Der lange Ausfall von Dauerläufer Niko Kijewski setzt die Löwen unter Druck. Foto: Agentur Hübner

Braunschweig. Wer ersetzt Niko Kijewski? Der Dauerläufer der Löwen auf der linken Defensivseite wird aufgrund seines kürzlich erlittenen Kreuzbandrisses in dieser Saison wohl kein Spiel mehr absolvieren. In Deutschland gibt der Pool an derzeit verfügbaren vertragslosen Linksverteidigern nicht viel her. Der Blick ins europäische Ausland wirft zumindest drei geeignete Kandidaten in den Raum: Janick Kamber, Andreas Wittwer und Patrick da Silva.

Kiwi-Verletzung birgt Handlungsbedarf

Löwen-Trainer Daniel Meyer schickte in Spiel eins nach der Kijewski-Verletzung Robin Ziegele auf dessen Position ins Rennen. Die Taktik ging – wie so viele in diesem Derby – nicht auf. Dabei ignorierte Meyer auch den nominellen Linksverteidiger Lasse Schlüter. Dies legt die Vermutung nahe, dass auf dieser Position noch personell nachgebessert werden könnte.

Nach dem Ende des Transferfensters besteht nun die Möglichkeit, vertragslose Spieler an die Oker zu lotsen. Aber: Es sollte zumindest ein Spieler sein, der dem Team sofort helfen kann. Der Ex-Hannoveraner Matthias Ostrzolek wurde gehandelt, fällt nach dieser Bedingung aber raus. Der 30-Jährige ist seit Sommer nicht mehr im Mannschaftstraining und würde seine Zeit benötigen, bis er eine Hilfe sein kann. In Deutschland sucht man derzeit vergebens nach zweitligatauglichen Außenverteidigern. Wir haben uns deshalb mal im Ausland umgesehen und sind auf drei wirklich interessante Personalien gestoßen. 

Zwei Schweizer und ein Däne

Janick Kamber ist bereits seit Mitte August vereinslos. Der ehemalige schweizerische U21-Nationalspieler bringt jedoch einiges an Erfahrung mit, wurde sogar U17-Weltmeister. Ausgebildet in Basel absolvierte der 28 Jahre alte Linksfuß unter anderem 82 Partien (2 Tore) in der Schweizer Super League (1. Liga) und 117 (5 Tore) in der Challenge League (2. Liga). Zuletzt war Kamber bei Neuchâtel Xamax FCS aktiv, wo er im Sommer 2019 laut Transfermarkt.de immerhin 750.000 Euro wert war. In diesem Sommer stieg Xamax ab, Kamber war einer von 20 Abgängen und sucht derzeit einen neuen Club.

Ebenfalls aus der Schweiz stammt Andreas Wittwer. Der aus dem Nachwuchs von Young Boys und FC Thun stammende Wittwer ist mit seinen 30 Lenzen überaus erfahren, absolvierte er doch insgesamt 257 Pflichtspiele in der Super League (11 Tore), 16 Spiele in der Euro League Quali und 6 in der Euro League (1 Tor). Wittwer musste Erstliga-Absteiger Grasshoppers Zürich im Sommer verlassen und wird derzeit unter anderem in Lausanne gehandelt.

Unser dritter Vorschlag ist ein Däne (Papa) mit brasilianischer Mama. Patrick da Silva ist mit 25 Jahren der Jüngste in diesem Trio. Der Linksfuß wurde in Bröndby ausgebildet und spielte bis Anfang Oktober für den norwegischen Erstligisten Lyngby BK, von dem er unlängst freigestellt wurde, um sich einen neuen Verein zu suchen. Führt seine Reise vielleicht nach Deutschland? 

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Karim Jallow legte 21 Punkte auf. Foto: Agentur Hübner

Braunschweig. In buchstäblich letzter Sekunde unterlagen die Basketball Löwen am Freitag ihrem Ligakonkurrenten RASTA Vechte mit 78:79 im ersten von zwei Testspielen an diesem Wochenende. Topscorer Karim Jallow steuerte dabei hervorragende 21 Punkte bei. Vechtas Jordan Barnett traf auf 25. Sonntag letzter Test in Hamburg.

