Grizzlys Wolfsburg. Aktuelle News/Nachrichten über die Grizzlys Wolfsburg aus der Deutschen Eishockey Liga (DEL).

In dieser Rubrik findet ihr tagesaktuelle Berichterstattung: Vorberichte für die Spieltage, Spielberichte, Hintergrundinformationen, Veränderungen in Kader und Personal, kritische Fragen, Interviews. Dabei werden auch die wichtigsten Personalien behandelt: Geschäftsführer, Manager und Sportlicher Leiter Karl-Heinz „Charly“ Fliegauf. Vorstandsvorsitzender und Oberbürgermeister der Stadt Wolfsburg Klaus Mohrs oder Cheftrainer Pat Cortina.

Die Geschichte des Teams aus dem deutschen Oberhaus geht bis in das Jahr 1964 zurück. Seit der damaligen Gründung gabe es einige Namensänderungen: SEC Wolfsburg (1964–1971), TV Jahn Wolfsburg (1971–1986), ESC Wolfsburg (1986–1994), EC Wolfsburg (1994–1996), EHC Grizzly Adams Wolfsburg (1996–2015) und Grizzlys Wolfsburg (seit 2015).

Die 1. Herrenmannschaft stieg zur Saison 2004/2005 erstmals in die 1994 gegründete Deutsche Eishockey Liga (DEL) auf. Im Folgejahr ging es wieder eine Liga tiefer. Seit der Saison 2007/2008 ist man wieder erstklassig. Seitdem hat das Team aus dem Allerpark drei Vizemeister-Titel auf dem Konto.

Vergangene Woche endete die bislang kürzeste Finalserie der DEL zugunsten der Berliner. Foto: Grizzlys Wolfsburg/City-Press GmbH

Später Start um Weihnachten, Minimum drei Spiele pro Woche, verkürzte Playoffs. Leere Hallen, ein nie dagewesener Run auf Chipstüten, Kautschbier und MagentaSport. Ein Pavel Gross, der in der Pressekonferenz nach dem Halbfinalgaraus der Mannheimer den Gallenröhrling in der Pilzpfanne abgab. Traurige Wolfsburger, ein 100. Deutscher Meister aus Berlin im goldenen Lamettaregen. Die DEL hat eine vor allem finanziell knifflige, am Ende aber sportlich saubere Saison hinter sich gebracht. Wer hätte das gedacht? Von Frank Bröker.

Offensive Spielerrevolte

Niemand. Und dass Wolfsburg Pavel Gross‘ Starensemble im Halbfinale ausschaltet auch nicht. Als im entscheidenden dritten Serienspiel Mannheims Plachta in der eigenen Zone zu lässig mit der Scheibe hantierte, Max Görtz Hintertürgummi gab und Dennis Reul eine Kufe an den Gegner vermietete, standen die Grizzlys drei Minuten später dort, wo man es über weite Saisonstrecken hinaus nie vermutet hätte: im Endspiel.

Den Ausschlag dafür gab eine junge Mischung offensiver Spielerrevolte, gewürzt mit Old-Cortina-Beton-Taktik plus eines glänzend aufgelegten Dustin Strahlmeier im Tor als Sahnehaube. Und, by the way, trug sicherlich die Suspendierung von Jordan Boucher (nach dem 1:4 gegen Augsburg in der Verzahnungsrunde) zum Guten, vielleicht „Teamspirit“ geheißen, bei. So rückte der vormals überzählige Ausländer Phillip Bruggisser ins Line-Up und ackerte sich zum Felsen an der Blauen Linie heran.

Lucky Bounce

Warum Boucher verbannt wurde, sickerte bis dato nicht durch. Um es herauszufinden, müsste man vermutlich das Eishockey-Darknet bemühen. Jedenfalls fanden Pavel Gross‘ Mannen keinen Wolf und keinen Weg, Spiel 3 zu entscheiden. Über die Volldampf-Statistiken (pro Mannheim) konnte hinterher nerden, wer wollte. Ein Lucky Bounce entschied alles.

So geht Eishockey und als Verlierer findet man sich hinterher schnell damit ab. Zumindest zettelten die Mannheimer keine Schlägereien an und verwandelten sich in Wehrwölfe. Einzig Coach Gross sah so aus, als sollte man ihm in den Stunden nach Mitternacht nicht begegnen. Denn schuld am Fiasko war (nach seiner Fasson) die Liga, und zwar wegen allem, was eingangs hier erwähnt wurde. Außer Chipstüten, Kautschbier und MagentaSport – das sich gefühlt eher auf ein Finale Mannheim gegen Berlin (mit noch mehr Quote) gefreut hätte. Doch gegen Görtz‘ Puckhebel an Reuls Kufe war selbst Mikro-Experte Christoph Schubert machtlos. Bären unter sich, hieß es fortan. Wolfsburg gegen Berlin, das seine Hausaufgaben gegen Ingolstadt holprig aber effektiv und ebenfalls über die volle Distanz erledigen konnte.

Spiel 1: Weißer Bär mit schweren Beinen

Berlin ließ sich bitten und verlor standesgemäß Spiel 1 zuhause. Wenn auch erst in der 18. Minute der Overtime, als Julian Melchiori den entscheidenden Treffer gegen einen stehend schlaffen Gegner erzwang. Ein tolles Tor, das die Sinnhaftigkeit pünktlicher Shifts unter Verwendung der vierten Energy-Reihe einmal mehr unter Beweis stellte. So verloren eben nicht die Eisbären-Spieler das Match, sondern einzig und allein der Coaching-Staff.

„Das wird nie wieder passieren,“ mag man sich auf Berliner Seite hinterher geschworen haben und änderte vor Spiel 2 die Taktik genau in die genannte Richtung.

Spiel 2: Weißer Bär erlegt braunen Bären

Mit einer Mischung aus Frühstör-Überfall-Kommando und der Gewissheit auf Sonnenscheintage für Berlins Goalie Niederberger, kam Wolfsburg nicht zurecht. Spätestens nach dem 0:2 in Minute 28 hätte es eine Auszeit gebraucht, in der Pat Cortina den Leitwölfen zubrüllt: Jetzt übernehmt Ihr, ich zieh mich bis zum Ausgleich auf ein Beton-Wässerchen zurück.

Doch all das passierte nicht und die Grizzlys wurden in längst vergessene Saisonzeiten zurückkatapultiert. Am Ende mit der Gewissheit: Matchpuck vergeben. Und der Idee: Berlin wird schon passiver werden im entscheidenden Spiel 3.

Spiel 3: Weißer Bär tanzt

Doch: Pustekuchen. Selbst Olimbs Ausgleich, der nach Valentin Buschs verbotenem Pass ohne Helm zustande kam, änderte nichts mehr daran. Beide Teams brannten Feuerwerke ab und ließen in den Slots kaum etwas zu. Und dann verlor Wolfsburg ausgerechnet Kai Wissmann aus den Augen, der Leo Pföderl mustergültig aus Gretzkys Büro bediente. Minute 24 des 2. Drittels entschied über die Meisterschaft. Aber eigentlich Spiel 2, was bei aller Cortina-Wertschätzung über das Erreichen des Endspiels Tage später zu dessen Abschied führte. Im Gedächtnis bleibt: Spieler stützen sich auf Schlägern ab, Blicke gehen wie nach 20 Semestern Philosophiestudium ins berühmte Leere.

Für die Zukunft: ein Dobermann

Pat Cortina, der schüchterne Taktikhund, ist also von Bord, Dobermann „Iron Mike“ Steward übernimmt ein Team, das größtenteils zusammenbleiben und erneut auf eine erste Meisterfeier hinarbeiten wird. Mit Bremerhaven wurde Steward Zweitliga-Meister, Trainer des Jahres und unvergessener Schiedsrichter-Schimpfling. In der DEL küsste er die Augsburger Panther wach und führte sie in die Champions Hockey League. In Köln verzockte er sich zuletzt, das Team hatte genug vom Dobermann und verlor 17 Mal hintereinander. Aus die Maus, Uwe Krupp übernahm.

