Eintracht Braunschweig. Aktuelle News / Nachrichten über den Braunschweiger Turn- und Sportverein (BTSV) / Eintracht Braunschweig aus der 2. Fußball Bundesliga.

In dieser Rubrik findet ihr tagesaktuelle Berichterstattung: Vorberichte für die Spieltag, Spielberichte, Hintergrundinformationen, Veränderungen in Kader und Personal, kritische Fragen, Interviews. Dabei werden auch die wichtigsten Personalien behandelt: Geschäftsführer Peter Vollmann, Präsident Christoph Bratmann oder Trainer Daniel Meyer.

Der Braunschweiger Turn- und Sportverein wurde am 15. Dezember 1895 gegründet. Der Höhepunkt der Vereinshistorie war der Meistertitel im Jahr 1967, nachdem man 1963 erstmals in Deutschlands Oberhaus aufgestiegen war. Zehn Jahre darauf ging es erstmals wieder eine Liga herunter. In der Folge ging es mehrmals rauf und runter, auch in die Oberliga, sowie die 3. Liga.

Hart umkämpft wie schon das Hinspiel: Eintracht Braunschweig gegen den 1. FC Nürnberg. Foto: Agentur Hübner/Archiv

Nürnberg/Braunschweig. Eintracht Braunschweig hat zum zweiten Mal in Folge zu Null gespielt. Im torlosen Traditionsduell mit dem 1. FC Nürnberg verpasste die Mannschaft von Cheftrainer Daniel Meyer jedoch den ersten Auswärtssieg der Saison. Sandhausen vor dem Kellerduell wieder punktgleich.

Zweimal in Folge hinten die Null!

Eintracht Braunschweig war gefordert, den aufsteigenden Trend der Vorwoche am 23. Spieltag im Max-Morlock-Stadion zu bestätigen und überhaupt den ersten Saisonsieg in der Fremde einzufahren. Hinzu kam, dass der Deutsche Meister von 1967 seit endlos langen 42 Jahren nicht mehr beim Club gewinnen konnte. Erstmals in dieser Saison schickte Meyer die selbe Startelf ins Rennen wie am Spieltag zuvor. Beim 2:0 gegen Regensburg (Spielbericht) hatten seine Schützlinge entsprechende Argumente gesammelt. Bei den Hausherren ersetzte Krauß notgedrungen den gesperrten Nürnberger.

Die Gäste aus Niedersachsen fanden zunächst besser in die teilweise doch sehr zerfahrene und hart umkämpfte Partie. Ji (2./19.) köpfte zweimal aussichtsreich nach Flanken von Wiebe und Kaufmann in Richtung Mathenia. Dazwischen waren die Löwen aber im Glück, weil der erfahrene Bundesliga-Schiedsrichter Marco Fritz beim Treffer von Krauß nach einer Ecke den Torschützen in Abseitsposition wähnte (10.). Ärgerlich dagegen für die Blau-Gelben: Mittelfeldstratege Dominik Wydra sah in dieser Phase der Partie die 5. Gelbe Karte und wird im wichtigen Kellerduell mit Sandhausen fehlen.

Beide Mannschaften versuchten es in der Folge vermehrt mit langen Bällen auf ihre Zielspieler, blieben meist aber zu ungenau. Mit fortschreitender Spieldauer wurden die Franken aber stärker: Spielmacher Dovedan hämmerte den Ball nach einem Zuspiel von Mads Möller Daehli am Braunschweiger Tor vorbei (28.). Kurz vor der Pause folgte die erste echte Großchance der Partie: Dovedan nahm das eher zufällige Zuspiel von Borkowski volley und scheiterte nur knapp am hellwachen Fejzic und dessen Parade (40.).

Ball zappelt im Netz – wieder Abseits!

Auch der erste offensive Ansatz nach dem Seitenwechsel gehörte den Hausherren, bei denen Schäffler bei einer Ballstaffette über links im Zentrum lauerte, den Ball aber nicht verarbeiten konnte (50.). Auf der anderen Seite rutschte Eintrachts Linksverteidiger Nico Klaß beim Torschuss aus –  da wäre sicherlich mehr drin gewesen (55.). Aber die Braunschweiger suchten jetzt mit Nachdruck den Torerfolg. Erst zielte der mitgelaufene Abwehrturm Diakhité bei einer Kroos-Flanke zu hoch (61.), dann köpfte Proschwitz aus acht Metern ein Zuspiel von Ji in Richtung Mathenia (64.).

Erneut mit dem Glück im Bunde waren die Gäste, als wenig später Dovedan Fejzic überwandt, das aber aus einer erneuten Abseitsposition tat (71.). Der eingewechselte Marcel Bär konnte in der 77. Spielminute nach einem feinen Chipball von Kroos gerade noch so von Mühl geblockt werden. Es war die letzte ernsthafte Annäherung in diesem Spiel.

Am kommenden Sonntag empfängt Eintracht Braunschweig daheim den jetzt wieder punktgleichen SV Sandhausen zum absoluten Kellerschlager! Sandhausen gelang zeitgleich ein 3:0-Sieg gegen den VfL Osnabrück.

