Hatte keinen Grund für Kritik an seine Mannschaft: BTSV-Coach Daniel Meyer. Foto: Agentur Hübner/Archiv

Braunschweig. Die Sensation blieb aus, Eintracht Braunschweig ist in der 2. Runde des DFB-Pokals gegen Borussia Dortmund mit 0:2(0:1) ausgeschieden. Enttäuscht war die Mannschaft von Daniel Meyer am Ende aber nur wegen einer Tatsache: Hier wäre mehr drin gewesen.

Da war mehr drin!

Zum Abschluss des Kalenderjahres 2020 hat sich Eintracht Braunschweig noch einmal teuer verkauft und hielt das DFB-Pokalduell mit dem klar favorisierten BVB bis in die Nachspielzeit offen. Naturgemäß war das Spielgerät dabei meist in den Reihen der mit unglaublichen Talenten gespickten Gäste, doch hatten Daniel Meyer und sein Trainerteam ihre Löwen bestens auf den Champions-League-Club vorbereitet.

Nach der letztendlich viel zu hohen 0:3-Pleite gegen Fürth hatte Coach Meyer gleich fünffach rotiert und Nick Proschwitz, Felix Kroos, Manuel Schwenk, Yari Otto und Robin Ziegele auf die Bank beordert. Suleiman Abdullahi, Marcel Bär, Martin Kobylanski, Yassin Ben Ball und Lasse Schlüter rückten dafür in die Startelf einer sehr defensiv eingestellten Eintracht, die von Beginn an sehr diszipliniert die Räume in der eigenen Spielfeldhälfte schloss und Sancho, Brandt und Co. das Leben und die Suche nach der Lücke schwer machte.

Ärgerlich! In der 12. Spielminute war es ausgerechnet ein Freistoß, der keiner war, der die Hausherren ins Hintertreffen führte. Ex-Nationalspieler Mats Hummels erwischte die Eintracht-Defensive quasi im Sekundenschlaf und nutzte die Gunst der Stunde zum Führungstreffer. Sehr viel mehr kam von der Borussia dann aber nicht mehr. Nach einem beinahe fatalen Fehlpass des ansonsten sicheren Jasmin Fejzic semmelte Julian Brandt die Kugel aus bester Position weit und wuchtig über das leere Torgehäuse (22.). Zehn Minuten vor der Pause traf Jude Bellingham noch einmal den Pfosten (34.).

Bär hat den Ausgleich auf dem Fuß

Doch auch die Blau-Gelben wurden mit fortlaufendem Spiel mutiger. Marcel Bär bekam nach einem Zuspiel von Schlüter die erste Möglichkeit, überwand aber nicht BVB-Schlussmann Marwin Hitz (23.). Quasi mit dem Pausenpfiff versagte Schiedsrichter Benjamin Cortus Lasse Schlüter einen Freistoß an der Strafraumkante der Westfalen. Dem war ein tolles Solo des 28-Jährigen vorausgegangen.

Nach der Halbzeitpause fiel den Gästen nicht mehr viel ein. Braunschweig verteidigte beherzt und wartete auf die eine Möglichkeit zum Ausgleich. Die bekamen sie gleich mehrfach. Auch wenn der BVB seinen Weg immer wieder in Strafraumnähe fand, war es erneut Bär, der das 1:1 auf dem Fuß hatte: Hervorragend von Abdullahi in Szene gesetzt knallte der gebürtige Gifhorner den Ball ans Alu (56.). Die Partie blieb bis in die Schlussekunden spannend, Fejzic parierte in der 85. Spielminute einen Vorstoß von Angreifer Steffen Tigges und hielt den Spielausgang weiter offen. Gerade als die Eintracht alles auf eine Karte setzte fand der eingewechsete Marco Reus mit viel Übersicht Sancho, der mit enormem Tempo auch Braunschweigs Schlussmann keine Chance ließ und die Partie mit dem 0:2 entschied.

“Wir haben heute einen guten Pokalfight geliefert“, attestierte Daniel Meyer seiner Mannschaft, die mit großer Moral und erhobenen Hauptes in vier freie Tage gehen kann. „Wir waren bis in die Nachspielzeit in der Lage, nochmal zurückzuschlagen und noch die Sensation zu schaffen und die Begegnung in unsere Richtung kippen zu lassen“, so Meyer. „Insgesamt habe ich einen sehr guten Auftritt meiner Mannschaft gesehen, die zurecht ein stückweit enttäuscht ist, weil sie das Gefühl hat, dass durchaus mehr möglich war heute.“

Eintracht Braunschweig: Fejzic – Schlüter, Nikolaou, Kaufmann (Schwenk, 86.), Wiebe (Ziegele, 72.), Kammerbauer, Wydra, Kobylanski (Otto, 72.), Abdullahi (Proschwitz, 80.), Bär, Ben Balla (Kroos, 80.) Trainer: Daniel Meyer

Borussia Dortmund: Hitz – Morey Bauza (Meunier, 83.), Zagadou, Delaney, Sancho, Guerreiro, Hummels (Akanji, 46.), Brandt (Reus, 63.), Bellingham (Witsel, 75.), Tigges, Reyna (Hazard, 83.) Trainer: Edin Terzic

Torfolge: 0:1 Mats Hummels (12.), 0:2 Jadon Sancho (90.+2)