Amateursport wie er unterschiedlicher nicht sein kann: Volker Mudrow vom MTV Braunschweig und Radek Vit von den TAG Salzgitter Icefighters blicken auf völlig unterschiedliche Spielzeiten zurück. Fotos: Jens Bartels

Braunschweig/Salzgitter. Während der Profisport durchweg seinen Ligabetrieb durchführen darf, sah und sieht es im Amateursport ganz anders und vor allem unterschiedlich aus. Während die Handballer des MTV Braunschweig bis vor kurzem noch um den Aufstieg in die 2. Bundesliga spielten, herrscht bei den TAG Salzgitter Icefighters nahezu Stillstand. abseits.tv sprach mit den Trainern über den Stand der Dinge.

Handballer von Covid gestoppt – Eishockeycracks setzten eine Saison aus

Für das Mudrow-Team, welches erst wieder in die 3. Liga aufgestiegen war, hätte der Traum vom Durchmarsch wahr werden können. Ein positiver Corona-Test, machte diesem jedoch ein jähes Ende. Immerhin durfte man überhaupt spielen. Bei den Kufenflitzern vom Salzgittersee sah das ganz anders aus. Deren letzter Pflichtauftritt auf dem Eis liegt – bedingt durch die Pandemie – nun mehr als ein Jahr zurück.

Mit vier Treffern bester Braunschweiger an der Spree: Marco Karaula. Foto: Reinelt/PresseBlen.de/Archiv

Berlin/Braunschweig. Jetzt hat es Aufsteiger MTV Braunschweig doch erwischt! Am Samstag kassierte die Mannschaft von Volker Mudrow bei der Reserve der Reinickendorfer Füchse mit 25:26(14:17) die Saisonpleite. Die knappe Niederlage fiel vor allem in die Kategorie “unnötig”.

Durchwachsene erste Halbzeit

Im Grunde konnte Volker Mudrow seinen Jungs nach Spielende keinen Vorwurf machen. “Wir haben in der zweiten Halbzeit gut gespielt, haben dann aber leider unseren Faden verloren”, analysierte der 51-Jährige den Knackpunkt dieses Spiels.

Nichtsdestotrotz war den Gästen aus der Löwenstadt im Sportforum Höhenschönhausen schon im ersten Durchgang eine gewisse Aggressivität in der Defensivarbeit abgegangen, welche die Hauptstädter vor handgezählten 18 Zuschauern eiskalt zu nutzen wussten. Vorne sorgte ein gut aufgelegter Marko Karaula für 4 der 14 Tore in den ersten 30 Minuten. Doch lagen die Mudrow-Jungs nach deren Ablauf mit drei Toren hinten.

Spät das Spiel aus der Hand gegeben

Engere Deckungsarbeit war das Kabinenthema bei den Gästen, die mit Schwung aus der Pause kamen und binnen vier Minuten auf 18:18 pari stellten. Marc Godon gelang gar die Führung für die Braunschweiger zum 18:19 aus Sicht der Hausherren (37:13). Langsam setzten sich die Roten Löwen ab und es roch schon verdächtig nach dem vierten Erfolg dieser Saison. Beim 22:25 aus Berliner Sicht riss fünf Minuten vor Spielende jedoch ohne Vorwarnung der Spielfaden. Die Gäste verschoben hinten zu behäbig und eine Zweiminutenstrafe für Kreisläufer Niklas Wolters half den Jungfüchsen ebenfalls.

80 Sekunden vor dem Ende glichen die über Matthes Langhoff zum 25:25 aus. Und es kam noch dicker. Wie schon gegen Barmbek hatte Vlatko Ranogajec den entscheidenden Wurf in der Hand. Diesmal warf der 26-Jährige von rechts minimal daneben. Im Gegenzug machte Langhoff sieben Sekunden vor Ablauf der Zeit mit seinem zweiten Tor des Abends den Berliner Sieg greifbar. Marc Godon bekam per Freiwurf noch eine letzte Möglichkeit, doch Berlins Schlussmann war auf dem Posten.

Als Zwischenfazit steht nach sechs Spieltagen immer noch ein hervorragender 6. Tabellenplatz zubuche. Am Freitagabend (20.00) empfängt der MTV in der “Alten Waage” den TSV Altenholz.

MTV Braunschweig: Kominek, Panzer, Suilmann, Karaula 4 (2/3), Godon 3, Mühlenbruch 1, Jo. Krause, Niklas Wolters 2, Ph. Krause 3, Dedering, Pavlovic, Pieres 2, Giese 3, Schmidt, Ranogajec 3 Trainer: Volker Mudrow.