Tief im dritten Viertel

Teil 1 der wochenendlichen Generalprobe war am Freitagnachmittag eine denkbar knappe und intensive Angelegenheit. Vor den Augen von Dennis Schröder zeigten neben Jallow auch Lukas Meisner und Garai Zeeb mit 15 und 12 Zählern eine ansprechende Vorstellung. Vechtas Robin Christen traf aber mit dem letzten Wurf der Partie zum 78:79-Endstand. In dem recht ausgeglichenen Test hatten die Hausherren dagegen gerade in der Schlussphase einige wichtige Freiwürfe liegen lassen.

Foto: Agentur Hübner

Dennis Schröder sah eine enge Begegnung. Foto: Agentur Hübner

„Wenn man sieht, dass wir heute nur 52 Prozent unserer Freiwürfe getroffen haben, obwohl wir in den vorherigen Partien klar bei über 80 Prozent lagen, dann zeigt das, dass wir müde sind”, betonte Löwen-Coach Pete Strobl wenig begeistert und erwartete: “Dass wir uns mental fokussieren.” So ein Spiel habe es dennoch gebraucht. “Wir brauchen so enge Partien, die umkämpft sind, um weiter zu lernen und zu realisieren, wie wichtig jeder Spielzug ist.” Auch das Tief des dritten Viertels sei einer gewissen Müdigkeit geschuldet gewesen.

“Aber Gratulation an Vechta, die am Ende einen schwierigen Wurf zum Sieg getroffen haben. Für uns war das Spiel eine weitere Chance zu wachsen, auch wenn wir es natürlich gewinnen wollten“, so Strobl nach dem Spiel. Am Sonntag geht es zu den Towers nach Hamburg. Neuzugang Bryon Allen wird dann noch nicht dabei sein. Der 28 Jahre alte Neuzugang wird erst in der kommenden Woche in Braunschweig erwartet.

Basketball Löwen: Wank 6, Watkins n.e., Zeeb 12 (5 Assists), van Slooten, Meisner 15, Robinson 9, Mushidi 2, Göttsche n.e., Peterka 9, Roosch n.e., Schilling 4, Jallow 21 (8 Rebounds, 6 Assists, 4 Ballgewinnne). Koné fehlte verletzt.

Foto: Agentur Hübner

Löwen-Headcoach Pete Strobl fordert sein Team auf, sich mental zu fokussieren. Foto: Agentur Hübner

Peter Vollmann hält auch als frisch gebackener Geschäftsführer Sport weiter die Augen nach Verstärkung offen. Grafik: Frank Vollmer

Braunschweig. Das Transferfenster ist geschlossen und Eintracht Braunschweig hat keine Neuzugänge mehr vermeldet. Insbesondere nach der schweren Verletztung von Linksverteidiger Niko Kijewski drückte da doch der Schuh, oder etwa nicht Peter Vollmann?

Traditionell­ – wenngleich in diesem Jahr auch coronabedingt verspätet -­ ging es am letzten Tag des Sommer-Transferfensters, dem sogenannten “Deadline-Day”, hektisch zur Sache. Während einige Ligakonkurrenten in letzter Sekunde neue Spieler unter Vertrag nahmen, entschied sich die Eintracht-Führung gegen Neuverpflichtungen. Der Eindruck: Es war wohl schlichtweg kein Spieler auf dem Markt verfügbar, der den Löwen sofort hätte weiterhelfen können.

Alles halb so wild! Ein Hintertürchen bleibt weiterhin geöffnet, denn noch dürfen vereinslose Spieler verpflichtet werden. Namen wie Matthias Ostrzolek, Alexander Esswein und Collin Quaner geistern durch das Braunschweiger Umfeld (und durch die Fanforen). Alle diese Profis weisen gewiss eine Menge an Erfahrung auf, doch reicht das aus?

Denn: Ein Großteil der vereinslosen Spieler befindet sich seit Monaten nicht mehr im geregelten Mannschaftstraining. Dementsprechend stellt sich auch hier in erster Linie die Frage nach einer möglichen Soforthilfe. Der Löwenkader ist ohnehin bereits ungemein üppig bestückt. In Summe 28 Spieler tummeln sich in der Mannschaft von Trainer Daniel Meyer. Da ist das Zögern der sportlichen Leitung um Peter Vollmann durchaus nachvollziehbar. Der Gechäftsführer Sport hält die Augen mit Sicherheit weiter auf. Zumal auch das Geld an der Hamburger Straße nicht auf der Straße liegt. Und: Wer braucht schon Mitläufer in einem Team, das jetzt eher echte Typen braucht. Und langsam mal drei Punkte. Sonst war der Pokalsieg gegen die Hertha am Ende doch nur Augenwischerei.