Das war im Februar 2020. Ach, Februar 2020. Die Zeit vor Corona. Da wird man ganz sentimental. Egal aus welchem Grund.

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Dies ist eine Kolumne von Frank Bröker. Die Meinung des Autors entspricht nicht zwingend der Meinung unserer Redaktion.

Frank Bröker ist Musiker, Komponist und Autor. Er ist Eishockeyfan und -experte und schrieb bereits sieben Bücher zu diesem Thema, unter anderem für den Verlag Andreas Reiffer.

 

Grizzlys Saisonabschluss: Grizzlys-Sportchef Charly Fliegauf (Foto) und Kapitän Sebastian Furchner blicken auf die Saison zurück. Videostill: Jens Bartels

Wolfsburg. Saisonabschluss bei den Grizzlys Wolfsburg. Am vergangenen Freitag unterlagen die Automobilstädter im entscheidenden dritten Spiel bei den Eisbären Berlin und scheiterten nur hauchdünn am Titel. Am Sonntag lud der nun viermalige Vizemeister zu einem mobilen Meeting mit den Fans ein. abseits° sprach in diesem Rahmen mit Sportdirektor Charly Fliegauf und Kapitän Sebastian Furchner.

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Grizzlys verlieren Finale: Die Eisbären hatten mit einem starken zweiten Drittel die Nase vorn. Foto: Grizzlys Wolfsburg/City-Press GmbH

Berlin/Wolfsburg. Das Wunder von Wolfsburg ist ausgeträumt. Die Eisbären Berlin gewinnen die 100. Deutsche Meisterschaft. Im dritten und entscheidenden Finalspiel der DEL-Playoffs unterlagen die Grizzlys Wolfsburg bei den Eisbären Berlin mit 1:2 (1:1, 0:1, 0:0). Dabei erzielten beide Teams nach einem blitzstart jeweils einen Treffer und hielten die Partie spannend. Im zweiten Abschnitt wurde Berlin immer stärker und erzielte folgerichtig den nächsten Führungstreffer. Das letzte Drittel lief auf Augenhöhe, doch die Eisbären ließen sich nicht mehr bezwingen.

Letztes Spiel für Likens

Nachdem die Berliner in einem starken Comeback die zweite Partie in der Automobilstadt für sich verbuchen konnten, musste die endgültige Entscheidung um die 100. Deutsche Meisterschaft in der Mercedes Benz Arena in der Bundeshauptstadt fallen. Wolfsburg trat weiterhin mit einem unveränderten Kader an. Für Jeff Likens war es das letzte Spiel seiner Karriere.

Ausgleich nach Blitzstart

Mit Vollgas ging es in das alles entscheidende Spiel. Der erste Angriff gehörte den Grizzlys, die auch gleich beim ersten Versuch Mathias Niederbergers Gehäuse gefährliche nahe kamen. Dabei verneinte dieser einen Versuch von Matti Järivnen (1.). Wirkten die Gäste in den ersten beiden Minuten offensiv stärker, belehrte der Rekordmeister eines Besseren. Nach einem Bully in der Wolfsburger Zone gelangte die Scheibe blitzschnell zu Mark Olver, der links an Dustin Strahlmeier zum 1:0 (2.) einschieben konnte.

Die Antwort ließ nicht lange auf sich warten. Direkt im nächsten Spielzug brachte Valentin Busch das Hartgummi von der blauen Linie auf Mathis Olimb, der von halblinks abzog – 1:1-Ausgleich (3.). Nach einer kurzen Protestphase der Hausherren, nachdem Busch den Pass ohne Helm auf dem Kopf gespielt hatte, ging es schnell weiter. Nun prüften die Eisbären ein weiteres Mal den Wolfsburger Schlussmann.

Weiter ging es rauf und runter, heiße Chancen blieben aber vorerst Mangelware. Die Schwarz-Orangen zeigten sich mit gutem Umschaltspiel und machten es den Berlinern mit gutem Forechecking schwer, in die gefährliche Zone zu kommen. In einer kurzen Druckphase kam man auch offensiv etwas besser zum Zug als der Gegner. Vor Probleme stellte das den Berliner Goalie jedoch nicht (13.).

Eine Schrecksekunde gab es in der 14. Minute, als Garrett Festerling nach einem Check vor der Bank liegen blieb und in die Kabine musste. Kurz darauf kamen die Eisbären erstmals in den Genuss einer Überzahlsituation, doch abgesehen von einer frühen Großchance passierte nicht viel (17.).

Eisbären machen das Spiel und belohnen sich mit Führung

Festerling stand zu Beginn des zweiten Abschnitts nicht mehr im Aufgebot. Auch dort kam der erste Schuss von den Gästen, der Versuch endete aber weit über dem Gehäuse (21.). Im Gegenzug arbeiteten die Berliner daran, ihr Plus an Chancen weiterhin zu erhöhen. Auch ingesamt zeigten sich die Eisbären mit mehr Druck – und belohnten sich folgerichtig. Dabei versuchte sich Kai Wissmann mit dem Bauerntrick, das Spielgerät landete bei Leo Pföderl, der es gegen den chancenlosen Strahlmeier eiskalt zum 2:1 (24.) einschlagen ließ.

Diesmal hatten die Automobilstädter keine Antwort auf der Kelle. Im Gegenteil. Der Torschütze des letzten Führungstreffers ließ es nochmals krachen, doch der Goalie war auf seinem Posten (26.). Die nächste starke Gelegenheit hatte Toto Rech nach einem Bully unmittelbar vor Niederberger, doch der Franzose scheiterte an diesem (28.). Dabei wurde der Grizzly mit dem Stock im Gesicht getroffen, sodass nun die Niedersachsen erstmals ins Powerplay kamen – ohne Erfolg (30.).

Der siebenfache Deutsche Meister blieb weiterhin am Drücker und prüfte Strahlmeier mehrfach. Dem half unter anderem auch das Gestänge hinter ihm (31.). Immer wieder kamen die Eisbären gefährlich in die Wolfsburger Zone. Die hingegen kamen vorne kaum noch zum Zug und taten sich hinten schwer, der Gegner in seinem Spielfluss zu stören. Bis zum Drittelende machte fast nur noch Berlin das Spiel. Zur zweiten Pausensirene musste der nächste Grizzly in die Kühlbox (40.).

Berlin lässt sich nicht bezwingen

Zum letzten Drittel kehrte Garrett Festerling zurück auf die Bank. Im Powerplay ließen die Eisbären die Scheibe zwar gut laufen, erspielten sich aber keine echten Möglichkeiten. Demnach ging es mit unverändertem Spielstand im 5-gegen-5 weiter (42.). Nun lief die Partie rauf und runter ohne dass es zu großen Chancen kam. Das Team mit den sieben Sternen auf der Brust konnte die Souveränität des zweiten Abschnitts zwar nicht mehr auf das Eis bringen, doch auch die Mannschaft von Pat Cortina war weiterhin nicht zwingend genug.

Nun kam der dreifache Vizemeister zu seinem nächsten Überzahlspiel. Das sah zunächst gut aus, doch die Scheibe fand Weg ins Tor nicht (51.). Im Anschluss lief das Spiel weiterhin auf Augenhöhe hin und her. Die Uhr lief allerdings unerbittlich gegen das Team aus dem Allerpark herunter. Das nächste Zittern kam mit der nächsten Möglichkeit von Marcel Noebels im Alleingang, doch Strahlmeier hatte alles im Griff (55.).

So sehr sich die Grizzlys auch bemühten, die Eisbären wollten sich den Titel nicht mehr nehmen lassen. Pat Cortina zog Dustin Strahlmeier zugunsten des Extraattackers sehr spät – ohne Erfolg. Die Eisbären Berlin holte sich die 8. Deutsche Meisterschaft.