1.FC Nürnberg: Mathenia – Valentini, Mühl, Margreitter, Handwerker – Geis, Krauß – Dovedan, Möller Daehli – Borkowski (77. Hack), Schäffler Trainer: Robert Klauß

Eintracht Braunschweig: Fejzic – Wiebe, Behrendt, Diahité, Klaß (88. Schlüter) – Wydra (76. Kammerbauer), Nikolaou – Kaufmann (76. Otto), Kroos, Ji (67. Bär) – Proschwitz Trainer: Daniel Meyer

Torfolge: –

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Ein enorm wichtiger Sieg für Eintracht Braunschweig. Foto: Agentur Hübner/Archiv

Braunschweig. Am 22. Spieltag gelang Eintracht Braunschweig der enorm wichtige zweite Sieg im Kalenderjahr 20221. Im Freitagsduell mit dem SSV Jahn Regensburg behielt die Mannschaft von Trainer Daniel Meyer am Ende mit 2:0(0:0) die Oberhand, weil Jannis Nikolaou und Nick Proschwitz per Kopf trafen.

Fejzic hält die “Null”

Eintrachts enorm wichtiger  fünfter Saisonsieg fußte auf wackligen Beinen, war am Ende aber auch ein Plädoyer der Mannschaft für ihren Trainer Daniel Meyer. Vor allem dank des exzellent aufgelegten Jasmin Fejzic hielt im von Hektik und Ungenauigkeiten geprägten ersten Durchgang die Null, als der Jahn spielerisch deutlich die Oberhand hatte.

Mit Dominik Wydra, Felix Kroos und Nick Proschwitz für Marcel Bär, Yassin Ben Balla und Patrick Kammerbauer in der Startelf war zunächst zumeist die Rückwärtsbewegung gefragt bei der Meyer-Elf. Schlussmann Fejzic parierte erstmals blendend nach einer Ecke gegen Otto (7.), während die Löwen erst eine Viertelstunde später dank Kaufmann erstmals gefährlich vor SSV-Keeper Meyer auftauchten. Beinahe im direkten Gegenzug nagelte Nico Klaß die Kugel ans eigene Gebälk, Fejzic entschäfte wenig später einen Fallrückzieher von Otto (28.). Kurz vor dem Pausenpfiff glänzte die Eintracht mit einer exzellenten Doppelchance, doch sowohl Wydra per Schlenzer als auch Ji verpassten den Torerfolg (40./42.).

Dreier per Doppelschlag

Auch nach dem Seitenwechsel besaß das Spiel auf beiden Seiten zunächst wenig Struktur. Wie aus dem Nichts lag Eintracht Braunschweig auf einmal in Front. Über die Stirn des zweikampfstarken Diakhité fand eine Kroos-Flanke ihren Weg zu Jannis Nioklaou, der per Kopf seinen ersten Treffer im Eintracht-Dress markierte (58.). Doch zunächst folgten bange Momente, während Videoschiedsrichter Daniel Schlager den Treffer auf eine mögliche Abseitsposition überprüfte.

Mit der dann auch offiziellen Führung im Rücken spielten die Löwen plötzlich befreit auf und zeigten sogar gewachsene Spielkultur. Doch war es ein ruhender Ball, der zum 2:0 führte. Diesmal flankte Wydra. und fand Proschwotz, der per Kopf seinen sechsten Saisontreffer markierte (65.). Weil den Gästen gegen nun diszipliniert verteidigenden Hausherren nicht mehr wirklich etwas einfiel, war die Partie frühzeitig eintschieden.

Dank des enorm wichtigen Sieges verschafft sich Eintracht Braunschweig Luft im Abstiegskampf und zieht in der Tabelle vorerst am SV Sandhausen vorbei, der am Samstag bei Paderborn ran muss. Am kommenden Sonntag (13.30) folgt das nächste wichtige Spiel für die Blau-Gelben. Dann geht es zum nur drei Punkte besseren 1.FC Nürnberg.

Eintracht Braunschweig: Fejzic – Wiebe, Behrendt, Diakhité, Klaß – Wydra, Nikolaou – Kaufmann (77. Bär), Kroos, Ji (88. Ji) – Proschwitz Trainer: Daniel Meyer

SSV Jahn Regensburg: Meyer – Saller, Gimber, Kennedy, Wekesser (66. Caliskaner) – Moritz (88. Makridis), Besuschkow – Vrenezi (88. Becker), Stolze (66. Beste) – Otto (80. SChneider), Alber Trainer: Mersad Selimbegovic

Torfolge: 1:0 Jannis Nikolaou (58. Diakhité), 2:0 Nick Proschwitz (65. Wydra)

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Szene aus dem Hinspiel: Da vermochten Danilo Wiebe und Co. das Spiel zu drehen. Davon waren sie diesmal weit entfernt. Foto: Agentur Hübner/Archiv

Bochum/Braunschweig. Im Abstiegskampf tritt Eintracht Braunschweig auf der Stelle. Auch das Gastspiel des 21. Spieltages beim VfL Bochum offenbarte schonungslos die Mankos beim Aufsteiger. Nach frühem Rückstand vergab Dong-won Ji vom Punkt, Marcel Bär zielte am leeren Tor vorbei. Danach blieb es ideenlos, Braunschweig unterlag verdient mit 2:0(2:0). 

Das Déjà vu des frühen Rückstands

Als eine von drei personellen Änderungen kehrte Abwehrkante Oumar Diakhité nach abgebüßter Gelbrot-Sperre neben Nico Klaß und Marcel Bär in die Startelf zurück. Lasse Schlüter und Nick Proschwitz saßen auf der Bank, Felix Kroos fehlte aufgrund der fünften Gelben Karte. Bei den Hausherren setzte der ehemalige Wolfsburger U19-Coach Thomas Reis auf die siegreiche Elf vom 2:1 in Osnabrück.