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Dies ist ein Kommentar von Frank Vollmer. Die Meinung des Autors entspricht nicht zwingend der Meinung unserer Redaktion.

Karl-Heinz Handschuh war in den heißen 70ern einer der unterschätzten Spieler bei der Eintracht. Foto: Hartmut Neubauer

Braunschweig. Fragt man die Eintracht-Fans, welche Spieler mit ihren Fähigkeiten das Braunschweiger Spiel geprägt haben, fallen viele Namen. Doch es gibt auch ehemalige Akteure, die scheinbar immer wieder untergehen. Dies ist die Geschichte eines Spielers, der zu seiner aktiven Zeit zu den schnellsten, kreativsten und vielzeitigsten Profis gehörte, die in der Bundesliga aufliefen und es trotzdem nie in die Nationalmannschaft schafften. Es ist die Geschichte von Karl-Heinz Handschuh. Von Henrik Stadnischenko.

“Er muss spielen, ansonsten haben wir keine Chance!”

Was ist die größte Anerkennung für einen ehemaligen Fußballprofi? Von den Fans in ihren Gesängen gefeiert zu werden? Sind es die Ex-Mitspieler, die sagten: “Mit ihm hätten wir die Meisterschaft geholt”? Dind es die Worte, die Branko Zebec zu Lebzeiten wählte: „Egal, wo er spielt, er muss spielen, ansonsten haben wir keine Chance“. Oder ist es letztenendes doch die Anerkennung, die man gegenüber sich selbst haben kann, wenn man auf die eigene Karriere zurückblickt und sich sagt: “Der kleine Dorfjunge hat es geschafft.”?

Der VfB Reichenbach in der Region Stuttgart feiert in diesem Jahr sein hundertjähriges Bestehen. Ein Teil seiner Geschichte besteht auch aus Karl-Heinz Handschuh. Jener Spieler, den es über den VfB Reichenbach und den VfB Stuttgart 1974 nach Braunschweig zur Eintracht zog, und über den man nicht genau weiß, welche Rolle er im Spiel einnahm. Linksaußen, Spielmacher, Mittelstürmer. Was war er denn nun?

„Eigentlich wollte ich immer Libero spielen, aber irgendwann habe ich gemerkt, dass ich als Libero keine Tore schießen und vor allem nicht Tore auflegen kann. Mein Offensivdrang hat mein Spiel stets geprägt. Egal, wo mich die Trainer aufstellten, ich habe den Abschluss zum Tor gesucht“, erklärt der mittlerweile 72-Jährige, dessen Tore und Vorlagen mitunter dafür sorgten, dass Mitte der Siebziger Jahre die Braunschweiger Eintracht zu den stärksten Bundesligamannschaften gehörte.

“Du unterschreibst bloß nicht in Berlin!”

Dabei wäre es um Haaresbreite gar nicht zum Wechsel in die Löwenstadt gekommen. Der Mittelfeldspieler trainierte im Sommer 1974 zur Probe bei Tennis Borussia Berlin mit. TeBe Berlin war damals, wie die Eintracht, in die Bundesliga aufgestiegen. Die Berliner wollten im Fußball-Oberhaus groß angreifen und verpflichteten zuvor bereits Italien-Legionär Karl-Heinz Schnellinger.

Dass es Handschuh Schnellinger nicht gleichmachte und bei den Berlinern unterschrieb, erklärt Handschuh mit einem ‚telefonischen Mitternachtsgespenst‘: „Meine Frau und ich weilten für Verhandlungen mit TeBe in einem Hotel in West-Berlin. Am nächsten Tag sollte ich eigentlich unterschreiben, als kurz vor Mitternacht das Telefon klingelte. Man erschreckt sich, wenn um 0 Uhr das Telefon klingelt, und noch mehr, wenn dann Branko Zebec am anderen Ende dran ist. Das erste, was Zebec sagte, war: ‘Du unterschreibst bloß nicht in Berlin, sondern kommst zu uns nach Braunschweig’. Ich fragte ihn, woher er wisse, dass mich TeBe verpflichten wolle, denn das wussten wirklich nur eine Handvoll Menschen. Daraufhin erwiderte Zebec in seinem markanten Ton: ‘Ich weiß alles, und Espanyol Barcelona sagst du auch gleich ab, das Geld kriegst du nie aus dem Land’.”