Statistik (wird aktualisiert)

Grizzlys Wolfsburg: Strahlmeier – Möser, Bittner – Wurm, Bruggisser – Melchiori, Likens  – Rech, Olimb, Machacek – Furchner, Järvinen, Görtz  – Fauser, Festerling, Jormakka – Hungerecker, Raabe, Busch  – Adam

Torschüsse: 29 – 20

Strafminuten: 4 – 4

Bullys: 38 – 32

Tore: 1:0 (1:49) Mark Olver (Foucault, Fiore), 1:1 (2:14) Mathis Olimb (Busch, Melchiori), 2:1 (23:19) Leonhard Pföderl (Wissmann),

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Grizzlys verlieren gegen Berlin. Im zweiten Finalspiel hatte Berlin die Nase vorn. Am Ende reichte es jedoch nicht. Foto: Grizzlys Wolfsburg/City-Press GmbH

Wolfsburg. Entscheidung um die Deutsche Meisterschaft vertagt! Im zweiten Playoff-Finalspiel in der PENNY DEL unterlagen die Grizzlys Wolfsburg den Eisbären Berlin mit 1:4 (0:1, 1:2, 0:1). Das Team von Pat Cortina sah sich engagierten Berlinern entgegen, die offensichtlich wussten, was die Stunde geschlagen hatte. Nach einem 0:3-Rückstand schloss man durch einen Treffer von Gerrit Fauser immerhin nochmal an.

Matchpuck für die Grizzlys

Crunchtime in Wolfsburg. Mit einem Sieg im Rücken und damit der Möglichkeit die Serie vorzeitig für sich zu entscheiden ging es in die nächste Auflage des Bärenfinales. Hier hatten die Hausherren die Möglichkeit in eigener Halle die 100. Deutsche Meisterschaft für sich zu entscheiden und den ersten Meistertitel der Vereinsgeschichte zu holen. Im Kader der Gastgeber gab es keine Veränderung im Vergleich zu den letzten Spielen.

Eisbären nutzen Grizzlys-Fehler eiskalt aus

Das Bärenduell begann intensiv, wenn auch ohne große Möglichkeiten in den ersten Minuten. Zu den ersten beiden Schüssen kamen die Grizzlys, die im Anschluss jedoch in einer Berliner Druckphase mehr als einmal in ihrem eigenen Drittel eingeschnürt wurden. Diese endete mit einer Strafzeit der Gäste (5.). Wolfsburg fand zur Formation und kam auch zum Schuss, musste aber wiederholt neu aufbauen und konnte keinen Nutzen aus dem Powerplay ziehen (7.).

Den Eisbären war anzumerken, dass sie wussten, welche Stunde geschlagen hatte – das Offensivspiel der Hauptstädter war zu diesem Zeitpunkt deutlich gefährlicher, sodass Dustin Strahlmeier zwischenzeitlich keine Langeweile hatte. Dessen Vordermänner konnten nicht jede Situation entschärfen. Die Defensive des Roadteams hingegen wirkte etwas stabiler. Im weiteren Verlauf des ersten Drittels ließen die Chancen auf beiden Seiten etwas nach, sowwohl in der Qualität als auch in der Quantität.

Gute drei Minuten vor der erste Pause erlaubten sich die Grizzlys einen eklatanten Fehler. Während an der rechten Bande gekämpft wurde, gelang die Scheibe von dort quer durch den Slot zu Frank Hördler, der auf der linken Seite völlig frei stehend zum 0:1 (17.) einnetzen konnte. Zu allem Unglück mussten die Gastgeber kurz vor der ersten Sirenen selbst einen Spieler in die Kühlbox schicken (20.).

Berlin mit Doppelschlag – Fauser mit Anschluss

So startete der Mittelabschnitt mit einem Überzahlspiel des Rekordmeisters, doch auch dieses blieb ohne Erfolg (22.). Die Schwarz-Orangen verterteidigten in Unterzahl sehr gut, zeigten sich auch nach Ablauf der Strafe vorne etwas angriffslustiger und agierten nun auf Augenhöhe. Doch Berlin war weiterhin effektiver. Fehlte es bisher an Großchancen in diesem Drittel, nahmen die Eisbären gleich die erste wahr.

Dabei positionierte sich Ryan McKiernan hoch im Slot nahe der blauen Linie, bekam das Hartgummi von Marcel Noebels und nagelte einen Hammer und die Latte zum 0:2 (28.). Die Folgeminuten sahen eher wenig nach einer Wende aus. Zwar blieben die Automobilstädter offensiv dran, taten aber zu wenig, um das Spiel zu drehen.

Und auch die gewohnt stabile Defensive des dreifachen Vizemeisters wackelte immer wieder. Das nutze die Mannschaft von Serge Aubin erfolgreich. In einer Situation, in der die Grizzlys die Scheibe einfach nicht aus Strahlmeiers Dunstkreis herausbekamen, legte Sebastian Streu zum 0:3 (31.) nach.

Immerhin kamen die Niedersachsen zu einer kurzen Druckphase, in der ihnen auch wenig das Scheibenglück fehlte (36.). Daran schloß sich ein weiteres Powerplay an. Das lief zunächst nicht reibungslos, doch der erfahrene Gerrit Fauser brachte sich goldrichtig in Position, bekam die Scheibe von Garrett Festerling und jagte den Puck an Niederberger vorbei zum 1:3 (38.).

Wolfsburg kann nicht mehr aufschließen

Der Anschlusstreffer gab immerhin etwas Aufwind. Die erste Riesenmöglichkeit hatte Phil Hungerecker direkt vor Niederberger, doch er scheiterte (44.). In der Folge brachte das Team aus dem Allerpark mehr auf das gegnerische Gehäuse, doch zu oft waren die Schüsse nicht platziert genug. Auf der anderen Seite hatten Noebels (45.) und McKiernan Pech (47.), als das Spielgerät den Pfosten streifte.

Die Partie lief mit wenig nennenswerten Vorkommnissen weiter, die Uhr aus Sicht der Grizzlys unerbittlich herunter. Schussversuche gab es auf beiden Seiten weiterhin, doch nur wenig kam in Tornähe an. Fast vier Minuten vor Schluss zog Cortina Strahlmeier zugunsten des Extraattackers – ohne Erfolg. Die Eisbären erhöhten auf das leere Netz zum spielentscheidenden 1:4 (59.).

Die Entscheidung fällt nun am kommenden Freitag in der Berliner Mercedes Benz Arena.

Statistik

Grizzlys Wolfsburg: Strahlmeier – Möser, Bittner – Wurm, Bruggisser – Melchiori, Likens  – Rech, Olimb, Machacek – Furchner, Järvinen, Görtz  – Fauser, Festerling, Jormakka – Hungerecker, Raabe, Busch  – Adam

Torschüsse: 27 – 25

Strafminuten: 2 – 4

Bullys: 33 – 27

Tore: 0:1 (16:37) Frank Hördler (Zengerle, Tuomie), 0:2 (27:13) Ryan McKiernan (Noebels, Pföderl), 0:3 (30:54) Sebastian Streu (Foucault, Fiore), 1:3 (37:44) Gerrit Fauser (Festerling, Olimb/PP1), 1:4 (58:13) Lukas Reichel (EN)

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Grizzlys gewinnen in Berlin: Gerrit Fauser sorgte für das erste Final-Tor. Foto: Grizzlys Wolfsburg/City-Press GmbH

Berlin/Wolfsburg. Starker Auftakt! Im ersten Finalspiel um die Deutsche Meisterschaft in der PENNY DEL gewannen die Grizzlys Wolfsburg bei den Eisbären Berlin am Sonntagnachmittag mit 2:3 (0:0, 0:1, 2:1, 0:1). Das Team von Pat Cortina agierte von Beginn an auf Augenhöhe, auch wenn der Gegner über längere Zeit mehr Scheiben auf das Tor brachte. Im zweiten Abschnitt sorgte die powerplaystarke Mannschaft in Person von Gerrit Fauser für die Führung. Berlin glich spät aus, Wolfsburg kam mit einer schnellen Antwort, doch die Eisbären erzwangen die Overtime. Dort sorgte Melichiori für die Entscheidung.

