Trainer Andreas Dolge ist trotz der niedrigen Platzierung auf dem Feld mit der Saison zufrieden. Video: Jens Bartels

Trainer Andreas Dolge ist trotz der niedrigen Platzierung auf dem Feld mit der Saison zufrieden. Video: Jens Bartels

Braunschweig. Eintracht Braunschweigs Hockeyfrauen haben erst kürzlich eine schwierige Hinrunde auf dem Feld hinter sich gebracht. Mangelnde Trainings- und Spielpraxis aufgrund der Corona-Situation waren für das Team von Trainer Andreas Dolge eine echte Herausforderung. Nun geht es ab dem 27. November wieder in die Halle, wo man auf eine weiterhin gute Entwicklung blickt. Wir hatten den Coach vor der Kamera.

Dolge zieht positives Fazit

Keine Hallensaison, keine Rückrunde auf dem Feld und nur eine Partie in der Aufstiegsrunde zur 1. Bundesliga – So sah der Verlauf in diesem Jahr für die Löwinnen aus. Neben der fehlenden Praxis sahen sich die Blau-Gelben auch mit diversen Langzeitausfällen konfrontiert. Dennoch zieht Dolge ein positives Fazit und eine gute Entwicklung seines jungen Teams. Die soll nun in der Halle fortgesetzt werden.

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Für die Eintracht-Frauen ging es bereits vor der Partie um nichts mehr. Foto: Frank Vollmer/Archiv

Krefeld/Braunschweig. Mit einer 0:1 (0:0)-Niederlage beendet Eintracht Braunschweigs Frauenmannschaft die Rückrunde der 2. Bundesliga auf dem Feld. Sportlich ging es für die Blau-Gelben um nichts mehr. Bereits am letzten Spieltag zogen die Löwenstädterinnen auf Rang drei platziert in die Aufstiegsrunde zur 1. Bundesliga ein.

Tinius und Judisch füllen Kader auf

Dabei war das Team von Trainer Andreas Dolge komplett ohne Jugendspielerinnen angereist, da sich diese bei den Nordostdeutschen Meisterschaften befanden. Aufgefüllt wurde der Kader mit Majandra Tinius, die lange Zeit an einer Knieverletzung operierte, und Rebecca Judisch, die viele Jahre Bundesliga spielte, mittlerweile jedoch für die 2. Damen an den Start geht.

„Kein Top Spiel“

„Da die Aufstiegsrunde für uns schon sicher war, hat man bemerkt, dass die Motivation diesmal vielleicht nicht so zu einhundert Prozent vorhanden war. Für Krefeld ging es noch um die Aufstiegsrunde, aber dennoch war es von beiden Teams kein Top Spiel. Viele Ballverluste, kaum Torchancen und viel Geplänkel im Mittelfeld. Uns fehlte der Zug im Pressing, wir haben unfassbar viele Zweikämpfe verloren. Es wäre eigentlich ein klassisches 0:0 gewesen, aber im letzten Viertel gelang den Krefelderinnen dann doch noch der Siegtreffer. Durch den dezimierten Kader hatten wir es konditionell allerdings auch etwas schwerer und sind viel dem Ball hintergelaufen“, lautete Mannschaftskapitänin Anna Krauses Fazit nach dem Spiel.

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Der dritte Platz in der 2. Bundesliga Nord ist den Eintracht Hockeyfrauen nicht mehr zu nehmen. Foto: Frank Vollmer/Archiv

Braunschweig. Eintracht Braunschweigs Hockeyfrauen haben die Qualifikation für die Aufstiegsrunde zur 1. Bundesliga erreicht. Auch wenn punktetechnisch mehr auf dem Plan stand, reichte dem Team von Andreas Dolge nach dem sicheren 3:1 (1:1)-Sieg gegen Blau Weiß Köln am Samstag, ein 2:2 (1:1)-Remis gegen den Bonner THV am Sonntag.