“Wenn Zebec so mit dir redet, tust du lieber das, was er dir sagt“, erklärt Handschuh heute lachend. Die jugoslawische Trainerlegende und der pfeilschnelle Charly, der die 100 Meter in 11 Sekunden lief, kannten sich bereits aus ihrer gemeinsamen Zeit beim VfB Stuttgart. „Ich wusste natürlich, was Zebec von mir erwartet und, dass er auf mich setzt. Genauso wusste ich aber auch, er wird mich im Training genauso hart rannehmen, wie jeden anderen Eintracht-Spieler. Man muss dazu sagen, dass der Zusammenhalt innerhalb der Mannschaft das harte Training wieder ausgeglichen hat. Man kann es sich nicht vorstellen, aber wir sind mehrmals in der Woche mit der gesamten Truppe Essen gegangen und keiner hat sich dagegen gewehrt oder gesagt ‚Ich habe keine Lust‘.”

Die Stimmung in- und außerhalb der Kabine sei fantastisch gewesen: “Die Worte Harmonie und Familie beschreiben nicht nur den Kader, sondern auch das gesamte Umfeld. Selbst wenn wir Spiele verloren, waren die Fans fair gegenüber uns. Ich habe erlebt, dass wir bei Rückständen eher angefeuert als ausgepfiffen wurden, und wenn zehntausende Menschen ‘Eintracht, Eintracht, Eintracht’ rufen, dann pusht es dich ungemein nach vorne. Ich kann mich an keine schlechten Momente erinnern“, sagt Handschuh voller Stolz.

Bezirksmeister in der A-Jugend 1965: Karl-Heinz Handschuh (vorne rechts). Foto: privat

Deutscher Beinahe-Meister 1977

Wirklich nicht, fragen wir nach? „Naja“, schießt es aus dem 72-Jährigen heraus, „Es gibt ein, zwei Dinge, die ich eigentlich verdrängt habe.“ Gemeinsam blicken wir auf die Spielzeit 1976/77 zurück. In jener Saison verpasst es der BTSV zum zweiten Mal, Deutscher Meister zu werden. Am Ende fehlen zwei Punkte, um ganz oben zu stehen. Vom Schicksalsspiel sprechen viele Fans im Zusammenhang mit der 0:1-Niederlage gegen den SV Werder Bremen.

Doch die ehemaligen Spieler sind sich fast einig: Die Meisterschaft wurde auch am 18. Spieltag in der 77. Spielminute in der Partie zwischen Eintracht Frankfurt und Eintracht Braunschweig entschieden. Die Braunschweiger liegen chancenlos mit 0:3 zurück, als Wolfgang Kraus Karl-Heinz Handschuh sehr unsanft von den Beinen holt und eine Verletzung seines Gegenspielers provoziert. Als Schiedsrichter Wolf-Dieter Ahlenfelder sich zu Kraus und Handschuh umdreht, liegt nicht mehr der Braunschweiger am Boden, sondern der Frankfurter. Nach kurzer Rücksprache mit dem Linienrichter zückt der Schiedsrichter die Rote Karte und stellt Handschuh vom Platz. Die Begründung: Handschuh hätte Kraus gewürgt und zu Boden gestoßen.

Der Würgeskandal

Was wirklich passiert ist, bleibt lange im Verborgenen. Die Hintergründe dieses Falls wirken extrem abstrus. Bereits nach dem Spiel gibt Handschuh Interviews, in denen er sagt, er hätte keine Tätlichkeit begangen. Tage nach dem Spiel kommt es zum Telefonat zwischen Kraus und Handschuh. Im Gespräch entschuldigt sich Kraus für die schauspielerische Einlage und versichert Handschuh, beim DFB-Sportgericht alles aufklären und für den Rotsünder aussagen zu wollen. „Ich erinnere mich noch an den Verhandlungstag in Frankfurt, als wir Wolfgang Kraus zunächst nicht in das Gerichtsgebäude gehen sehen haben, sondern in die Geschäftsstelle von Eintracht Frankfurt. Ich habe mir dabei nichts gedacht, weil ich sein Wort hatte und wusste, die Wahrheit kommt ans Licht.“

Doch sie kam nicht ans Licht. „Als Wolfgang Kraus die ersten Sätze sagte, fiel ich vom Glauben ab. Er sagte: ‘Karl-Heinz Handschuh hat mich gewürgt und zu Boden gestoßen. Mehr will ich dazu nicht sagen’. Ich schrie ihn an und fragte ihn, ob er mich verarschen wolle und welches Schmierentheater hier aufgeführt werde“, so Handschuh.