Neuauflage der Finalserie von 2011

Es war das zweite Mal, dass diese beiden Kontrahenten in einem Finale um die Deutsche Meisterschaft aufeinandertrafen. Im Jahr 2011 unterlagen die Grizzlys in drei knappen Spielen, sodass der Titel an die Eisbären ging. Während damals Best-of-five gespielt wurde, gehen die diesjährigen Titelkämpfe über maximal drei Partien.

Torloser Auftakt mit wachsender Intensität

Die Partie begann mit nicht ganz so viel Intensität als noch im letzten Halbfinalduell zwischen den Grizzlys und den Adlern. Wolfsburg zeigte sich in den ersten Minuten öfter vor dem Kasten des Gegners, bevor auch der Rekordmeister mit einer kurzen Druckphase die ersten Stiche setzen konnte. Klare Möglichkeiten blieben vorerst aus. Nach gut fünf Minuten waren die Hausherren offensiv etwas besser im Spiel und brachten mehr Schüsse auf das Tor als der Gegner, der sich abermals mit einer stabilen Defensive und gutem Forechecking zeigte.

Im weiteren Verlauf blieb das Geschehen weiterhin eher taktisch geprägt, ohne dass einer der Kontrahenten große Risiken eingegangen wäre. Was an Schüssen durchkam klärten beide Goalies souverän. Doch das Spiel nahm immer mehr Fahrt auf. So hatte Kris Foucault eine gute Gelegenheit von rechts, verpasste jedoch die Scheibe (13.).

Auf der anderen Seite kam Dominik Bittner mit einem Hochkaräter vom linken Bullykreis, konnte Mathias Niederberger aber nicht überwinden (17.). Wechselseitig ging es mit wenig Unterbrechungen bis zur ersten Pausensirene. Über Langeweile konnten sich beide Schlussmänner zwischenzeitlich nicht beklagen.

Fauser lässt es zur Führung krachen

Der Mittelabschnitt begann mit einer Schrecksekunde, als Janik Möser in die Bande gecheckt wurde und zunächst liegen blieb, das Spiel aber fortsetzen konnte. Kurz darauf bissen sich die Hauptstädter im Drittel der Grizzlys fest und prüften Dustin Strahlmeier mehrfach – der parierte die zwei gefährlichen Chancen ohne Probleme (23.).

Berlin hatte das Chancenplus weiterhin auf seiner Seite, doch die Möglichkeiten der Gäste hatten es in sich. So brachte Spencer Machacek das Hartgummi über links und legte auf den im Slot herangerauschten Phil Hungerecker ab. Der machte sich lang und versuchte das Spielgerät an Niederberger vorbei zu spitzeln, der aber war auf seinem Posten (28.).

In der Folge legte Ryan McKiernan Max Görtz auf das Eis und musste in die Kühlbox. So kam der dreifache Vizemeister erstmals in den Genuss eines Überzahlspiels. Trotz einiger Möglichkeiten war das Powerplay, auch dank eines Monstersaves von Niederberger, nicht von Erfolg gekrönt (31.). Der Schwede in Diensten der Grizzlys musste kurz in der Kabine behandelt werden, konnte das Spiel aber ebenfalls fortsetzen. Direkt im Anschluss musste der nächste Eisbär raus.

Die Schwarz-Orangen kamen erstklassig in Formation und ließen die Scheibe lange zirkeln. Mathis Olimb schob nach links auf Anthony Rech, der sogleich abzog. Niederberger musste nach vorne abprallen lassen. Dort stand Gerrit Fauser und nagelte den Rebound zum 0:1 (34.) in die Maschen.

Nach der Führung blieben die Automobilstädter vorerst am Drücker, während Berlin kurz vor der zweiten Pause die nächste Strafe zog. Diesmal funktionierte die Überzahl des Roadteams nicht so gut, die Eisbären zeigten ein starkes Unterzahlspiel und übten in der ersten Minute heftigen Druck aus. Dementsprechend konnte das Cortina-Team nicht nachlegen (40.).

Eisbären erzwingen Last-Minute-Verlängerung

In den Schlussabschnitt kamen die Hauptstädter wieder besser rein, als noch zum Ende des zweiten Drittels. Nun musste auch erstmals ein Grizzly aufgrund einer Strafe vom Eis. Dort hatte Garret Festerling mit einem feinen Solo-Konter die erste Möglichkeit, scheiterte aber am Berliner Schlussmann (45.). Auf der eigenen Seite verteidigten die in weiß und orange Spielenden die Unterzahl sehr gut.

Ein hoher Stock von Julian Melchiori brachte dem siebenfachen Deutschen Meister die nächste Überzahl ein, doch auch diese veränderte den Spielstand nicht (51.) und bestätigte weshalb die Berliner in den Playoffs das schwächste Powerplay zubuche stehen haben.

Im Anschluss scheiterten mehrere Angriffe der Gastgeber. Im Gegenzug kam Toto Rech über rechts, doch Niederberger verneinte (53.).
Ein weiteres Mal hieß es Powerplay für die Eisbären – diesmal mit Erfolg. Marcel Noebels bezwang Dustin Strahlmeier mit einem unhaltbaren Schuss zum 1:1 (54.). Berlin hatte derweil im Schussverhältnis wieder aufgeholt.

Doch das Gästeteam hatte eine Antwort parat. Festerling spielte die Scheibe tief, Pekka Jormakka brachte die Scheibe vor das Tor. Dort stand Janik Möser goldrichtig und schob zum 1:2 (58.) ein. Serge Aubin schickte den Extraattacker – mit Erfolg. Zach Boychuk netzte 38 Sekunden vor dem Ende der regulären Spielzeit zum 2:2 (60.) ein.

Melichiori sieht die richtige Lücke

Dort kam Wolfsburg mit der ersten Möglichkeit durch Rech (61.). In der Folge tat man sich kurzfristig schwer, das Spielgerät aus dem eigenen Drittel zubekommen. Auf Seiten des Gegners sorgte Noebels ein weiteres Mal für Torgefahr (63.). Die Eisbären kamen danach gleich mit mehreren Möglichkeiten, Wolfsburg ließ es ebenfalls zweimal heftig krachen (65.). Dabei standen beide Goalies weiterhin sicher.

Große Gelegenheiten blieben im Anschluss vorerst Mangelware. Die nächste Möglichkeit hatte McKiernan auf der Kelle, der nagelte seinen Schuss aber am Kasten vorbei (73.). Rund fünf Minute vor dem Ende der ersten Overtime brannte es kurzfristig lichterloh vor Strahlmeiers Gehäuse, der aber agierte mit kühlem Kopf souverän (75.).

Nun kam Wolfsburg zu einer Druckphase, schnürte den Gegner in dessen Drittel ein und sorgte für die Entscheidung. Julian Melchiori spielte sich in der gegnerischen Verteidigung nach langem Scheibenbesitz frei, sah die Lücke und donnerte den Puck zum spielentscheidenden 2:3 (18.) ein.

Statistik

Grizzlys Wolfsburg: Strahlmeier – Möser, Bittner – Wurm, Bruggisser – Melchiori, Likens  – Rech, Olimb, Machacek – Furchner, Järvinen, Görtz  – Fauser, Festerling, Jormakka – Hungerecker, Raabe, Busch  – Adam

Torschüsse: 43 – 43

Strafminuten: 6 – 6

Bullys: 40 – 37

Tore: 0:1 (33:05) Gerrit Fauser (Rech, Olimb), 1:1 (53:25) Marcel Noebels (PP1), 1:2 (57:42) Janik Möser, 2:2 (59:22) Zachary Boychuk (White, Pföderl/EA), 2:3 (77:59) Julian Melchiori (OT)

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Grizzlys kämpfen Adler nieder: Zum vierten Mal ziehen die Grizzlys in ein Finale ein. Foto: Grizzlys Wolfsburg/City-Press GmbH.