Die Gäste von der Oker hatten sich nach der zweiten Saison-Derbypleite etwas für ihr Gastspiel im Ruhrstadion vorgenommen. Immerhin vermochte die Meyer-Elf das Hinspiel noch in Unterzahl zu ihren Gunsten zu drehen (Spielbericht) und benötigte dringend wieder ein Erfolgserlebnis.

Anfangs präsentierten sich die komplett in gelb aufspielenden Löwen auf Augenhöhe. Dann liefen sie erneut früh einem Rückstand hinterher, weil das Kollektiv beim ruhenden Ball versagte. VfL-Innenverteidiger Armel Bella Kotchap segelte in eine Zulj-Ecke und köpfte die Kugel wuchtig an Fejzic vorbei (8.). Es war bereits der elfte frühe Gegentreffer für den Aufsteiger – zumindest hier ist der BTSV Spitzenreiter der Liga.

Ji und Bär verpassen den Ausgleich

Mit viel Herz und großer Moral liefen die Niedersachsen gegen die ihnen bekannte Situation an. Und die Tür zum Ausgleich öffnete sich ganz plötzlich ganz weit: Als Simon Zoller Aktivposten Bär im eigenen Strafraum in die Hacke trat, zeigte Schiri Jöllenbeck auf den Punkt. BTSV-Sturmspitze Ji trat an und blieb mit einem schwachen Versuch zweiter Sieger hinter Torwart Marcel Rieman. Der VfL-Schlussmann verteilte wenig später eine unglaubliche Valentinstags-Einladung, die der verdutzt wirkende Bär nicht in, sondern auf das leere Tor schaufelte (27.). Vier Minuten später zog der gebürtige Gifhorner noch einmal aus der Distanz ab, blieb aber weiter glücklos.

Bitter für alle Löwenfans: Der VfL Bochum verdoppelte mitten in diese Sturm- und Drangphase des Deutschen Meisters von 1967 hinein seine Führung. Per Steckpass durchs Zentrum hebelte Einzelkönner Zulj dabei die komplette BTSV-Abwehr aus. Danilo Soares schob unbedrängt zum 2:0 ein (31.). Zulj und Anthony Losilla verpassten noch vor der Pause den dritten Bochumer Treffer. Die Eintracht dagegen fand nach dem Schock des doppelten Rückstands nicht mehr zurück in die tolle Phase vor dem Strafstoß.

Keine Ideen, VfL verwaltet über die Zeit

Die Dinge nahmen ihren altbekannten Lauf. Während die Hausherren das Spiel auch nach dem Seitenwechsel kontrollierten, fehlte es dem Aufsteiger in Gänze an Ansatzpunkten, um hier noch irgendetwas mitzunehmen. Stets bemüht, aber ohne die gewisse Leichtigkeit, verpufften auch die Wechsel von Wydra, Schlüter, Proschwitz, Kobylanksi und Y. Otto für Diakhité, Klaß, Kaufmann, Ben Balla und Ji. Robert Zulj nagelte den Ball sogar noch einmal ans Aluminium (71.), bevor der VfL Bochum den 2:0-Sieg ohne allzu schwere körperlich Anstrengungen über die Zeit bringen konnte.

Zusammen mit dem FC Schalke 04 bleibt Eintracht Braunschweig als einziges Team im deutschen Profifußball weiter ohne einen Sieg in der Fremde. Weiter geht es aber daheim: Am kommenden Freitag (18.30) gastiert die Jahn aus Regensburg an der Hamburger Straße.

VfL Bochum: Rieman – Gamboa, Bella Kotchap, Leitsch, Danilo Soares – Losilla, Tesche, Bockhorn (66. Ganvoula), Zulj (90. Eisfeld), Holtmann – Zoller (76. Pantovic) Trainer: Thomas Reis

Eintracht Braunschweig: Fejzic – Behrendt, Diakhité (71. Wydra), Nikolaou, Klaß (71. Schlüter) – Ben Balla (77. Kobylanski), Wiebe, Kammerbauer, Kaufmann (71. Proschwitz), Bär – Ji (77. Y. Otto) Trainer: Daniel Meyer

Torfolge: 1:0 Armel Bella Kotchap (8. Zulj), 2:0 Danilo Soares (31. Zulj)

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Ist Daniel Meyer noch der richtige Trainer für Eintracht Braunschweig? Foto: Agentur Hübner

Braunschweig. Nach der bitteren Derbyniederlage (Spielbericht) lautet die große Frage: Kann Daniel Meyer Eintracht Braunschweig noch zum Klassenerhalt führen? Till Becker und Frank Vollmer haben haben über die Pros und Contras diskutiert.

Pro Meyer: Der Trainer könnte auch Klopp heißen

Wenn die sportlichen Resultate nicht ausreichen, muss etwas passieren. Erste Wahl: der Trainer fliegt. Das nennt man dann gern die „Automatismen des Markts“. Aber ist ein solcher Schritt tatsächlich sinnvoll? Oder, ganz konkret gefragt: was ist Daniel Meyer bei Eintracht Braunschweig vorzuwerfen, das ein neuer Mann an der Linie besser machen könnte?

Die Antwort fällt kurz aus: vermutlich nichts. Der Trainer könnte Jürgen Klopp heißen, die Eintracht wäre höchstwahrscheinlich trotzdem ein Kellerkind. Die Ursachen dafür sind schnell gefunden: Der aktuelle Kader ist nicht besser als der Tabellenplatz. Lange Zeit hat Daniel Meyer es geschafft, die Ligamannschaft trotz offensichtlicher Limitierungen auf Schlagdistanz der Nichtabstiegsplätze der Zweiten Bundesliga zu halten. Die Punktgewinne resultierten dabei in der Regel nicht aus Zweitliga-Fußball, sondern eher aus starken kämpferischen Auftritten und einer manchmal überragenden Moral. Ein Team, das vom Trainer nicht erreicht wird, liefert keine solchen Auftritte ab.