Am Ende wurde er zu acht Spielen Sperre verurteilt. Ein herber Rückschlag für das Team von Branko Zebec, welches sich, ohne Handschuh, in der Abschlusstabelle mit Platz 3 zufriedengeben muss. „Es gibt keine Worte oder Sätze für diese Enttäuschung. Ob wir wirklich Meister geworden wären? Man weiß es nicht. Aber dass ich in der Endphase nicht dabei sein konnte, ärgert mich heute immer noch. Vielleicht hätte ich in einem Spiel eine Vorlage oder ein Tor dazu beisteuern können und die zwei Punkte Rückstand hätte es gar nicht gegeben“, erklärt Handschuh, dem man die Enttäuschung auch noch heute anmerkt.

Besonders bitter: Jahre später erzählt Wolfgang Kraus im Kreis von Bayern-Spielern, es wäre nie zu dieser Tätlichkeit gekommen und er hätte einen großen Fehler begangen. „Ich wusste immer, die Wahrheit siegt, aber an jenem Tag im Gericht ist für mich der Traum zusammengebrochen, dass es im Fußball fair und gerecht zugeht. Ich würde sogar so weit gehen und sagen, dass irgendwelche Personen es mit aller Macht verhindern wollten, das Eintracht Braunschweig Deutscher Meister wird“, betont der 72-Jährige.

Nach der großen Enttäuschung folgen ein Jahr später die großen Spiele im UEFA-Cup gegen Dynamo Kiew und IK Start Kristiansand, bevor man gegen den späteren Cup-Sieger PSV Eindhoven ausscheidet. Gegen Kristiansand steuert Handschuh einen Treffer selbst bei.

Handschuh wurde mit Eintracht Braunschweig beinahe zum zweiten Mal Deutscher Meister. Ein kleiner Skandal verhinderte dies. Foto: privat

“Maslo war der schlechteste Trainer, den ich erlebt habe!”

Eher unschön endete dann das Kapitel Handschuh und Eintracht Braunschweig: In der Rückrunde der Abstiegssaison 1979/1980 setzt Trainer Uli Maslo immer weniger auf den Außenbahn-Flitzer. Gerüchten zufolge hätte sich Handschuh mit Maslo überworfen. „Uli Maslo war der schlechteste Trainer, den ich in meiner Karriere erlebt habe.“ Rums! „Er stellte von heute auf morgen den Trainingsplan um. Er stellte die Taktik um. Ich sagte ihm noch in der Hinrunde, wenn wir so weitermachen, spielen wir gegen den Abstieg. Daraufhin bekam ich zu hören, ich hätte keine Ahnung, solle mich mehr auf das Spiel konzentrieren und er hätte die Trainerausbildung genossen und nicht ich. Auf uns Spieler ist er nicht eingegangen und sagte nur, er wolle keine Widerworte und er sei der Trainer.

Ein Branko Zebec duldete auch keine Wiederworte, aber er machte sich Gedanken darüber, wenn wir ihm sachlich Verbesserungsvorschläge machten. Die Causa Maslo schaukelte sich soweit hoch, dass ich irgendwann, ohne mich warm zumachen, ins Spiel musste und er so eine Muskelverletzung von mir provozierte. Daraufhin teilte ich dem Vorstand mit, wenn Uli Maslo Trainer bleibt, werde ich meinen Vertrag nicht verlängern“.

Charly der Unvollendete?

So kam es dann auch: Nach fast 200 Partien für die Eintracht verließ Karl-Heinz Handschuh 1980 die Löwenstadt. „Ich hätte der Eintracht und den Fans gerne einen Titel geschenkt, weil wir unfassbar viel Unterstützung erfahren haben. Wir hatten tolle Spiele in der Bundesliga und im UEFA-Cup. Leider hat es nicht geklappt. Ich habe mit unglaublich tollen Spielern zusammenspielen dürfen, die fußballerisch wie menschlich zu den besten im Fußball gehörten. Das bleibt am Ende für mich stehen“, macht der Ex-Löwe unmissverständlich klar. Für uns bleibt am Ende nicht Charly der Unvollendete stehen, sondern Charly der Pfeilschnelle.