Mannheim/Wolfsburg. Endspiel für den dreifachen Vizemeister! Im dritten und entscheidenden Playoff-Halbfinalspiel der PENNY DEL bezwangen die Grizzlys Wolfsburg Adler Mannheim mit 1:2  (1:1, 0:0, 0:1). Die Mannschaft von Pat Cortina sah sich zu Spielbeginn einem erheblichen Angriffsdruck gegenüber, der auch im ersten Gegentor gipfelte. Dennoch hatte man eine Antwort parat und ging unentschieden in die erste Pause. Der Mittelabschnitt war von Strafzeiten und Ausgeglichenheit geprägt, brachte aber keine Veränderungen. Ähnlich lief es im letzten Drittel, doch wie aus dem Nichts netzte Max Görtz zum spielentscheidenden 1:2 ein.

Weiterhin keine Kaderveränderung – Adler mit weiterem Ausfall

Auch für das alles entscheidende dritte Spiel der Best-of-three-Serie um den Einzug in das Finale, traten die Grizzlys mit dem selben Kader an. Lediglich die Reihenfolge der Sturmreihe wurde wieder auf den Status der ersten Partie gesetzt. Phil Hungerecker und Valentin Busch tauschen die Positionen. Das Gehäuse hütete weiterhin Dustin Strahlmeier, zuletzt immer glänzend aufgelegt. Der Gegner hingegen musste mit Florian Elias einen weiteren Spieler in das Lazarett schicken.

Ausgleich nach intensivem ersten Drittel

Intensiv ging es los, in diesem Do-or-die-Spiel in der Mannheimer SAP Arena. Die erste Möglichkeit gehörte den Hausherren, Strahlmeier entschärfte diese noch problemlos (1.). Doch auch in den Folgeminuten blieben die Adler offensiv am Drücker und bissen sich immer wieder in der Zone der Gäste fest. Folgerichtig fiel der Treffer. Dabei sah Matthias Plachta Dennis Reul frei nahe der blauen Linie. Der zog einfach ab, Strahlmeier hatte keine Sicht und war bei dem 1:0 (4.) chancenlos.

Von Schockstarre war auf Seiten der Wolfsburger keine Spur. So kam im Gegenzug Gerrit Fauser zu einer Möglichkeit, konnte Dennis Endras aber nicht überwinden (5.). Im Anschluss ging es rauf und runter. Zunächst prüften die Blau-Weiß-Roten den Gäste-Goalie erneut, auf der anderen Seite tanzte Anthony Rech die Verteidigung aus, legte für Spencer Machacek auf, der aber ebenfalls am Mannheimer Schlussmann scheiterte (6.).

Das Spiel beruhigte sich insofern ein wenig, dass es auf beiden Seiten für kurze Zeit keine gefährlichen Möglichkeiten mehr gab. Kurz nach dem Powerbreak kamen die Baden-Württemberger zu ihrem ersten Überzahlspiel. In eine richtige Powerplay-Formation fand man zwar erst spät, nahm dennoch diverse Schüsse aus unterschiedlichen Positionen. Wolfsburg überstand die Unterzahl aber schadlos (11.).

Nun war wieder mehr Intensität drin. Das Team von Ex-Grizzlys-Coach Pavel Gross brachte insgesamt mehr Schüsse auf das Gehäuse, doch von einem klaren Übergewicht konnte keine Rede sein. Immer wieder kamen auch die Niedersachsen in gefährliche Schusssituationen – und erzielten den Ausgleich.

Mathis Olimb gab die Scheibe zu Phillip Bruggisser an der blauen Line. Der zog seinen gewohnten Hammer direkt auf den gegnerischen Kasten ab. Dort lenkte Machacek unhaltbar zum 1:1 (14.) in das Gehäuse. Bis zum Drittelende hatte Wolfsburgs Torhüter mehr zu tun, als sein Gegenüber. Wirklich gefährlich wurde es bis zur Pause aber nur noch selten.

Mehr Strafen, weniger Chancen und keine Tore

In den zweiten Abschnitt kam das Roadteam mit der ersten Chance (21.). Die erste gute Möglichkeit der Mannheimer machten die Unparteiischen mit einem Pfiff zunichte. Eine Strafe wurde jedoch nicht ausgesprochen, sodass es regulär weiter ging. Nur kurz darauf mussten die Automobilstädter erneut einen Mann in die Kühlbox schicken.

Die Gastgeber konnte die Scheibe diesmal besser zirkulieren lassen, kamen aber zu weniger Abschlüssen. Von Erfolg gekrönt war das Powerplay nicht (25.). Kurz nach Erreichen der Vollzähligkeit folgte der nächste Fehlpfiff. Ein Linienrichter hatte einen Wolfsburger Wechselfehler gesehen, doch der Hauptschiedsrichter entschied dagegen (27.).

Die Grizzlys agierten im zweiten Abschnitt defensiver stabiler und verhinderten diesmal besser dass der Gegner sein Spiel entfalten konnte. Nun kam der dreifache Vizemeister auch erstmals selbst in den Genuss einer Überzahl, doch abgesehen von einem Görtz-Kracher passierte nicht viel (29.). Mannheim lief im zweiten Abschnitt offensiv nicht so stark auf, als noch in Drittel eins. Deren nächstes Powerplay änderte am Spielstand ebenfalls nichts.

Kurz vor Ablauf der Wolfsburger Strafe mussten diese zwar den nächsten Mann vom Eis schicken (35.), agierten in Unterzahl aber ein weiteres Mal souverän (37.).  Wenige Minuten vor der zweiten Pausensirene hieß es ein weiteres Mal Überzahl für die Schwarz-Orangen – wieder ohne Erfolg (39.).

Görtz schießt Grizzlys ins Finale

Die Adler kamen nun wieder mit viel Feuer aus der Kabine und schnürten den Gegner mehr als einmal im eigenen Drittel ein. Minutenlang lief das Spiel ohne Unterbrechung und es sah eher nach einem Treffer des Titelverteidigers, als nach einem der Wolfsburger aus. Erst nach gut sechs Minuten gelang es den Gästen einen Schuss auf das Tor abzugeben. Der kam von Toto Rech aus der neutralen Zone und dient eher der Zeitgewinnung für den nächsten Reihenwechsel (46.).

Etwas Hoffnung für Teams aus dem Allerpark hätte das nächste Überzahlspiel bringen können. Das Hartgummi lief gut, doch Endras ließ sich nicht überwinden und auch die gesamte Adler-Defensive hatte alles im Griff (50.). Im 5-gegen-5 sah man das Bild aus dem zweiten Drittel. Ein eher taktisch geprägtes Spiel, ohne große Risiken. Keiner der Kontrahenten konnte das Heft endgültig in die Hand nehmen, echte Chancen blieben Mangelware.

Die Uhr lief herunter und es sah ein weiteres Mal danach aus, als würde die Entscheidung erst in der Overtime fallen – doch wie aus dem Nichts fiel das nächste Tor. Max Görtz brachte das Spielgerät hinter dem Tor und schob die Scheibe vor das Tor. Dort prallte der Puck von einem Schlittschuh ab und überschritt die Linie zum 1:2 (57.).

Unmittelbar danach verpassten die Hausherren den Ausgleich nur knapp (58.). Gross schickte den Extraattacker erst eine gute Minute vor Schluss – ohne Erfolg. Wolfsburg zog zum vierten Mal in das Finale ein – zum zweiten Mal gegen die Eisbären Berlin.