Fakt ist aber auch, dass diese Energieleistungen nicht beliebig wiederholbar sind. Auf die Dauer einer kompletten Saison müssen Zähler eben auch spielerisch und nicht nur kämpferisch eingefahren werden. Wenn die Mannschaft das nicht hergibt, krebst man eben im Tabellenkeller rum.

Geld für besseres Personal ist bekanntlich nicht vorhanden. Es gab keine satten Transfererlöse, mit denen man wirtschaften könnte, es fehlen die Zuschauereinnahmen und, ja, Hauptsponsor „heycar“ ist trotz Volkswagen-DNS nicht in der Lage, die Schatulle im notwendigen Umfang zu öffnen. Daniel Meyer muss also mit dem arbeiten, was er hat. Und das tut er tatsächlich sehr gut. Sonst wäre Eintracht längst außer Sichtweite des Klassenerhalts.

Was man Meyer ebenfalls zugute halten muss: er hatte sehr klare Vorstellungen davon, wie die Mannschaft aufgebaut werden müsste, um tatsächlich konkurrenzfähig zu sein. Seine Wunschliste aber prallte am Igel in Eintrachts Vereinskasse ab. Das Verletzungspech in der Defensive, das die Eintracht wohl so manchen Punkt gekostet hat, ist eine weitere Facette der Tragödie dieser Saison.

Daniel Meyer arbeitet seit Saisonbeginn am ständigen Limit. Fehler kann man ihm kaum nachweisen, und wenn, dann sind es Entscheidungen gewesen, die nunmal einem Trainer zustehen. Hinterher ist man eh immer schlauer.

Meyer zu entlassen, würde nicht den „Automatismen des Markts“ entsprechen, sondern lediglich Aktionismus bedeuten. „Seht her, wir tun was!“ Lasst den Mann endlich in Ruhe arbeiten. Er holt das Beste aus den Möglichkeiten der Eintracht heraus. Und wenn das Platz 17 bedeutet, dann ist das eben schonungslos ehrlich. (TB)

Contra: Jetzt handeln oder absteigen!

Nur vier Siege aus 20 Spieltagen und satte 41 Gegentore bei lediglich 19 eigenen Treffern – die Bilanz der Braunschweiger Eintracht ist aktuell beinahe so schmal wie einst in der Saison 2013/14. Seinerzeit maßen sich die Löwen allerdings mit Bundesligateams und hatten sich im gleichen Zeitraum immerhin vier Tore weniger eingefangen (3S, 3U, 14N/11:37T/12Pk).

Vor allem die defensive Stabilität geht den Löwen eine Etage tiefer ab. Der Deutsche Meister von 1967 vermochte dabei aktuell nur sechs Zähler aus den vergangenen zehn Spielen zu ergattern. Das hat nicht nur die sportliche Situation des Aufsteigers dramatisch verschlechtert. Denn während St. Pauli und Sandhausen die Eintracht in der Tabelle mittlerweile überholt haben, rückt auch Tabellenschlusslicht Würzburg immer näher. Verantwortlich dafür ist nunmal die Sportliche Leitung: Daniel Meyer und Peter Vollmann.

Mir wird jedes Mal Angst und Bange wenn Meyer verbal überhaupt noch den Zusammenhang mit einem möglichen Klassenerhalt herstellt. Dieser Zug ist in meinen Augen längst abgefahren. Hatte das hart erkämpfte 1:0 gegen Heidenheim noch eine gewisse Signalwirkung, so planierte die Meyer-Elf das zarte Pflänzchen Hoffnung gleich in Kiel wieder mit der Feinmotorik einer Dampfwalze. Dieser Rückfall in alte Muster offenbarte, was unter Meyer in dieser Saison ganz einfach fehlt: Eine Weiterentwicklung.

Die lückenhafte Abwehr bekamen er und sein Team in dieser Saison niemals wirklich in den Griff. Das Fatale: In vielen Spielen schlugen sich die Löwen am Ende selbst, weil sie allzu oft frühen Rückständen hinterherlaufen mussten, zu denen sie offenherzig eingeladen hatten. Die Moral dieser Mannschaft stand dabei nie in Frage. Doch Moral allein reicht nicht! Was waren die Glücksgriffe Behrendt und Diakhité in diesem Winter doch für Augenöffner?! Doch selbst die lassen sich anstecken von der Braunschweiger Kopflosigkeit: Diakhité fehlte im Derby wegen einer dummen Gelben Karte aus dem Kiel-Spiel. Apropos Derby: Die schwachen Hannoveraner waren durchaus machbar. Nach dem Seitenwechsel kam aber wenig bis gar nichts von den Braunschweigern. Selbst die drei Meyer-Wechsel 20 Minuten vor dem Ende hatten keinen Einfluss mehr auf das Spiel. 

Die fehlende Entwicklung, die wenigen noch verbleibenden Spiele und die kommenden Aufgaben machen kaum mehr Hoffnung, dass es auf dem Weg mit Daniel Meyer nach 34 Spieltagen zum Klassenerhalt reichen wird. Es ist 5 vor 12! Wenn Der Verein jetzt nicht handelt, wird der teuer erkaufte Aufstieg am Ende sogar noch mehr kosten. Abbezahlt wird diese Hypothek dann in Liga 3. (FV)

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Die Meinung der Autoren entspricht nicht zwingend der Meinung unserer Redaktion.