Salzgitter. Während der Spielbetrieb der Deutschen Eishockeyliga (DEL) noch immer in Gefahr ist, konnte die Regionalliga Nord nun Nägel mit Köpfen machen. Die Nordgruppe der vierthöchsten deutschen Spielklasse startet ihre Spielzeit am 6. November. Darauf einigten sich die Teamchefs der acht teilnehmenden Mannschaften gemeinsam mit Ligenleiter Götz Neumann und Verbandspräsident Jochen Schierbaum in einer finalen Online-Ligentagung am gestrigen Freitag.

Doppelrunde ohne Playoffs

Eine Änderung wird es beim Spielmodus geben. Dieser wird aus einer Doppelrunde ohne Playoffs bestehen. Damit kommt jede Mannschaft gegen jeden Konkurrenten auf vier Begegnungen, insgesamt 28 Spiele pro Tem. Die am Ende der Hauptrunde puntkbeste Mannschaft wird zum Meister erkoren. Der Hintergund dieser Entscheidung liegt in der Möglichkeit, sich den Monat März für eventuelle Nachholspiele freizuhalten, sollte es zu coronabedingten Spielausfällen kommen.

Großer Zusammenhalt

Bei den TAG Salzgitter Icefighters zeigte man sich sehr glücklich mit den Ergebnissen der Tagung. “Es waren sehr gute Gespäche und uns ist allen klar, dass es eine schwierige Saison wird. Wir werden aufgrund der Pandemie sicherlich nicht alles zu einhundert Prozent planen können und alle Beteiligten sind sich auch im klaren darüber, dass jeder flexibel sein muss”, sagt Radek Vit, Sportlicher Leiter und Cheftrainer der Stahlstädter, im Anschluss der Sitzung. “Das Wichtigste ist aber der Wille, miteinander eine erfolgreiche Saison zu gestalten, dass die Hygienekonzepte greifen und dass wir versuchen werden, die Spielzeit so ablaufen zu lassen, dass für niemanden Nachteile entstehen. Darüber sind wir uns alle einig. Es findet gerade ein großer Zusammenhalt statt und wir freuen uns alle darauf zu spielen”, freut sich der Ex-DEL-Spieler.

“Natürlich kann es passieren, dass am Ende der Saison nicht unbedingt die sportlich beste Mannschaft oben steht, falls beispielsweise ein Team wegen Coronafällen den Spielbetrieb unterbrechen oder einstellen muss. Das ist aber nicht so wichtig. Das Fortbestehen der Liga insgesamt ist das Wichtigste!”, betont der Coach. Einen Absteiger wird es nicht geben. Das Ziel ist es nach wie vor, die Liga auf zehn Mannschaften aufzufüllen. Der Aufstieg in die Oberliga ist theoretisch möglich, nach aktuellem Stand der Dinge für die meisten Teams jedoch ein zu großer finanzieller Sprung.

Teilnehmerfeld

Abgesehen von Aufsteiger Timmendorfer Strand und dem Rückzug der Corocodiles 1b, ist die Liga nahezu unverändert gegenüber der vergangenen Spielzeit. Der Adendorfer EC, der aufgrund von Problemen mit der Spielstätte ein Jahr aussetzen musste, ist nun wieder am Start. Damit sieht die Liga wie folgt aus:

EC Harzer Falken (Meister)
ECW Sande
TAG Salzgitter Icefighters
Hamburger SV
Weserstars Bremen
TuS Harsefeld Tigers
CE Timmendorfer Strand (Aufsteiger)

Vier Wochen Eistraining und mindestens zwei Testspiele

So schwierig die Situation um die Problematik der Covid19-Pandemie ist, sieht Vit dennoch das Psoitive: “Wir haben aufgrund des verspäteten Saisonstarts immerhin den Vorteil, dass wir dieses Jahr rund vier Wochen regelmäßig auf dem Eis trainieren können bevor es los geht.” In der Regel wird das Eis in der Eissporthalle am Salzgittersee Anfang Oktober hochgefahren, während die Saison dann normalerweise eine knappe Woche später startet. Dafür musste in diesem Jahr auf auswärtige Trainingslager verzichtet werden. Allerdings stehen auch mindestens zwei Testspiele auf dem Programm. Am 23. Oktober treten die Salzgitteraner beim Oberligisten Herforder EV an. Die Terminierung des Rückspiels steht noch nicht fest.