Statistik

Grizzlys Wolfsburg: Strahlmeier – Melchiori, Likens – Wurm, Bruggisser – Möser, Bittner – Furchner, Järvinen, Görtz – Rech, Olimb, Machacek  – Fauser, Festerling, Jormakka – Hungerecker, Raabe, Busch  – Adam

Torschüsse: 24 – 21

Strafminuten: 6 – 8

Bullys: 26 – 25

Tore: 1:0 (3:51) Dennis Reul (Plachta, Desjardins), 1:1 (13:52) Spencer Machacek (Bruggisser, Olimb),

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Grizzlys bezwingen Adler: Erst in der Overtime konnten die Grizzlys das Ticket für Spiel drei ziehen. Foto: Grizzlys Wolfsburg/City-Press GmbH

Wolfsburg. Im zweiten Playoff-Halbfinalspiel der PENNY DEL bezwangen die Grizzlys Wolfsburg Adler Mannheim am Mittwochabend mit 2:1 (0:0, 0:1,1:0, 1:0 ). Das Team von Pat Cortina kam offensiv nur schwer in Tritt, erst im zweiten Drittel kam man auf mehr als eine gute Chance, musste nach erheblichem Mannheimer Angriffsdruck allerdings den ersten Gegentreffer hinnehmen. Eine gute Viertelstunde vor dem Spielende erfolgte der Ausgleich. So fiel die Entscheidung erst in der Verlängerung.

Raabe rückt auf Center-Position

Auch dieses Mal gab es keine Veränderungen im Wolfsburger Kader, wohl aber in der Zusammensetzung der Reihen. So setzte Cortina die 1. Reihe aus der letzten Partie an Position drei, in der 4. Reihe rutschte Steven Raabe auf die Centerposition. Im Tor vertraute der Italo-Kanadier weiterhin auf Dustin Strahlmeier. Dem Gegner fehlte nach David Wolf nun auch Tommi Huhthala bis zum Saisonende.

Torloses Startdrittel

Schnelligkeit und wenig Unterbrechungen kennzeichneten das erste Drittel, welches eher taktisch geprägt war. Die Grizzlys kamen früh in eine kurze Druckphase, die Dennis Endras im Tor der Adler allerdings vor wenig Probleme stellte. Mannheim tat in der Folge offensiv mehr und hatte das Torschussverhältnis klar für sich verbucht. Das einzige Powerplay – zugunsten der Wolfsburger – änderte am Zwischenstand nichts (7.). Gefährliche Möglichkeiten blieben im ersten Abschnitt eher Mangelware.

Vollgas-Adler erzielen die Führung

Im zweiten Drittel sah das schon anders aus. Die Niedersachsen kamen zunächst mit mehr Feuer aus der Kabine und verpasste eine erste Großchance durch Festerling auf Fauser nur knapp (22.). Im Gegenzug verhinderte die Wolfsburger Verteidigung eine gute Möglichkeit der Mannheimer (23.). Doch die behielten die Partie im Anschluss weitestgehend unter Kontrolle und feuerten teilweise aus allen Rohren.

Immerhin hatten die Schwarz-Orangen durch Max Görtz (28.) und Anthony Rech (30.) nochmal zwei sehenswerte Gelegenheiten, doch ansonsten war es Dustin Strahlmeier, der hinten keine Langeweile hatte. Während es weiterhin mit viel Tempo und wenig Unterbrechungen zur Sache ging, kamen die Baden-Württemberger zu immer mehr brandgefährlichen Möglichkeiten – und erzielten letztendlich das 0:1 (39.) durch Mark Katic.

Furchi hält Grizzlys im Spiel

Im letzten Abschnitt kamen die Gastgeber früh in den Genuss einer Überzahl, machten daraus aber nichts (45.). Doch nur wenige Minuten darauf musste der Titelverteidiger erneut einen Spieler in die Kühlbox schicken. Diesmal fackelte das Cortina-Team nicht lange. Mit einem sehenswerten Schuss verfrachtete Sebastian Furchner die Scheibe zum 1:1 (47.) in das rechte obere Eck.

Auch insgesamt kam vom Team aus dem Allerpark offensiv nun etwas mehr, während die Adler zu diesem Zeitpunkt im letzten Drittel noch keine Torschuss auf dem Zettel hatten – überhaupt war von den Blau-Weiß-Roten bei weitem nicht das zu sehen, was man in den zweiten 20 Minuten noch auf das Eis brachte.

Die Automobilstädter hingegen taten, was zu tun war. Hinten zeigte die Abwehr – inklusive des bärenstarken Strahlmeier – einen soliden Job. Vorne agierte der Angriff teilweise mit viel Selbstvertrauen. Doch Mannheim rappelte sich wieder. Bis zum Ende der regulären Spielzeit gingen beide Teams keine allzu großen Risiken mehr ein. Furchner hatte die letzte große Chance.

Rech holt für Wolfsburg Spiel drei

Es ging in die Overtime, in der weiterhin um jeden Zentimeter gekämpft wurde. Auch hier gab es minutenlang keine Unterbrechungen, das Spiel ging wechselseitig rauf und runter. So fiel der Treffer fast wie aus dem Nichts! Toto Rech pflückte die Scheibe aus der Luft, tanzte seine Gegenspieler aus und netzte das spielentscheide 2:1 (66.) im Alleingang ein.

Statistik

Grizzlys Wolfsburg: Strahlmeier – Melchiori, Likens – Wurm, Bruggisser – Möser, Bittner  – Fauser, Festerling, Jormakka – Rech, Olimb, Machacek – Furchner, Järvinen, Görtz – Busch, Raabe, Hungerecker  – Adam

Torschüsse: 22 – 33

Strafminuten: 2 – 6

Bullys: 17 – 29

Tore: 0:1 (38:23) Mark Katic (Smith, Shinnimin), 1:1 (46:53) Sebastian Furchner (Görtz, Bittner/PP1), 2:1 (65:05) Anthony Rech (OT)

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Mitten im Halbfinale blickt unser Kolumnist auf den Weg dahin und die erste Begegnung mit den Adlern. Foto: Grizzlys Wolfsburg/City-Press GmbH

Damit man dem Eishockeygott zeigt, was im Ernstfall geht, wurden die Playoffs erschaffen. Selbst Hauptrunden-Touristen (Ingolstadts Louis-Marc Aubry, der halbe Wolfsburger Sturm von Rech bis Olimb uvm.), wachsen über sich hinaus. Und wo wir schon bei den Happy-Halbfinal-Grizzlys sind: Wenn ausgerechnet der lange überzählige Blueliner Philipp Bruggisser in der Verlängerung den Puck zum Overtime-Gamewinner ins Bremerhavener Netz zimmert, tja, dann sind eben Playoffs. Von Frank Bröker.

Quick Turnaround

Zu übersetzen mit „rasche Abwicklung.“ Ähnlich: „Jeff Likens-Quick Turnaround.“ Bedeutet: Eben noch nach Bandencheck ins Krankenlager (schmerzhafte Oberkörperverletzung, näheres erfährt man nie), wenige Tage später wieder eisenharter Abwehrmann. Oder: In Topform raste München in die Playoffs, im Schnellwaschgang schied der große Favorit nach zwei Spielen gegen Ingolstadt aus und verstand die Welt nicht mehr.

So schnell kann es gehen: eine vermeidbare Strafe, ein verpatzter Rebound, ein Scheibenverlust, ein feindlicher Pass auf dem „Tor“ draufsteht: Uhr tickt runter, Nerven liegen blank, Ende, Untergang, Urlaub (bloß wo?). Aber so ist das nun mal in einer verkürzten Playoff-Serie, die übrigens zum ewigen Geschäft in der Eishockeybundesliga der Frauen zählt.