Der Spielbericht

 

Kein Erfolgserlebnis im Derby: Die kommenden Wochen werden hart für die Löwen. Foto: Agentur Hübner/Archiv

Braunschweig. Gut eine halbe Stunde lang vermochte Eintracht Braunschweig im Heimspiel des 176. Niedersachsenderbys mitzuhalten. Winterzugang Dong-Won Ji traf sogar zur Führung für die Blau-Gelben. Letztendlich unterlag die Mannschaft von Daniel Meyer mit 1:2 (1:2) – auch, weil sie für 120 Sekunden komplett den Faden verlor und dann arg ideenlos agierte.

BTSV startet stark, schlägt sich dann selbst

Viel wurde gesprochen im Vorfeld über dieses Niedersachsenderby am 20. Spieltag der 2. Bundesliga. Nun war es endlich soweit und es wurde eine große Enttäuschung für alle, die es mit Eintracht Braunschweig halten. Auch wenn die Löwen teilweise auf Augenhöhe agierten, zeigten sie auch im Derby keine gute Leistung. Muss man nun auch langsam die Trainerfrage stellen beim Deutschen Meister von 1967? 

Danielo Wiebe rückte in der Viererkette in die Lücke, die der unnötig gelbrotgesperrte Diakhité hinterlassen hatte. Kammerbauer startete für Wydra im Mittelfeld. Winterzugang Dong-Won Ji kam zu seinem Startelfdebüt für die Blau-Gelben. Dafür nahm Marcel Bär zunächst auf der Bank Platz. Bei Hannover tauschte Coach Kenan Kocak mit Sulejmani auf links für Muslija eine Position seiner Startelf.

Die Anfangsphase gehörte wie schon im Hinspiel der Eintracht, die überraschend agil und bissig zu Werke ging. Nick Proschwitz verpasste nur knapp aus spitzem Winkel einen ersten Warnschuss nach einem Kroos-Freistoß. Im dem zweikampflastigen Spiel wurde Jis Abschluss nach sechs Spielminuten noch von Hübers geblockt. Kurz darauf semmelte Ben Balla die mögliche Führung in den Braunschweiger Winterhimmel und übersah dabei den neben ihm mitgelaufenen Kaufmann (13.). Die energische Einstellung der Hausherren wurde wenig später endlich belohnt: Ji schlenzte das kurze Zuspiel von Kaufmann rechts für Esser unhaltbar in die Maschen (17.). Wie schon im Hinspiel führte der BTSV.

Hannover dreht das Spiel wie im Hinspiel

Nach einer halben Stunde wurden die bis dahin schwachen Gäste sichtbar stärker. Einem Warnschuss von Haraguchi folgte direkt ein Doppelpack der Roten, bei dem die Braunschweiger Hintermannschaft überhaupt nicht gut aussah. Erst rückte Schlüter zu schläfrig auf und stellte Sulejmani bei dessen Kopfballtreffer nicht ins Abseits (34.), dann durfte Hult noch einmal über links marschieren und fand per Flanke Marvin Duksch, der Jasmin Fejzic keine Chance ließ (36.). Wie im Hinspiel hatte Hannover den Spielstand gedreht. Würde es erneut eine ebenso schmerzhafte Niederlage?

Ein Braunschweiger Aufbäumen blieb weitestgehends aus. Den Gastgebern fehlten schlichtweg die Ideen. So gestalteten sich die zweiten 45 Spielminuten langatmig und mit sehr viel fußballerischer Schonkost. Auch ein Dreifachwechsel von Daniel Meyer 20 Minuten vor dem Ende mit Marcel Bär, Martin Kobylanski und Nico Klaß für Kaufmann, Kroos und Schlüter hatte kaum Einfluss auf die Vorstellung der Löwen, die zwar um jeden Ball kämpften, daraus aber kein Kapital schlugen. Allein Jasmin Fejzic war es zu verdanken, dass Duksch mit zwei satten Distanzschüssen (76./78.) nicht den Rückstand erhöhte. Auch beim abgefälschten Schuss von Bijol war der Bosnier zur Stelle, während seiner Mannschaft langsam die Zeit davonlief (84.). In der Schlussphase kamen die Löwen noch einmal zu Möglichkeiten: Der eingwechselte Klaß schoss aus kurzer Distanz einen Gegenspieler an, Bär scheiterte an Schlussmann Esser. Maßgeblich wurde der letzte Freistoß des Spiels: Während Fajzic nach vorne eilte, drosch der lustlos auftretende Kobylanski die Kugel weit übers eigentliche Ziel hinaus.

Nach dieser nunmehr elften Saisonniederlage und der doch ernüchternden Vorstellung der Meyer-Elf schwinden langsam die Hoffnungen auf einen möglichen Klassenerhalt. Am Sonntag, dem 14. Februar 2021 (13.30) muss der Tabellen-17. zum VfL Bochum.