„Wir wollten am letzten Heimspielwochenende eigentlich sechs Punkte holen, sind aber leider mit einem Sieg und einem Unentschieden hinter den eigenen Erwartungen geblieben. Wir haben uns durch die vier Punkte dennoch schon vor dem letzten Spieltag einen Platz unter den ersten fünf gesichert und sind somit nächstes Jahr in der Aufstiegsrunde. Das ist erst einmal die Hauptsache!“, freute sich Mannschaftskapitänin Anna Krause, die auch in der Tor-Statistik einen Anteil am Erfolg gegen die Rheinländerinnen hatte.

Blitzstart mit früher Führung

Wie unter der Leitung von Trainer Andreas Dolge gewohnt, starteten die Blau-Gelben mit viel Offensivfeuer in die Partie gegen Köln und belohnten sich in Minute sechs durch das 1:0 von Emily Vysoudil. Die Führung währte bis kurz vor der Halbzeitpause, als die Blau-Weißen den Spielstand mit dem ersten wirklich gefährlichen Angriff egalisierten. „Wir haben extrem viel Druck ausgeübt, aber leider – mal wieder – den Faden verloren. So konnte Köln aus dem ersten Ball, der überhaupt in unseren Schusskreis kam, das Gegentor machen“, sagte Krause.

„Für echt gute Leistung belohnt“

In der zweiten Hälfte ging es Weile hin und her, beide Torhüterinnen bestachen durch starke Paraden, während sich die Gastgeberinnen etwas nachlässig im Abschluss zeigten. Mit fortlaufender Uhr fanden die Löwenstädterinnen wieder ihre Linie und beseitigten mit den Toren von Anna Krause (39.) und Fenja-Sophie Rees (50.) letzte Zweifel an einem am Ende doch sicheren Sieg. „Im Gegensatz zum letzten Wochenende haben wir uns dieses Mal für eine echt gute Leistung belohnt! Wir sind ruhig geblieben und waren bis zum Ende die spielbestimmende Mannschaft“, betonte die Torschützin des 2:1-Treffers.

Neuling Hirschler rettet den Punkt

Am Sonntag sahen die Zuschauer ein anderes Spiel. Zwar fiel auch hier der Führungstreffer, diesmal durch Luisa Hohenhövel (5.), sehr schnell, doch die Freude währte nicht lange. Noch im selben Viertel glichen die Gäste aus (14.). In der Folge hielt Torfrau Victoria Wiedermann ihre Mannschaft mit starken Paraden mehrmals in der Partie. Dennoch drehten die Bonnerinnen in der zweiten Halbzeit zwischenzeitlich das Spiel (41.). Erst kurz vor Schluss rettete Lydia Hirschler mit dem 2:2 (57.) in ihrem ersten Bundesligaspiel den wichtigen Punkt für ihre Mannschaft.

„Gute Entwicklung“

„Wir waren sowohl offensiv als auch defensiv immer einen Schritt zu spät. Da hat uns Vicky im Tor zeitweise echt den Hintern gerettet. Sehr positiv hervorzuheben ist allerdings, dass wir trotz des schlechten Spiels einen Punkt geholt haben – das ist eine gute Entwicklung. Wir punkten eben trotz Mist am Schläger und verlieren solche Spiele nicht mehr. Besonders freue ich mich darüber, dass Lydia Hirschler in ihrem ersten Spiel ein so wichtiges Tor erzielen konnte“, so die erfahrene Spielerin.

Vor dem letzten Spieltag am kommenden Sonntag um 15 Uhr beim Crefelder HTC ist Eintracht Braunschweig der dritte Platz in der 2. Bundesliga Nord nicht mehr zu nehmen.

Tore Eintracht – Blau Weiß Köln: 1:0 Emily Vysoudil (6.), 1:1 Lucia Fafian Stark (27.), 2:1 Anna Krause (39.), 3:1 Fenja-Sophie Rees (50.)

