Minuten. Zu den ersten beiden Schüssen kamen die Grizzlys, die im Anschluss jedoch in einer Berliner Druckphase mehr als einmal in ihrem eigenen Drittel eingeschnürt wurden. Diese endete mit einer Strafzeit der Gäste (5.). Wolfsburg fand zur Formation und kam auch zum Schuss, musste aber wiederholt neu aufbauen und konnte keinen Nutzen aus dem Powerplay ziehen (7.).

Den Eisbären war anzumerken, dass sie wussten, welche Stunde geschlagen hatte – das Offensivspiel der Hauptstädter war zu diesem Zeitpunkt deutlich gefährlicher, sodass Dustin Strahlmeier zwischenzeitlich keine Langeweile hatte. Dessen Vordermänner konnten nicht jede Situation entschärfen. Die Defensive des Roadteams hingegen wirkte etwas stabiler. Im weiteren Verlauf des ersten Drittels ließen die Chancen auf beiden Seiten etwas nach, sowwohl in der Qualität als auch in der Quantität.

Gute drei Minuten vor der erste Pause erlaubten sich die Grizzlys einen eklatanten Fehler. Während an der rechten Bande gekämpft wurde, gelang die Scheibe von dort quer durch den Slot zu Frank Hördler, der auf der linken Seite völlig frei stehend zum 0:1 (17.) einnetzen konnte. Zu allem Unglück mussten die Gastgeber kurz vor der ersten Sirenen selbst einen Spieler in die Kühlbox schicken (20.).

Berlin mit Doppelschlag – Fauser mit Anschluss

So startete der Mittelabschnitt mit einem Überzahlspiel des Rekordmeisters, doch auch dieses blieb ohne Erfolg (22.). Die Schwarz-Orangen verterteidigten in Unterzahl sehr gut, zeigten sich auch nach Ablauf der Strafe vorne etwas angriffslustiger und agierten nun auf Augenhöhe. Doch Berlin war weiterhin effektiver. Fehlte es bisher an Großchancen in diesem Drittel, nahmen die Eisbären gleich die erste wahr.

Dabei positionierte sich Ryan McKiernan hoch im Slot nahe der blauen Linie, bekam das Hartgummi von Marcel Noebels und nagelte einen Hammer und die Latte zum 0:2 (28.). Die Folgeminuten sahen eher wenig nach einer Wende aus. Zwar blieben die Automobilstädter offensiv dran, taten aber zu wenig, um das Spiel zu drehen.

Und auch die gewohnt stabile Defensive des dreifachen Vizemeisters wackelte immer wieder. Das nutze die Mannschaft von Serge Aubin erfolgreich. In einer Situation, in der die Grizzlys die Scheibe einfach nicht aus Strahlmeiers Dunstkreis herausbekamen, legte Sebastian Streu zum 0:3 (31.) nach.

Immerhin kamen die Niedersachsen zu einer kurzen Druckphase, in der ihnen auch wenig das Scheibenglück fehlte (36.). Daran schloß sich ein weiteres Powerplay an. Das lief zunächst nicht reibungslos, doch der erfahrene Gerrit Fauser brachte sich goldrichtig in Position, bekam die Scheibe von Garrett Festerling und jagte den Puck an Niederberger vorbei zum 1:3 (38.).

Wolfsburg kann nicht mehr aufschließen

Der Anschlusstreffer gab immerhin etwas Aufwind. Die erste Riesenmöglichkeit hatte Phil Hungerecker direkt vor Niederberger, doch er scheiterte (44.). In der Folge brachte das Team aus dem Allerpark mehr auf das gegnerische Gehäuse, doch zu oft waren die Schüsse nicht platziert genug. Auf der anderen Seite hatten Noebels (45.) und McKiernan Pech (47.), als das Spielgerät den Pfosten streifte.

Die Partie lief mit wenig nennenswerten Vorkommnissen weiter, die Uhr aus Sicht der Grizzlys unerbittlich herunter. Schussversuche gab es auf beiden Seiten weiterhin, doch nur wenig kam in Tornähe an. Fast vier Minuten vor Schluss zog Cortina Strahlmeier zugunsten des Extraattackers – ohne Erfolg. Die Eisbären erhöhten auf das leere Netz zum spielentscheidenden 1:4 (59.).

Die Entscheidung fällt nun am kommenden Freitag in der Berliner Mercedes Benz Arena.

Statistik

Grizzlys Wolfsburg: Strahlmeier – Möser, Bittner – Wurm, Bruggisser – Melchiori, Likens  – Rech, Olimb, Machacek – Furchner, Järvinen, Görtz  – Fauser, Festerling, Jormakka – Hungerecker, Raabe, Busch  – Adam

Torschüsse: 27 – 25

Strafminuten: 2 – 4

Bullys: 33 – 27

Tore: 0:1 (16:37) Frank Hördler (Zengerle, Tuomie), 0:2 (27:13) Ryan McKiernan (Noebels, Pföderl), 0:3 (30:54) Sebastian Streu (Foucault, Fiore), 1:3 (37:44) Gerrit Fauser (Festerling, Olimb/PP1), 1:4 (58:13) Lukas Reichel (EN)

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