Am Tiefpunkt: Großes Pech im Abschluss oder Unvermögen bei Freie Turner? Foto: Frank Vollmer/Archiv

Hannover/Braunschweig. Freie Turner Braunschweig bleiben auch nach dem 8. Spieltag Schlusslicht der Oberliga Niedersachsen/Hannover. Im Rudolf-Kallweit-Stadion verlor die Elf von Kosta Rodriuges beim SV Arminia Hannover mit 0:1. Und das nicht, weil der Mut fehlte, sondern weil die Braun-Weißen sich einmal mehr selbst um den Lohn der Arbeit brachten.

Ein unglaublicher Chancenwucher 

“Was soll ich dazu noch sagen?”, zeigte sich Kosta Rodrigues ratlos, blieb in der angespannten Situation jedoch sachlich und in der Analyse. Fakt ist: Seine Mannschaft wird derzeit von einer unglaublichen Ladehemmung verfolgt. Dies zeigte sich auch im Duell mit dem Tabellennachbarn im Bischofshol. “Der Trainer der Arminen kam nach dem Spiel zu mir und sagte: ‘Ihr hättet den Punkt verdient'”, berichtete Rodrigues und mustes dabei schmunzeln. “Wir hätten den Sieg verdient gehabt!”, schiebt er direkt nach. 

“Wir waren in den ersten Minuten nicht auf dem Platz”, monierte Rodrigues, der ansonsten am Spiel seiner Mannschaft nicht viel zu beanstanden hatte. Na eines vielleicht… Nach einem Sonntagsschuss von David Lucic aus gut 20 Metern lagen die Gäste aus Braunschweig nach 12 Minuten trotzdem in Rückstand. “Es folgte ein Spiel auf ein Tor”, sah der 41-Jahre alte Ex-Profi. Allein im ersten Durchgang ließ sein Team mehrere einhunderprozentige Möglichkeiten ungenutzt verstreichen. Einige Beispiele gefällig? Nico Müller kreuzte exzellent in den Strafraum, zielte aber am rechten Pfosten vorbei. Wenig später köpfte Marvin Fricke nach einem langen Ball und einer feinen Ablage von Hendrik Neumann die Kugel aus kürzester Distanz daneben.

Viel Arbeit, kein Lohn

Nach dem Seitenwechsel zog sich der Chancenwucher weiter durch das Spiel der spielbestimmenden Gäste wie der vielbesungene Rote Faden. Gleich mehrfach blieb ihnen dabei ein Strafstoß verwerrt: Einmal wurde Müller im Strafraum gefoult, der Unparteiische verlegte den Tatort sehr zum Äger der Turner kurzerhand nach außerhalb. In einer weiteren Situation übersah der Spielleiter ein klares Handspiel der Hausherren im 16er. Doch hätten Freie Turner bei all ihren guten Möglichkeiten nicht mal einen Strafstoß gebraucht.

Damir Vrancic, Benedict Chandra, der eingewechselte Nils Wiese doppelt und auch Gian Luca Evers und Justin Bollonia vergaben mehr oder weniger Großchancen der Marke “mit geschlossenen Augen”. Als Höhepunkt dieser Pechsträhne schoss Fricke aus guter Abschlussposition den einlaufenden Müller an den Kopf. So blieb es beim 0:1 und einer erneuten Niederlage für die Elf aus dem Prinzenpark.

“Wir stehen nicht da wo wir stehen, weil wir vom Gegner dominiert werden, sondern, weil wir die Tore nicht machen”, brach es Rodrigues auf das Grundproblem hinunter. Ihm fehle es im Strafraum dabei manchmal auch an der nötigen Körpersprache. “Am Ende fehlt die Ruhe und nötige Technik im gegnerischen 16er. Uns verlässt nicht der Mut, aber wir müssen noch viel mehr zum Ausdruck bringen: ‘Ich will das Ding jetzt machen!'”

Am kommenden Sonntag (14.00) gastiert Blau-Weiß Tündern im Freie-Turner-Stadion.

Freie Turner: Keul, Hintersdorf, Vrancic, Fricke, Neumann (76. Evers), Chandra, Kunze, Mastel (85. Moslehner), Bollonia, Neudorf (61. Wiese), Müller Trainer: Kosta Rodrigues

Torfolge: 1:0 David Lucic (13.)

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