Eintracht Braunschweig: Fejzic – Wiebe, Behrendt, Nikolaou, Schlüter (70. Klaß) – Ben Balla, Kammerbauer – Kaufmann (70. Bär), Kroos (70. Kobylanski), Ji (81. Abdullahi) – Proschwitz Trainer: Daniel Meyer

Hannover 96: Esser – Murroya, Franke, Hübers, Hult – Kaiser, Bijol – Twumasi (57. Schindler), Haraguchi, Sulejmani (71. Weydandt) – Duksch Trainer: Kenan Kocak

Tore: 1:0 Dong-Won Ji (17. Kaufmann), 1:1 Valmir Sulejmani (34. Hult), 1:2 Marvin Duksch (36. Hult)

Oumar Diakhite fehlt kommende Woche im Derby. Foto: Agentur Hübner/Archiv

Oumar Diakhite fehlt kommende Woche im Derby. Foto: Agentur Hübner/Archiv

Kiel/Braunschweig. Zum Auftakt dreier extrem anspruchsvoller Zweitliga-Aufgaben ließen blutleere Löwen beim Topteam in Kiel einiges vermissen und unterlagen am Ende verdient mit 3:1(3:0). Zumindest erhielt die Mainzer Sturmleihe Dong-won Ji die ersten Spielminuten für die Eintracht und steuerte geich einen Scorerpunkt bei.

Erneut das frühe Gegentor

Die Tatsache, Kiel hätte unlängst den amtierenden Champions League-Sieger FC Bayern München aus dem DFB-Pokal geworfen, darf auch nach dieser wechselhaften Vorstellung der Mannschaft von Daniel Meyer als Ausrede nicht herhalten. Gewiss ist: Bis zu einem möglichen Klassenerhalt ist es noch ein langer Weg. Nach dem vielgelobten ersten Dreier des noch jungen Kalenderjahres gegen Heidenheim ließen die in schwarz aufspielenden Blau-Gelben an diesem 19. Spieltag einiges von dem vermissen, was sie am Dienstag noch so stark gemacht hatte.

Störche im Schongang, Diakhité fliegt

Bereits nach drei Spielminuten sorgte Kiels Fabian Reeses per Direktabnahme aus 22 Metern für den wieder einmal frühen Rückstand. Es folgte der Doppelschlag durch zwei Kopfballtreffer des agilen Finn Bartels (28.) und Janni Serra (31.) und diese Reise in den hohen Norden war bereits vorzeitig entschieden. Zwar wurde das Spiel nach dem Seitenwechsel auf Seiten der Gäste besser, doch blieb das Anschlusstor durch Ben Balla nach einer feinen Flanke des eingewechselten Debütanten Ji zu wenig, um die Störche noch einmal ernsthaft zu gefährden. Bitter: Kurz vor dem Ende sah Abwehrkante Oumar Diakhite die Ampelkarte und fehlt am kommenen Samstag (13.00) im Derby gegen Hannover.

Damit wartet Eintracht Braunschweig in dieser Spielzeit weiterhin auf den ersten Sieg in der Fremde, bleibt zunächst aber auf Tabellenplatz 15.

KSV Holstein Kiel: Gelios – Neumann, Wahl, Komenda (35. Lorenz), Kirkeskov – Meffert (61. Arslan), Lee, Hauptmann (61. Mühling), Bartels (61. Porath), Reese – Serra (81. Girth) Trainer: Ole Werner

Eintracht Braunschweig: Fejzic – Behrendt, Diakhité, Nikolaou (46. Wiebe), Schlüter – Wydra, Ben Balla, Kaufmann (63. Y. Otto), Kroos (63. Kobylanski), Bär (46. Ji) – Proschwitz (68. Abdullahi) Trainer: Daniel Mayer

Torfolge: 1:0 Fabian Reese (4. Bartels), 2:0 Finn Bartels (28. Hauptmann), 3:0 Janni Serra (31. Kirkeskov), 3:1 Yassin Ben Balla (63. Ji)

Löwen in Aue: Große Enttäuschung bei Kobylanski und Co: Auch im Erzgebirge reichte es nicht zum Punktgewinn. Foto: Agentur Hübner/Archiv

Löwen in Aue: Große Enttäuschung bei Martin Kobylanski und Co: Auch im Erzgebirge reichte es nicht zum Punktgewinn. Foto: Agentur Hübner/Archiv

Aue/Braunschweig. Eintracht Braunschweig hat zum Jahresauftakt 2021 beim FC Erzgebirge Aue die sechste Niederlage im achten Pflichtspiel in Folge erlitten. Trotz eines überragenden Frühstarts inklusive des Führungstreffers durch Fabio Kaufmann stand letztendlich ein 1:3 (1:1) aus Sicht der Gäste auf der Anzeigtafel. Knackpunkt war eine gewisse Schlafmützigkeit der Meyer-Elf bei gegnerischen Eckbällen.

Drei Ecken, zwei Gegentore

Keine Bewegung im Tabellenkeller. Die Niederlage im Erzgebirge müssen sich die Löwen bei aller Einsatzfreude selbst ankreiden. Erstmals seit 2010 hat der Deutsche Meister von 1967 überhaupt wieder einmal gegen die Veilchen das Nachsehen. Dabei waren die Gäste dank einer hellwachen Anfangsphase nicht unverdient durch Fabio Kaufmann in Führung gegangen. Nick Proschwitz hatte gut nachgesetzt und den Ball noch vor der Torauslinie gesichert. Über Marcel Bär und Felix Kroos kam die Kugel zum ehemaligen Auer Kaufmann, der am langen Pfosten ein gutes Näschen bewies und zum vierten Mal in dieser Saison einnetzte (17.).

Noch vor der Pause konnten die Braunschweiger bei Schneeregen dem Ansturm der Schuster-Elf jedoch nicht mehr standhalten und fingen sich kurz vor der Pause folgerichtig den Ausgleich per Kopf nach einer Riese-Ecke durch Florian Krüger (42.). Zuvor hatte sich die Meyer-Elf allzusehr zurückgezogen und dem Gegner das Spielfeld überlassen. Das Spiel blieb auch nach dem Seitenwechsel abwechslungsreichg und eng. Nach etwas mehr als einer Stunde konnte Kaufmann von Strauß noch so eben vor dem erneuten Braunschweiger Führungstor abgegrätscht werden. Im direkten Gegenzug fiel das 1:2 – wieder war Florian Krüger der Torschütze bei einem schulbuchmäßig vorgetragenen Konter, der nicht nur Jasmin Fejzic ziwschen den Braunschweiger Pfosten in Rage brachte (67.).