Rasch wird sie also abgewickelt, die Saison 2020/21. Denn wenn sich ein Playoff-Team in Corona-Quarantäne begeben muss, war es das. Wer raus ist, ist raus. Nachrücker gibt es nicht. An so ein Szenario wollen wir gar nicht denken. Es reicht schon, dass die Playoffs bald schon wieder vorbei sind. Noch ehe wir überhopft das Kühlschrank-Checken daheim so richtig draufhaben. Und überhaupt: Was mache ich nach der Meisterfeier mit einem MagentaSport-Abo? Lebenszeitverschwendende Maßnahmen einläuten, drittklassigen Fußball schauen (Halle gegen Zwickau) gewiss nicht. Im Mai soll es noch eine Männer-WM geben. Da sich die besser vermarkten lässt, als eine kurz vorm Anbully abgesagte Frauen-WM, wird sie kaum ausfallen. Aber danach? Was kommt danach? Wettangeln im Spreewald mit ACDC? (Zander!)

Ein Pavel-Gross-Move und verlangsamte Berliner

Nicht jedes DEL-Team kann in einem bis dato völlig verkorksten Match auf einen Pavel Gross-Move zurückgreifen und das vielzitierte „Momentum“ auf seine Seite ziehen. Wer beim Do-or-die-Stand von 0:3 im Viertelfinale bereits ab Minute zehn vor Schluss den Goalie gleich zweimal zieht, so zum Ausgleich kommt und in der Overtime gewinnt, darf während der Pressekonferenz genüsslich in eine Klagschale pullern und total entspannt grinsen. Auch wenn der Gegner eben noch Straubing hieß. Und (noch) nicht Wolfsburg, Ingolstadt oder Berlin.

Die Eisbären hebelten den Kontrahenten aus Iserlohn geduldig eine Spur besser aus und zogen nach drei Spielen ins Halbfinale ein. Wobei den Sauerländern eine lange Ausfallliste mit wenig Resttiefe im Kader zum Verhängnis wurde.

Wenig später trafen ausgeruhte Ingolstädter in der Hauptstadt ein. Spritzig, mit einem eher lockeren Verhältnis zur gegnerischen Gesundheit. Und da Berlins Abwehr (samt Umschaltspiel) besonders im zweiten Drittel phasenweise an eine stark verlangsamte Kräuterfreundetruppe mit Denkerpech gemahnte, fuhr Ingolstadt mit der Serienführung vom Eis. Sinnbildlich: Wenn alte Recken wie Frank Hördler beim Turnaround an der Blauen über sich selbst den Kopf schütteln, will das was heißen. Matchpuck Ingolstadt. Und auch …

Matchpuck für die Adler und Cortinas Schöpfung

Das erste Duell der Overtime-Sieger Mannheim und Wolfsburg ging mit 4:1 an die SAP-Hausherren. Woran lag es aus Wolfsburger Sicht? An einem alten Saisonhut, der Chancenverwertung. Nennen wir es ruhig „Chancengaunerei“, um die Phrase „Wer vorne die Tore nicht macht, wird hinten bestraft“ nicht strapazieren zu müssen.

Alle Crunch-Time-Relevanzen (Entschlossenheit, Disziplin, Standfestigkeit) waren mit beschlagener Brille deutlich zu erkennen. Ja, die Scheiben flogen Goalie Endras im Mannheimer Kasten um die Maske, ans Kreuzeck, an den Schoner, in die Fanghand. Bis ins letzte Drittel hinein sah Coach Pat Cortina sich … jetzt wird es biblisch (1.Mose 1,126) … alles an, was er gemacht hatte, und siehe da, es war sehr gut. Doch Morbus Kobold, der fiese Puck, spielte nicht mit. „Wir brauchen zwei Tore, keine zwei Minuten,“ rief Cortina flehentlich, die Augen zum Videowürfel gerichtet. „Oder zumindest zwei Minuten Überzahl.“
Die Schiedsrichter grinsten nur und von Ferne klapperte die Strafraumtür. Ein Geräusch, das Cortina noch die ganze Rückreise nach Wolfsburg verfolgen sollte.
Da ward aus Abend und Übermorgen der nächste Spieltag. Er sollte Himmel und Erde mit einem orange-schwarz-weißem Heer überstrahlen. Von Ferne klapperte die Tür ins Finale. Game ohne Over. PS: Lieber Eishockeygott: Deal?

Heiliges Krönchen am Rande: Alle Befürchtungen, dass sich unsere Cracks im Laufe der Pandemie-Saison zu Corona-Wissenschaftlern aufspielen, traten bisher nicht ein. Für Schauspieler (aka: Schwalbenkünstler im Film „Kleinhirnküken“) haben wir schließlich einen DEL-Pranger namens „Diving List.“

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Dies ist eine Kolumne von Frank Bröker. Die Meinung des Autors entspricht nicht zwingend der Meinung unserer Redaktion.

Frank Bröker ist Musiker, Komponist und Autor. Er ist Eishockeyfan und -experte und schrieb bereits sieben Bücher zu diesem Thema, unter anderem für den Verlag Andreas Reiffer.

Grizzlys verlieren in Mannheim: Trotz hochkarätiger Chancen wollte die Scheibe nur einmal ins Tor – Goalie Endras hatte einen glänzenden Tag. Foto: Grizzlys Wolfsburg/City-Press GmbH

Mannheim/Wolfsburg. Im ersten Playoff-Halbfinalspiel unterlagen die Grizzlys Wolfsburg bei Adler Mannheim am Montagabend mit 4:1 (1:0, 1:1, 2:0). Dabei konnte das Team von Pat Cortina auf zwar weniger, aber dennoch hochkarätige Möglichkeiten blicken, davon aber zu wenig im Tor unterbringen. Durch den Empty-Netter war es am Ende deutlich.

Wiedersehen mit alten Bekannten

Auftakt zur Best-of-three-Serie im Halbfinale der Deutschen Eishockey Liga. Mit Gegner Mannheim war es auch ein Wiedersehen mit alten Bekannten. Neben dem ehemaligen Wolfsburger Trainerstab Pavel Gross und Mike Pellegrims, standen auch Goalie Felix Brückmann und Verteidiger Björn Krupp bereits in Diensten der Grizzlys. Auf deren Seite stehen mit Dominik Bittner, Garret Festerling, Jan Nijenhuis, Phil Hungerecker und Janik Möser gleich eine Handvoll Ex-Mannheimer Spieler im Kader.

Adler gehen in Führung

Im Duell der beiden Overtime-Matchwinner aus dem Viertelfinale gelang den Gästen der erste Stich. Matti Järvinen trug die Scheibe alleine bis kurz vor Dennis Endras‘ Kasten trug, spielte ab, doch der Mannheimer Schlussmann sicher auf seinem Posten war (1.). Auch in den Folgeminuten wirkten die Grizzlys optisch etwas stärker, auch wenn Mannheim zunächst mehr Schüsse zu verzeichnen hatte.

In dieser Disziplin rückte das Team aus dem Allerpark schnell auf, kam zur Drittelmitte in eine weitere gute Phase, zeigte wieder einmal ein gutes Umschaltspiel und biss sich eine Weile vor dem gegnerischen Tor fest (9.). Spielten beide Teams bis dahin sehr diszipliniert, erlaubten sich die Wolfsburger gleich zwei Strafen innerhalb von einer Minute (14.).

Die Möglichkeit in doppelter Überzahl zu punkten, ließ sich das powerplaystarke Team des Titelverteidigers nicht nehmen und netzte nach einer glänzenden Kombination zum 1:0 (14.) ein. Der Treffer ging an den Grizzlys nicht ganz spurlos vorbei.

Mannheim bleibt nach Ausgleich wieder vorn

Nach der ersten Pause kamen die Adler mit mehr Druck aus der Kabine, doch das Roadteam fing sich schnell und hielt dagegen. Die nächste Chance hatte Mathis Olimb auf der Kelle, der nach einem maßgenauen Pass einen Hammer in Richtung Endras losließ, den der jedoch stark parierte. Es folgte eine Strafzeit für Mannheim.