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Hellwach bis in die Schlusssekunden: Vlatko Ranogajec sorgte für das nicht mehr für möglich gehaltene 27:27. Foto: Reinelt/PresseBlen.de/Archiv

Braunschweig. Das zweite Saison-Heimspiel des MTV Braunschweig wurde am vergangenen Wochenende nicht nur aufgrund einiger fragwürdiger Schiedsrichterentscheidungen zur nervlichen Belastungsprobe für die Mudrow-Jungs. Dass es am Ende gegen  Hamburg Barmbek zum 27:27-Punktgewinn reichte, lag dabei auch an den überragenden Bela Pieles und Vlatko Ranogajec. 

Fragwürdige Spielleitung bringt die Halle auf

Schon der Beginn der Partie gestaltete sich vor 220 Zuschauern in der Alten Waage schwierig für die Gastgeber. Während die Hanseaten mit sieben Feldspielern agierten, vermochte der MTV mithilfe einiger Tempogegenstöße schnell mit drei Toren in Führung zu gehen, bevor das Spiel sich immer zerfahrener gestaltete. Fragwürdige Schiedsrichterentscheidungen wurden mehr und mehr ein Thema in diesem Spiel. Braunschweig war besser drin, haderte aber mit vermehrten Siebenmetern, die gegen sie gepfiffen wurden.

Am Ende der ersten Halbzeit führten die Gastgeber zwar mit 14:13, hatten aber schon fünf Siebenmeter gegen sich, was nicht nur unter den Zuschauern für eine angespannte Atmosphäre sorgte. Nicht unerwähnt bleiben dürfen dabei die teilweise spektakulären Paraden von Jan Kominek, der sein Tor zeitweise regelrecht “vernagelte”. Ein Beispiel gefällig? Kominek lenkte einen strammen Wurf aus der Mitte zur Seite ab, wo Barmbeks Rechtsaußen angerauscht kam und den Wurf direkt nahm. Per Hechtsprung verhinderte der MTV-Schlussmann den sicheren Einschlag.

12:2 Siebenmeter als deutliches Ungleichgewicht

Nachdem die  Roten Löwen direkt nach Wiederbeginn auf drei Tore davoneilten häuften sich die teils unerkärbaren Zeitstrafen gegen sie. Ganze fünf waren es am Ende der zweiten 30 Minuten, für rund eine Minute spielte die Mudrow-Mannschaft gar in doppelter Unterzahl. Hinzu kamen weitere sieben Siebenmeter. Schon kleinste Berührungen in der Abwehrbewegung bewertete der Schiedsrichter auffällig einseitig als strafwürdig. Die Gäste nutzten das natürlich dankend zum Torerfolg und so gestaltete sich die Partie offen.

Dramatisches Finish!

Die Führung wechselte nun ständig, bis Barmbek 37 Sekunden vor Spielende mit 25:27 die Nase vorne hatte und es stark nach einer Niederlage für die Braunschwieiger roch. Ein schneller Abschluss von Bela Pieles brachte sie jedoch noch einmal auf ein Tor heran. Der MTV spielte die letzten 28 Sekunden mit offener Deckung. Die HGHB versuchte ihrerseits mit vielen Pässen Zeit von der Uhr zu nehmen und nahm 12 Sekunden vor Spielende noch eine Auszeit.

Wieder im Spiel drohte den Gästen sehr schnell das passive Vorwarnzeichen und sie dribbelten den Ball förmlich zum MTV. Mit verbleibenden drei Sekunden auf der Uhr hatte der MTV auch einmal Glück mit dem Schiedsrichtergespann, das auf passives Spiel entschied. Ein schnell ausgeführter Freiwurf und der heranstürmende Ranogajec brachten doch noch das nicht mehr für möglich gehaltene 27:27. Die Halle rastete aus. Damit hatte niemand mehr wirklich gerechnet.

Der MTV Braunschweig belegt nach vier Spieltagen den 4. Tabellenplatz der 3. Liga Nord-Ost. Am kommenden Samstag (19.30) geht es nach Hohenschönhausen zur Reserve der Reineckendorfer Füchse.