Tore Eintracht – Bonner THV: 1:0 Luisa Hohenhövel (5.), 1:1 Maria Esser (E, 14.), 1:2 Emilia Adragna (41.), 2:2 Lydia Hirschler (57.)

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Gegen Klipper waren Tore Fehlanzeige. Foto: Agentur Hübner/Archiv

Braunschweig. Keine Tore in der Partie gegen Klipper THC Hamburg am Samstag und ein 2:2 (1:2) gegen die TG Heimfeld am Sonntag. So lautet die Bilanz des Doppelheimspieltages der Eintracht Hockeyfrauen vom Wochenende. Dennoch verteidigt das Team von Trainer Andreas Dolge Rang drei in der Tabelle der 2. Bundesliga Nord.

Torlos trotz Plus an Strafecken

Es war ein Spiel der Torhüterinnen gegen das Team aus der Hansestadt. Zwischenzeitlich zeigte Dolges Team durchaus Druck, war mit mehr Ballbesitz die spielbestimmendere Mannschaft und verbuchte auch ein Plus an Strafecken, doch die Kugel wollte einfach nicht über die Linie. Den Gästen ging es ähnlich, selbst drei kurze Ecken nach Ende der Spielzeit brachten den Hamburgerinnen keinen zählbaren Erfolg.

Tore Eintracht – Klipper THC Hamburg: Fehlanzeige

Vysoudil rettet kurz vor Schluss einen Punkt

Ganz anders sah es am Sonntag aus. Sehr torgefährlich startete das gastgebende Team in das Duell mit dem Verfolger um Platz drei. Fenja Rees brachte die Blau-Gelben früh in Führung (5.) und machte damit Hoffnung auf mehr. Doch der Offensivlauf hielt nur bis zum Ende des ersten Viertels an. Die Heimfelderinnen übernahmen noch vor dem Ende der ersten 15 Minuten immer mehr die Kontrolle über das Spiel und belohnten sich folgerichtig mit dem Ausgleich (12.). Das Spiel kippte zugunsten der Gäste, die kurz vor dem Halbzeitpfiff auf 1:2 (27.) stellten. Nach der Pause fingen sich die Gastgeberinnen wieder, traten deutlich strukturierter auf und erspielten sich wieder mehrere Möglichkeiten. Im letzten Viertel brannte der Braunschweiger Angriff auf den Ausgleich, doch wie tags zuvor wollte der Ball nicht im Netz landen. Erst drei Minuten vor Schluss erlöste Emily Vysoudil ihre Mannschaft und rettete mit dem 2:2 (57.) einen wichtigen Punkt.

„Waren spielerisch besser!“

„In beiden Spielen wäre mehr drin gewesen, denn spielerisch waren wir in beiden Partien die bessere Mannschaft! Besonders am Samstag haben wir unsere große Stärke, das Pressing, nicht gut ausspielen können. Klipper hat viel aus der Abwehr heraus geschlenzt und dadurch sehr destruktiv gespielt. So hatten wir zwangsläufig mehr Ballbesitz, konnten aber auch in den acht Strafecken leider nichts zählbares herausholen. Am Sonntag dachte nach dem schnellen Torerfolg niemand, dass es nochmal eng werden könnte. Durch zwei Anspiele in den Kreis wurde unsere Defensive kalt erwischt und wir gingen mit Rückstand in die Pause. Wir haben danach zwar weiter Druck gemacht und uns viele Chancen erarbeitet, aber es hat nur für ein 2:2 gereicht. In dieser Woche müssen wir definitiv an unserer Effektivität und der Chancenverwertung arbeiten“, resümierte Kapitänin Anna Krause nach dem Wochenende.

Tore Eintracht – TG Heimfeld: 1:0 Fenja Rees (5.), 1:1 Katja Paul (12.), 1:2 Annika Ruef (27.), 2:2 Emely Vysoudil (57.)

