Grizzlys verlieren Finale: Die Eisbären hatten mit einem starken zweiten Drittel die Nase vorn. Foto: Grizzlys Wolfsburg/City-Press GmbH

Berlin/Wolfsburg. Das Wunder von Wolfsburg ist ausgeträumt. Die Eisbären Berlin gewinnen die 100. Deutsche Meisterschaft. Im dritten und entscheidenden Finalspiel der DEL-Playoffs unterlagen die Grizzlys Wolfsburg bei den Eisbären Berlin mit 1:2 (1:1, 0:1, 0:0). Dabei erzielten beide Teams nach einem blitzstart jeweils einen Treffer und hielten die Partie spannend. Im zweiten Abschnitt wurde Berlin immer stärker und erzielte folgerichtig den nächsten Führungstreffer. Das letzte Drittel lief auf Augenhöhe, doch die Eisbären ließen sich nicht mehr bezwingen.

Letztes Spiel für Likens

Nachdem die Berliner in einem starken Comeback die zweite Partie in der Automobilstadt für sich verbuchen konnten, musste die endgültige Entscheidung um die 100. Deutsche Meisterschaft in der Mercedes Benz Arena in der Bundeshauptstadt fallen. Wolfsburg trat weiterhin mit einem unveränderten Kader an. Für Jeff Likens war es das letzte Spiel seiner Karriere.

Ausgleich nach Blitzstart

Mit Vollgas ging es in das alles entscheidende Spiel. Der erste Angriff gehörte den Grizzlys, die auch gleich beim ersten Versuch Mathias Niederbergers Gehäuse gefährliche nahe kamen. Dabei verneinte dieser einen Versuch von Matti Järivnen (1.). Wirkten die Gäste in den ersten beiden Minuten offensiv stärker, belehrte der Rekordmeister eines Besseren. Nach einem Bully in der Wolfsburger Zone gelangte die Scheibe blitzschnell zu Mark Olver, der links an Dustin Strahlmeier zum 1:0 (2.) einschieben konnte.

Die Antwort ließ nicht lange auf sich warten. Direkt im nächsten Spielzug brachte Valentin Busch das Hartgummi von der blauen Linie auf Mathis Olimb, der von halblinks abzog – 1:1-Ausgleich (3.). Nach einer kurzen Protestphase der Hausherren, nachdem Busch den Pass ohne Helm auf dem Kopf gespielt hatte, ging es schnell weiter. Nun prüften die Eisbären ein weiteres Mal den Wolfsburger Schlussmann.

Weiter ging es rauf und runter, heiße Chancen blieben aber vorerst Mangelware. Die Schwarz-Orangen zeigten sich mit gutem Umschaltspiel und machten es den Berlinern mit gutem Forechecking schwer, in die gefährliche Zone zu kommen. In einer kurzen Druckphase kam man auch offensiv etwas besser zum Zug als der Gegner. Vor Probleme stellte das den Berliner Goalie jedoch nicht (13.).

Eine Schrecksekunde gab es in der 14. Minute, als Garrett Festerling nach einem Check vor der Bank liegen blieb und in die Kabine musste. Kurz darauf kamen die Eisbären erstmals in den Genuss einer Überzahlsituation, doch abgesehen von einer frühen Großchance passierte nicht viel (17.).

Eisbären machen das Spiel und belohnen sich mit Führung

Festerling stand zu Beginn des zweiten Abschnitts nicht mehr im Aufgebot. Auch dort kam der erste Schuss von den Gästen, der Versuch endete aber weit über dem Gehäuse (21.). Im Gegenzug arbeiteten die Berliner daran, ihr Plus an Chancen weiterhin zu erhöhen. Auch ingesamt zeigten sich die Eisbären mit mehr Druck – und belohnten sich folgerichtig. Dabei versuchte sich Kai Wissmann mit dem Bauerntrick, das Spielgerät landete bei Leo Pföderl, der es gegen den chancenlosen Strahlmeier eiskalt zum 2:1 (24.) einschlagen ließ.

Diesmal hatten die Automobilstädter keine Antwort auf der Kelle. Im Gegenteil. Der Torschütze des letzten Führungstreffers ließ es nochmals krachen, doch der Goalie war auf seinem Posten (26.). Die nächste starke Gelegenheit hatte Toto Rech nach einem Bully unmittelbar vor Niederberger, doch der Franzose scheiterte an diesem (28.). Dabei wurde der Grizzly mit dem Stock im Gesicht getroffen, sodass nun die Niedersachsen erstmals ins Powerplay kamen – ohne Erfolg (30.).

Der siebenfache Deutsche Meister blieb weiterhin am Drücker und prüfte Strahlmeier mehrfach. Dem half unter anderem auch das Gestänge hinter ihm (31.). Immer wieder kamen die Eisbären gefährlich in die Wolfsburger Zone. Die hingegen kamen vorne kaum noch zum Zug und taten sich hinten schwer, der Gegner in seinem Spielfluss zu stören. Bis zum Drittelende machte fast nur noch Berlin das Spiel. Zur zweiten Pausensirene musste der nächste Grizzly in die Kühlbox (40.).

Berlin lässt sich nicht bezwingen

Zum letzten Drittel kehrte Garrett Festerling zurück auf die Bank. Im Powerplay ließen die Eisbären die Scheibe zwar gut laufen, erspielten sich aber keine echten Möglichkeiten. Demnach ging es mit unverändertem Spielstand im 5-gegen-5 weiter (42.). Nun lief die Partie rauf und runter ohne dass es zu großen Chancen kam. Das Team mit den sieben Sternen auf der Brust konnte die Souveränität des zweiten Abschnitts zwar nicht mehr auf das Eis bringen, doch auch die Mannschaft von Pat Cortina war weiterhin nicht zwingend genug.

Nun kam der dreifache Vizemeister zu seinem nächsten Überzahlspiel. Das sah zunächst gut aus, doch die Scheibe fand Weg ins Tor nicht (51.). Im Anschluss lief das Spiel weiterhin auf Augenhöhe hin und her. Die Uhr lief allerdings unerbittlich gegen das Team aus dem Allerpark herunter. Das nächste Zittern kam mit der nächsten Möglichkeit von Marcel Noebels im Alleingang, doch Strahlmeier hatte alles im Griff (55.).

So sehr sich die Grizzlys auch bemühten, die Eisbären wollten sich den Titel nicht mehr nehmen lassen. Pat Cortina zog Dustin Strahlmeier zugunsten des Extraattackers sehr spät – ohne Erfolg. Die Eisbären Berlin holte sich die 8. Deutsche Meisterschaft.

Statistik (wird aktualisiert)

Grizzlys Wolfsburg: Strahlmeier – Möser, Bittner – Wurm, Bruggisser – Melchiori, Likens  – Rech, Olimb, Machacek – Furchner, Järvinen, Görtz  – Fauser, Festerling, Jormakka – Hungerecker, Raabe, Busch  – Adam

Torschüsse: 29 – 20

Strafminuten: 4 – 4

Bullys: 38 – 32

Tore: 1:0 (1:49) Mark Olver (Foucault, Fiore), 1:1 (2:14) Mathis Olimb (Busch, Melchiori), 2:1 (23:19) Leonhard Pföderl (Wissmann),

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