MTV Braunschweig: Kominek, PAnzer, Karaula 5, Godon, Mühlenbruch, Jo. Krause 1, Wolters 4, Ph. Krause 2 (2/2), Dedering, Pavlovic, Pieles 7, Giese, Schmidt, Ranogajec 6 Trainer: Volker Mudrow

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Die schwere Knieverletzung von Artjom Antonevitch schweißte den MTV in Leipzig zusammen. Foto: Reinelt/PresseBlen.de/Archiv

Leipzig/Braunschweig. Der MTV Braunschweig hat auch sein drittes Ligaspiel erfolgreich gestaltet. Am Freitagabend schlug die Mannschaft von Trainer Volker Mudrow die Reserve des SC DHFK Leipzig in einem intensiven Spiel mit 34:31(16:13). Großer Wermutstropfen: Für MTV-Shootingstar Artjom Antonevitch ist die Saison gelaufen.

Ein Sieg für den verletzten Teamkollegen

Der 26 Jahre alte Deutsch-Russe verletzte sich nach einer Viertelstunde beim Sprungwurf und ohne Gegnereinwirkung schwer am Knie und wird dem Team mutmaßlich lange fehlen. Große Moral: Die Gäste aus Niedersachsen rückten durch diesen Schock enger zusammen und drehten nach einer ausgeglichenen Anfangsphase nun richtig auf. Bis auf 16:10 rannten die Mudrow-Jungs zwischenzeitlich davon.

Auch nach dem Seitenwechsel sahen die handgezählten 49 Zuschauer in der Sporthalle der Sportoberschule schön vorgetragene Angriffe der Gäste, die auch vor dem Tor eiskalt agierten. Im Tor wuchs Jan Kominek mit einigen feinen Paraden über sich hinaus. Am Ende hieß es 34:31 für die Braunschweiger, bei denen Philipp Krause 10 Treffer (4/4), Marko Karaula 6 und Niklas Wolter 5 erzielten.

Am kommenden Samstag (19.30) empfängt der MTV Braunschweig in der Alten Waage die HG Hamburg Barnbek.

MTV Braunschweig: Kominek, Panzer, Karaula 6, Godon, Mühlenbruch 1, Jo. Krause, Wolters 5, Ph. Krause 6 (4/4), Dedering, Pavlovic, Pieles 2, Giese 4, Schmidt, Antonevitch 1, Ranogajec 4

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Fühlt sich pudelwohl beim MTV: Artjom Antonevitch. Foto: Reinelt/PresseBlen.de

Braunschweig. Der Traumstart für die Drittliga-Handballer des MTV Braunschweig ist perfekt! Auch ihren Heimauftakt gestaltete das Team von Trainer Volker Mudrow am Samstagabend erfolgreich. Im Duell mit Mitaufsteiger Stralsunder HV siegten die Löwen mit 32:27. Beste Werfer wurden Niklas Wolters und Artjom Antonevitch mit je sechs Treffern.

“Fühlt sich wie 1.000 Zuschauer an!”

Obwohl coronabedingt “nur” 279 Zuschauer in der Halle waren, “hat es sich angefühlt, als wären 1.000 Leute in der Halle. Die Unterstützung durch die Zuschauer und der Zusammenhalt der Mannschaft, den sie seit Jahren nach außen verkörpert, waren die Gründe nach Braunschweig zu wechseln”, so Antonevitch nach dem Spiel und: “Ich fühle mich deswegen auch super wohl hier.“ Auch Torwart Ariel Panzer wurde von den Fans beim erfolgreichen Heimauftakt gefeiert – sogar mit Sprechchören! Der Kult-Agentinier ging einzig für die Siebenmeter zwischen die Pfosten und entschärfte, wie schon in Bernburg, unglaubliche drei Versuche.

Stralsund mit massiver Deckung

Dabei taten sich die Gastgeber anfangs noch schwer mit der massiven Defensive ihrer Gäste. Vor allem Tempogegenstöße brachten zunächst die Tore. Eine Zweiminutenstrafe gegen Niklas Wolters brachte die Braunschweiger dann aber ein wenig aus dem Konzept. Bis zur Halbzeit wurde es ein sehr enges Spiel. Braunschweig legte ein Tor vor, Stralsund zog stets nach. Antonevitch lobte später, “dass das Team da richtig zusammengehalten hat und Stralsund nicht die Möglichkeit gegeben hat, das Spiel zu drehen.” So stand es zur Pause 14:13 für den MTV.