In Rückstand liegend vermochte der Aufsteiger die Wende nicht mehr herbeizuführen – war sogar noch im Glück, dass der eingewechselte Nazarov in der 78. Spielminute beim vermeintlichen 3:1 im Abseits stand. Pascal Testroet holte den Treffer wenig später nach. Wieder verteidigten die Löwen bei einer Ecke nicht gut (88.).

Eintracht Braunschweig bleibt damit vorerst auf Tabellenplatz 15. Am Montag, dem 11. Januar 2021 (20.30) empfangen die Blau-Gelben Bundesligaabsteiger Fortuna Düsseldorf.

FC Erzgebirge Aue: Männel – Breitkreuz, Gonther, Ballas, Strauß – Fandrich – Riese, Hochscheidt (58. Nazarov) – Zolinski (85. Rizzuto), Testroet, Krürger Trainer: Dirk Schuster

Eintracht Braunschweig: Fejzic – Ziegele (81. Klaß), Wydra, Nikolaou, Schlüter (86. Putaro) – Ben Balla (81. Kobylanski), Kammerbauer – Kaufmann, Kroos (86. Abdullahi), Bär (74. Otto) – Proschwitz Trainer: Daniel Meyer

Torfolge: 0:1 Fabio Kaufmann (17. Schlüter), 1:1 Florian Krüger (42. Breitkreuz), 2:1 Florian Krüger (67. Testroet), 3:1 Pascal Testroet (88.)

Hatte keinen Grund für Kritik an seine Mannschaft: BTSV-Coach Daniel Meyer. Foto: Agentur Hübner/Archiv

Braunschweig. Die Sensation blieb aus, Eintracht Braunschweig ist in der 2. Runde des DFB-Pokals gegen Borussia Dortmund mit 0:2(0:1) ausgeschieden. Enttäuscht war die Mannschaft von Daniel Meyer am Ende aber nur wegen einer Tatsache: Hier wäre mehr drin gewesen.

Da war mehr drin!

Zum Abschluss des Kalenderjahres 2020 hat sich Eintracht Braunschweig noch einmal teuer verkauft und hielt das DFB-Pokalduell mit dem klar favorisierten BVB bis in die Nachspielzeit offen. Naturgemäß war das Spielgerät dabei meist in den Reihen der mit unglaublichen Talenten gespickten Gäste, doch hatten Daniel Meyer und sein Trainerteam ihre Löwen bestens auf den Champions-League-Club vorbereitet.

Nach der letztendlich viel zu hohen 0:3-Pleite gegen Fürth hatte Coach Meyer gleich fünffach rotiert und Nick Proschwitz, Felix Kroos, Manuel Schwenk, Yari Otto und Robin Ziegele auf die Bank beordert. Suleiman Abdullahi, Marcel Bär, Martin Kobylanski, Yassin Ben Ball und Lasse Schlüter rückten dafür in die Startelf einer sehr defensiv eingestellten Eintracht, die von Beginn an sehr diszipliniert die Räume in der eigenen Spielfeldhälfte schloss und Sancho, Brandt und Co. das Leben und die Suche nach der Lücke schwer machte.

Ärgerlich! In der 12. Spielminute war es ausgerechnet ein Freistoß, der keiner war, der die Hausherren ins Hintertreffen führte. Ex-Nationalspieler Mats Hummels erwischte die Eintracht-Defensive quasi im Sekundenschlaf und nutzte die Gunst der Stunde zum Führungstreffer. Sehr viel mehr kam von der Borussia dann aber nicht mehr. Nach einem beinahe fatalen Fehlpass des ansonsten sicheren Jasmin Fejzic semmelte Julian Brandt die Kugel aus bester Position weit und wuchtig über das leere Torgehäuse (22.). Zehn Minuten vor der Pause traf Jude Bellingham noch einmal den Pfosten (34.).

Bär hat den Ausgleich auf dem Fuß

Doch auch die Blau-Gelben wurden mit fortlaufendem Spiel mutiger. Marcel Bär bekam nach einem Zuspiel von Schlüter die erste Möglichkeit, überwand aber nicht BVB-Schlussmann Marwin Hitz (23.). Quasi mit dem Pausenpfiff versagte Schiedsrichter Benjamin Cortus Lasse Schlüter einen Freistoß an der Strafraumkante der Westfalen. Dem war ein tolles Solo des 28-Jährigen vorausgegangen.

Nach der Halbzeitpause fiel den Gästen nicht mehr viel ein. Braunschweig verteidigte beherzt und wartete auf die eine Möglichkeit zum Ausgleich. Die bekamen sie gleich mehrfach. Auch wenn der BVB seinen Weg immer wieder in Strafraumnähe fand, war es erneut Bär, der das 1:1 auf dem Fuß hatte: Hervorragend von Abdullahi in Szene gesetzt knallte der gebürtige Gifhorner den Ball ans Alu (56.). Die Partie blieb bis in die Schlussekunden spannend, Fejzic parierte in der 85. Spielminute einen Vorstoß von Angreifer Steffen Tigges und hielt den Spielausgang weiter offen. Gerade als die Eintracht alles auf eine Karte setzte fand der eingewechsete Marco Reus mit viel Übersicht Sancho, der mit enormem Tempo auch Braunschweigs Schlussmann keine Chance ließ und die Partie mit dem 0:2 entschied.