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Das Ziel sind die Top 5 der Liga, um sich für die Aufstiegsrunde zu qualifizieren. Foto: Jens Bartels/Archiv

Braunschweig. Vor genau einem Monat starteten Eintracht Braunschweigs Hockeydamen in die Rückrunde der 2. Bundesliga. Aktuell rangiert die Mannschaft von Andreas Dolge auf Platz drei der Nordgruppe und ist damit vorerst im Soll. abseits.tv sprach mit Kapitänin Anna Krause über den Stand der Dinge.

Anderer Spielmodus

Auch für die Frauenmannschaft von Eintracht Braunschweig verläuft der Spielbetrieb coronabedingt nicht wie gewohnt. Die Rückrunde, die normalerweise ab April stattfindet, läuft erst seit Anfang September – hier hätte eigentlich bereits die nächste Hinrunde begonnen. Um in der Zeit nach der Corona-Pandemie wieder zum normalen Turnus zurückkehren zu können, wurde in dieser Saison der Spielmodus geändert. So schließt sich an die Rückrunde für die ersten fünf der Schlusstabelle eine Auf- und für die letzten fünf eine Abstiegsrunde an.

„Jeder kann jeden schlagen“

„Natürlich war und ist es unser Saisonziel, zu den ersten fünf zu gehören“, betont Krause. Mit insgesamt 21 Zählern steht man auf Rang drei, allerdings mit nur zwei Punkten Vorsprung vor dem Bonner THV und der TG Heimfeld – das Tabellenmittelfeld liegt eng beeinander. „In dieser Liga kann jeder jeden schlagen. Am letzten Samstag haben wir Bremen geschlagen, tags darauf haben wir unglücklich gegen Polo verloren. Es kommt in dieser Saison viel auf die Tagesform an“, so die Kapitänin weiter. Der Bremer HC belegt aktuell Platz zwei und hat momentan elf Punkte Vorsprung vor den Blau-Gelben, der Hamburger Polo Club liegt mit 18 Zählern auf Rang sieben. Zu den Teams, die eher schwer zu schlagen sind, gehört der Club Raffelberg, mit fünf Punkten Vorsprung auf Bremen unangefochten an der Spitze der Liga. „Gegen Raffelberg merkt man, dass die spielerisch stärker sind und wirklich Ambitionen für die 1. Liga haben. Andererseits wird es in der Aufstiegsrunde so sein, dass jede Mannschaft noch zweimal gegen jede andere Mannschaft spielt. Da sind also noch eine Menge Punkte zu vergeben.“

Neuer Trainer mit anderer Philosophie

Nicht mehr ganz neu an der Seitenlinie ist Trainer Andreas Dolge, der im Vorjahr das Amt von Carsten Alisch übernahm. In der abgelaufenen Spielzeit entging die Eintracht relativ knapp dem Abstieg, nun läuft es wieder besser. „Mit Andreas ist es ein Unterschied wie Tag und Nacht. Carsten legte viel Wert auf die Defensive und sagte immer ‚Lieber ein Tor weniger kassieren als die anderen‘. Andreas‘ Konzept ist hingegen sehr offensiv ausgelegt und da lautet die Marschroute eher ein Tor mehr zu schießen als der Gegner“, lacht die Spielerin und fährt fort: „Es ist auf jeden Fall für die erfahrenen Spielerinnen einen Umstellung. Auch für mich, ich habe 12 Jahre mit Carsten trainiert!“

„Wir müssen nicht, aber wir können“

Das Konzept scheint dennoch zu funkionieren und so scheint es, als könne Dolge an die erfolgreichen Jahre unter Alisch anschließen. „Es weht auf jeden Fall ein frischer Wind und es ist auch wirklich gut angelaufen. Unsere Situation ist gerade recht luxeriös: Wir müssen nicht, aber wir können auf jeden Fall versuchen oben mitzumischen“, schließt Krause.

Am kommenden Wochenende empfangen die Löwenstädterinnen Klipper THC Hamburg am Samstag um 14 Uhr und die TG Heimfeld am Sonntag um 12 Uhr auf dem Kunstrasenplatz in der Guntherstraße.