Foto: Reinelt/PresseBlen.de

Niklas Wolters wurde nach der Pause am Kreis mehrfach stark in Szene gesetzt. Foto: Reinelt/PresseBlen.de

Alle übernehmen Verantwortung

Mit Schwung kamen die Hausherren aus der Kabine und zogen dank Marko Karaula und Matija Pavlovic auf 17:14 davon. Die Defensive des MTV war schnell auf den Beinen und man zwang Stralsund vermehrt zu Fehlern. Jan Kominek im Braunschweiger Tor parierte außerdem gleich mehrere Würfe stark.

Die Gäste gingen ihre Aufgabe vermehrt mit Aggression an. Aus einer 4-2-Deckung wurde später sogar eine komplett offene Manndeckung. Die Braunschweiger waren gewzungen individuell und als Team Verantwortung zu übernehmen. “Joko” Krause traf, Neuzugang Marc Gordon ebenfalls. Auch Wolters wurde nun mehrfach stark am Kreis bedient und traf sehenswert. Die Außen Bela Pieles, Antonevitch und Vlatko Ranogajec erzielten ebenfalls wichtige Treffer. Stralsund versuchte im Angriff immer wieder über die schnelle Mitte oder die zweite Welle zu einfachen Toren zu kommen. Dies ging aufgrund einer guten Defensivleistung des MTV nur bedingt auf. Angetrieben von den Zuschauern in der Alten Waage fuhren die Roten Löwen den Sieg ein, Wolters erzielte eine halbe Minute vor Spielende den 32:27-Schuss-Stand.

Damit ist der MTV Braunschweig Tabellenführer. Am kommenden Samstag (18.30) tritt die Mannschaft bei der Reserve des SC DHFK Leipzig an.

MTV Braunschweig: Kominek, Panzer, Karaula 5, Godon 2, Jo. Krause 2, Wolters 6, Ph. Krause 1 (4/4), Pavlovic 1, Pieles 4, Giese, Antonevitch 6, Ranogajec 1

Marko Karaula und Co. sind mit einem 22:18-Sieg beim SV Anhalt Bernburg in die Saison gestartet. Nun fiebern sie dem Heimstart entgegen. Foto: Reinelt/PresseBlen.de.

Braunschweig. Covid-19 macht auch vor den Drittliga-Handballern des MTV Braunschweig nicht halt. Nach dem ersten Auswärtsspiel der Saison in Bernburg empfängt die Mannschaft um Trainer Volker Mudrow am Samstag (19.30) Stralsund. Zuschauer in der Sporthalle Alte Waage sind zunächst ausschließlich Dauerkartenbesitzer. Doch es gibt am Samstag eine Ausnahme.

Wenige Einzeltickets für Samstag nun doch verfügbar

Bei einer erheblich reduzierten Zuschauerkapazität aufgrund der Corona-Vorgaben haben sich die Verantwortlichen beim MTV Braunschweig auf ein Modell verständigt, dass ausschließlich auf Dauerkarten basiert. Einen Einzelkartenverkauf an der Abendkasse soll es bei den Heimspielen der “Mudrow Jungs” vorerst nicht geben. Allerdings ist es möglich, “Personen aus 2 Haushalten zu gruppieren”, wie der MTV am Mittwoch mitteilte. Dafür soll man dies bei der Bestellung der Dauerkarte im Onlineformular aber unbedingt vermerken. Die Dauerkarten gehen derzeit sprichwörtlich weg wie warme Semmeln. Für das Heimspiel gegen Stralsund haben die Verantwortlichen beim MTV nun noch ein Kontingent an Einzeltickets bereitgestellt. Diese können hier bestellt werden.

“Da die Anzahl der Dauerkarten stark begrenzt ist, werden wir unter Einhaltung aller Auflagen und einer optimalen Sitzplatzeinteilung versuchen, möglichst vielen unserer Fans ein sicheres Handballerlebnis live in der Alten Waage zu ermöglichen”, so der MTV weiter. Besteller erhalten eine verbindliche Buchungsbestätigung per E-Mail.

Die Preise für die Dauerkarte belaufen sich auf 144 Euro (Vollzahler) und 80 Euro (ermäßigt). Ermäßigung erhalten Personengruppen gegen Vorlage eines Ausweises bzw. Legitimation: Kinder und Jugendliche bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres, Studenten, Auszubildende, Rentner, Schwerbehinderte ab einem GdB 50, Bundesfreiwilligendienstleitende, Mitglieder des MTV Braunschweig. Die Dauerkarte ist gültig für alle Heimspiele in der Sporthalle Alte Waage.

Die Dauerkarte ist hier buchbar