“Wir haben heute einen guten Pokalfight geliefert“, attestierte Daniel Meyer seiner Mannschaft, die mit großer Moral und erhobenen Hauptes in vier freie Tage gehen kann. „Wir waren bis in die Nachspielzeit in der Lage, nochmal zurückzuschlagen und noch die Sensation zu schaffen und die Begegnung in unsere Richtung kippen zu lassen“, so Meyer. „Insgesamt habe ich einen sehr guten Auftritt meiner Mannschaft gesehen, die zurecht ein stückweit enttäuscht ist, weil sie das Gefühl hat, dass durchaus mehr möglich war heute.“

Eintracht Braunschweig: Fejzic – Schlüter, Nikolaou, Kaufmann (Schwenk, 86.), Wiebe (Ziegele, 72.), Kammerbauer, Wydra, Kobylanski (Otto, 72.), Abdullahi (Proschwitz, 80.), Bär, Ben Balla (Kroos, 80.) Trainer: Daniel Meyer

Borussia Dortmund: Hitz – Morey Bauza (Meunier, 83.), Zagadou, Delaney, Sancho, Guerreiro, Hummels (Akanji, 46.), Brandt (Reus, 63.), Bellingham (Witsel, 75.), Tigges, Reyna (Hazard, 83.) Trainer: Edin Terzic

Torfolge: 0:1 Mats Hummels (12.), 0:2 Jadon Sancho (90.+2)

Marcel Bär (Bildmitte) erzielte seinen ersten Treffer in der 2. Bundesliga. Fotos: Agentur Hübner

Braunschweig. Nach drei Niederlagen gelang den Löwen am 11. Spieltag endlich wieder ein Sieg. Nachdem die Mannschaft von Trainer Daniel Meyer erneut früh in Rückstand geraten war, zeigte sie Biss und Kampfkraft. 

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Joker Fabio Kaufmann erzielte den Siegtreffer kurz nach seiner Einwechslung. Foto: Agentur Hübner

Braunschweig. Pure Erleichterung brach sich direkt nach dem Spielende in den Gesichtern der Braunschweiger Spieler die Bahn. Nach drei teils sehr derben Niederlagen hatte eine kampfstarke Eintracht soeben den FC St. Pauli mit 2:1(0:1) bezwungen und dabei auch das Spiel gedreht. Marcel Bär und Joker Fabio Kaufmann trafen für die Löwen.

Kobylanski wieder in der Startelf

Auch der 10. Spieltag begann für die Mannschaft von Löwen-Trainer Daniel Meyer mit einem Rückstand. Diesmal dauerte es gegen Kellernachbar St. Pauli exakt 76 gespielte Sekunden, bis Maximilian Dittgen einen Konter der Hanseaten im langen Eck unterbrachte. 

Wieder mit genesenen Martin Kobylanski in der Startelf und Jasmin Fejzic anstelle von Felix Dornebusch zwischen den Pfosten arbeiteten sich die Hausherren in die Partie, die von beiden Teams von Fehler charakterisiert wurde, doch erst nach einer halben Stunde fand die Meyer-Elf auch wirklich im letzten Drittel statt. Die Gäste interpretierten ihre Aufgaben vornehmlich körperlich, doch auch Braunschweig stand in der Defensive gut und diszipliniert. Kurz vor der Halbzeitpause verletzte sich Benjamin Kessel bei einer Grätsche gegen Dittgen und musste direkt für Robin Ziegele ausgewechselt werden.

Bär und Joker Kaufmann drehen das Spiel

Auch nach dem Seitenwechsel war es ein Fußballspiel mit hoher Fehlerquote. Beide Mannschaften wirkten nervös in ihren Aktionen. Strafraumszenen blieben lange Zeit rar gesät – bis Marcel Bär eine Kopfballverlängerung von Proschwitz über den unschlüssigen Himmelmann lupfte! Der Ausgleich durch den 28-Jährigen kam wie aus dem Nichts (67.). Die Blau-Gelben investierten fortan deutlich mehr. Angestachelt durch den Ausgleich kam so der soeben eingewechselte Fabio Kaufmann nach einem Geniestreich von Kobylanski vor Himmelmann in Position und schob eiskalt am Hamburger Schlussmann vorbei ins Netz (82.). Jasmin Fejzic rechtfertigte seinen Einsatz in den Schlussminuten, als er einen schier unhaltbaren Ball von Becker entschärfte.

Eintracht Braunschweig rückt durch den dritten Saisonsieg auf Tabellenplatz 14 vor. Am kommenden Sonntag, dem 13. Dezember 2020 (13.30) empfängt der Aufsteiger den VfL Osnabrück.

Eintracht Braunschweig: Fejzic – Kessel (45.+1 Ziegele), Wydra, Nikolaou – Wiebe, Kroos, Schlüter, Kobylanski (90.+2), Kammerbauer, Proschwitz, Bär (79.) Trainer: Daniel Meyer

FC St. Pauli: Himmelmann – Ohlsson, Ziereis, Lawrence, Buballa (Paqarada) – Zalazar, Benatelli, Lankford (83. Tashchy), Kyereh (52. Daschner), Dittgen (83. Becker) – Makienok (73. Matanovic) Trainer: Simon Schultz

Torfolge: 0:1 Maximilian Dittgen (2. Kyereh), 1:1 Marcel Bär (67. Proschwitz), 2:1 Fabio Kaufmann (82. Wiebe)

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