In dieser taten es die Gäste den Hausherren gleich, kamen schnell in Formation und netzten nach nur wenigen Sekunden durch Spencer Machacek zum 1:1 (24.) ein. Weiter ging es rauf und runter, Wolfsburg überstand die nächste Unterzahl schadlos. Im Nachgang verpasste man die nächste Möglichkeit, da sich die eigenen Spieler gegenseitig behinderten (27.).

Auf der Gegenseite hatten die Baden-Württemberger eine längere Druckphase, in der Strahlmeier gleich mehrfach geprüft wurde. Die Niedersachsen konnten sich nur schwer zur Wehr setzen, was in einer weiteren Strafzeit gipfelte (35.) – und wieder schlug es ein. Dabei legte Matthias Plachta auf den vor Strahlmeier stehenden Ben Smith ab, der zum 2:1 (36.) nur noch einschieben musste. Kurz darauf traf Gerrit Fauser nach einem feinen Alleingang nur das Metall (38.) und auch der nächste hochkarätige Konter war nicht von Erfolg gekrönt (40.).

Grizzlys nutzen ihre Möglichkeiten weiterhin nicht

Der Schlussabschnitt begann mit einer Unterzahl der Gastgeber, welches aus Wolfsburger Sicht ungenutzt verstrich (44.). Wenige Minuten später wiederholte sich die Situation (47.). Dennoch hatte man auf Seiten des dreifachen Vizemeisters zwar insgesamt weniger Chancen, doch die hatten es in sich. Die Scheibe wollte nicht, sodass die Zeit unerbittlich gegen die Grizzlys Wolfsburg lief.

Die Süddeutschen machten am Ende mehr aus ihren Möglichkeiten. So leitete Felix Schütz gute sechs Minuten vor Schluss mit seinem Treffer zum 3:1 (54.) die Vorentscheidung ein. Zu allem Unglück zogen die Schwarz-Orangen die nächste Strafe, doch den Deckel drauf machen konnte der Rekordmeister nicht.

Pat Cortina zog gute drei Minuten vor Schluss den Goalie zugunsten des Extraattackers – Mannheim netzte in das leere Tor zum 4:1-Endstand (59.) ein.

Statistik

Grizzlys Wolfsburg: Strahlmeier – Melchiori, Likens – Wurm, Bruggisser – Möser, Bittner – Furchner, Järvinen, Görtz  – Fauser, Festerling, Jormakka – Rech, Olimb, Machacek – Raabe, Hungerecker, Busch  – Adam

Torschüsse: 33 – 17

Strafminuten: 6 – 10

Bullys: 37 – 21

Tore: 1:0 (13:42) Andrew Desjardins (Eisenschmid, Loibl/PP2), 1:1 (23:26) Spencer Machacek (Furchner, Bittner/PP1), 2:1 (35:35) Benjamin Smith (Plachta, Eisenschmid/PP1), 3:1 (53:57) Felix Schütz (Smith, Bast), 4:1 (58:19) Benjamin Smith (Desjardins/EN)

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Grizzlys siegen bei Pinguins: Damit stehen die Wolfsburger im Halbfinale. Foto: Grizzlys Wolfsburg/City-Press GmbH

Bremerhaven/Wolfsburg. Sieg im entscheidenden dritten Viertelfinal-Spiel der PENNY DEL! Die Grizzlys Wolfsburg gewannen am Samstagabend bei den Fischtown Pinguins Bremerhaven mit 2:3  (0:1, 1:1, 1:0, 0:1). Das Team von Pat Cortina bestach ein weiteres Mal mit einem starken ersten Drittel und einer frühen Führung. Im zweiten Abschnitt legte man nach, musste aber auch einen Bremerhavener Anschlusstreffer hinnehmen. Die knappe Führung hielt bis kurz vor Ende der regulären Spielzeit, dann sorgte Jan Urbas für die Overtime, in der Phillip Bruggisser für die Entscheidung sorgte.

Keine Veränderung im Kader

Ohne Veränderungen im Wolfsburger Kader ging es in das entscheidende Spiel an der Nordsee. Hier kam es nun drauf an. Der Sieger der Partie würde in das Playoff-Halbfinale einziehen, in dem die Verzahnung mit der Südgruppe beginnt.

Likens mit schnellem Treffer

Auch im dritten Playoff-Nordderby kamen die Grizzlys im ersten Drittel besser in das Spiel, verbuchten die ersten Möglichkeiten und bestach erneut mit stabiler Defensive. Ein gutes Forecheking machte die ersten Bremerhavener Angriffe zunichte und auch in den Zweikämpfen hatten die Automobilstädter die Nase vorn. Die Belohnung erfolgte schnell – Jeff Likens sorgte in Minute vier für das 0:1.

In der Folge kamen die Pinguins zwar zu ihrem ersten gefährlichen Angriff, der aber erfolglos blieb. Das offensive Übergewicht blieb zunächst auf Seite der Niedersachsen, doch Bremerhaven fand immer besser in die Partie. Bis zum Drittelende wechselten sich zügige Angriffe ab, die Gastgeber agierten offensiv nun auf Augenhöhe.

Grizzlys legen nach – Pinguins mit Anschluss

Weiter ging es rauf und runter. Keine Mannschaft konnte das Spiel komplett übernehmen, doch es waren die Grizzlys, die aus den mittlerweile etwas weniger gewordenen Möglichkeiten mehr machten. So nagelte Max Görtz im Powerplay einen One-Time-Hammer nach Zuspiel von Dominik Bittner zum 0:2 (29.) in die Maschen.

Entschieden war allerdings noch nichts. Fischtown nutzte ebenfalls ein Überzahlspiel, um mit dem Treffer von Mitch Wahl den Anschluss nicht zu verlieren (34.). So ging es mit der weiterhin knappen Führung der Gäste in den Schlussabschnitt.

Urbas gleicht in letzter Minute aus

Auch im letzten Drittel waren heiße Chancen weitestgehend Mangelware, dabei kam seitens der Pinguins offensiv etwas mehr als beim Gegner. Der agierte dafür mit einer konstanten Defensive und fokussierte sich mit fortlaufender Uhr immer mehr darauf, die Scheibe aus dem eigenen Drittel fernzuhalten und den Zwischenstand über die Zeit zu bringen.

Den Gastgebern lief die Zeit immer mehr davon, trotz größter Bemühungen gelang der Ausgleich nicht. Rund zwei Minuten vor dem Ende schickte Thomas Popiesch den Extraattacker – mit Erfolg. Drei Sekunden vor dem Ende der regulären Spielzeit sorgte Jan Urbas mit dem Treffer zum 2:2 (60.) für die Verlegung der Entscheidung in die Overtime.

Bruggissers Hammer entscheidet

Dort gestaltete, vom späten Ausgleich motiviert, in den ersten beiden Minuten Bremerhaven das Spiel, doch dann war auch das Roadteam präsent. Wolfsburg übernahm in den folgenden Minuten das Kommando, Phillip Bruggisser schoss sein Team mit einem echten Dampfhammer in das Halbfinale (66.).

Statistik

Grizzlys Wolfsburg: Strahlmeier – Melchiori, Likens – Wurm, Bruggisser – Möser, Bittner – Furchner, Järvinen, Görtz  – Fauser, Festerling, Jormakka – Rech, Olimb, Machacek – Raabe, Hungerecker, Busch  – Adam

Torschüsse: 24 – 21

Strafminuten: 6 – 8

Bullys: 32 – 33

Tore: 0:1 (3:28) Jeffrey Likens (Järvinen), 0:2 (28:20) Max Görtz (Bittner/PP1), 1:2 (33:30) Mitchell Wahl (Jeglic/PP1), 2:2 (59:57) Jan Urbas (Friesen/EA), 2:3 (65:08) Phillip Bruggisser (Machacek/OT)

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