Armin Wurm ist der dritte Corona-Fall beim Wolfsburger Erstligisten. Foto: Agentur Hübner

Wolfsburg. Die Grizzlys Wolfsburg haben nach Janik Möser und Valentin Busch den nächsten Corona-Fall. Verteidiger Armin Wurm wurde am gestrigen Montag positiv auf das SARS-CoV-2-Virus getestet. Die gesamte Mannschaft befindet sich bis einschließlich Freitag in Quarantäne.

Spiele gegen Haie und Pinguins verschoben

Damit fällt das für heute um 19.30 Uhr angesetzte Spiel bei den Kölner Haien aus und wird am 17. März zur selben Uhrzeit nachgeholt. Auch das Heimspiel gegen die Fischtown Pinguins wird nicht am kommenden Sonntag ausgetragen, sondern um einen Tag verschoben. Die Quarantäne ist eine Präventivmaßnahme in Absprache mit dem Gesundheitsamt, da weitere Tests in der Organisation keine anderen positiven Ergebnisse hervorbrachten.

“Sind uns unserer Verantwortung bewusst”

“Natürlich befürworten und akzeptieren wir die Entscheidung des Gesundheitsamtes, die in enger Abstimmung mit unseren Ärzten getroffen wurde und sehen es als positives Zeichen, dass alle anderen Tests negativ ausgefallen sind. Wir sind uns unserer Verantwortung aber klar bewusst und handeln gemeinsam präventiv – zum Schutz und zur Vorsorge aller Beteiligten”, so Grizzlys-Sportchef Karl-Heinz Fliegauf.

Grizzlys gegen Eisbären Berlin. Neuzugang Pekka Jormakka schoss die beiden ersten Tore. Foto: Grizzlys Wolfsburg/City-Press GmbH

Wolfsburg. Am 14. Spieltag der PENNY DEL gelang den Grizzlys Wolfsburg am Sonntagabend ein ungefährdeter Sieg gegen die Eisbären Berlin. Mit einem bärenstarken ersten Drittel deutete das Team von Pat Cortina die Vorentscheidung früh an, sah sich ab dem zweiten Abschnitt aber kämpferischen Hauptstädtern gegenüber, die am Ende bis auf 6:4 (3:0, 1:1, 2:3) heran kamen.

Bruggisser zum dritten Mal überzählig

Veränderungen gab es im Wolfsburger Kader keine. Es fehlten weiterhin Gerrit Fauser mit Unterkörperverletzung, sowie auch Dominik Bittner. Valentin Busch spielte aufgrund seiner Quarantäne ebenfalls nicht. Dennoch stellte Cortina seine Reihen erneut um, Phillip Bruggisser gehörte mittlerweile zum dritten Mal im Folge nicht zum Aufgebot.

Top-Start der Grizzlys – Jormakka mit zwei Treffern

Mit viel Schwung ging es in das Bärenduell, in dem sich beide Seiten früh mit guten Möglichkeiten zeigten. Doch das Spiel kippte schnell zugunsten der Gastgeber. Die Chance auf sein erstes DEL-Tor hatte Grizzlys-Neuzugang Pekka Jormakka nach Zuspiel von Jordan Boucher auf der Kelle, doch Tobias Ancicka – momentan mit bester Liga-Fangquote – war auf seinem Posten (2.). Nur wenige Minuten später sah dieser allerdings nicht gut aus.

Berlins Abwehr hatte Kommunikationsprobleme. Der Goalie spielte die Scheibe hinter dem Gehäuse und war noch nicht wieder dorthin zurückgekehrt, als ein Fehlpass bei dem finnischen Stürmer landete, der auf das fast leere Tor locker zum 1:0 (5.) einnetzen konnte. Lief das Drittel bislang mit kaum Unterbrechungen, kamen die Hausherren nun in ihr erstes Powerplay. Dort schlug Jormakka abermals zu, als er einen Nachschuss zum 2:0 (9.) reinstocherte.

Auch damit war der starke Auftritt des Angreifers noch nicht beendet. Die Hauptstäder mussten erneut einen Spieler in die Kühlbox schicken und Ancicka sich ein weiteres Mal umdrehen. Wieder kamen die Schwarz-Orangen – bis dahin mit einem der schwächsten Überzahlspiele der Nordgruppe – gut zum Zug. Diesmal legte Jormakka für Toto Rech auf, der das Hartgummi mit der Rückhand zum 3:0 (12.) einschob.

Berlin schließt an – eiskalter Furchner legt nach

Im zweiten Abschnitt setzte sich das Spiel temporeich fort. Der siebenfache Deutsche Meister wollte sich noch nicht geschlagen geben und kam besser in die Partie als noch im ersten Drittel. Das führende Team hingegen konnte an den starken ersten Durchgang nicht anknüpfen. Chet Pickard im heimischen Kasten hatte zwischenzeitlich keine Langeweile, zeigte sich aber bestens aufgelegt.

Auch das nächste Powerplay zugunsten der Niedersachsen erinnerte an die eher unzureichende Leistung der letzten Partien. Darüber hinaus gelang auch kaum noch ein geordneter Spielaufbau, was auch dem teils heftigen Forechecking der Eisbären geschuldet war. Die belohnten sich für den hohen Druck und sorgten bei angezeigter Strafe mit dem Extraattacker für den 3:1-Anschlusstreffer (34.).

Wieder kam Wolfsburg in Überzahl und diesmal auch schneller und besser in Formation. Dort netzte Kapitän Sebastian Furchner völlig abgebrüht aus extrem spitzen Winkel in das kurze Eck zum 4:1 (38.) ein.

Wolfsburg legt nach – Eisbären bissig

Unter den Augen von Bundestrainer Toni Söderholm, der in der EisArena zugegen war, ging es in das Schlussdrittel. Erneut war das Spiel rasant, Berlin bewies warum man sich in der Nordgruppe die Spitze mit den Pinguins teilt und brannte auf den nächsten Treffer. Zwischenzeitlich sah es auch im 5-gegen-5 nach einem Berliner Powerplay aus.

So fruchtete das Bemühen der Gäste ein weiteres Mal, als Jonas Müller erfolgreich zum 4:2 (47.) einnetzte. Die nächste Schrecksekunde für die Automobilstädter folgte nur kurz darauf, als das Spielgerät ein weiteres Mal in Chet Pickards Netz einschlug (48.). Der Videobeweis brachte jedoch eine Kickbewegung des mutmaßlichen Schützen zutage – kein Tor.

Glück im Unglück also für die Grizzlys, denn die Berliner hatten das Spiel soweit unter Kontrolle, dass ein weiterer Treffer seitens der Wolfsburger eher in weiter Ferne lag. Ein nächstes Powerplay brachte dennoch den nächsten Erfolg. Kurz vor dem Erreichen der Vollzähligkeit stocherte Spencer Machacek die Scheibe über die Linie. Abermals wurde per Videobeweis entschieden – 5:2 (53).

Die Eisbären bemühten sich weiter, den nächsten Erfolg hatte aber Max Görtz mit dem 6:2 (55.) für das Team vom Allerpark zu verbuchen. Die Vorentscheidung war zwar gefallen, doch Berlin legte im Powerplay noch zweimal nach (59./60.).

Statistik

Grizzlys Wolfsburg: Pickard– Melchiori, Likens – Wurm, Button – Adam, Möser –  Furchner, Järvinen, Görtz – Rech, Olimb, Jormakka – Hungerecker, Pfohl, Nijenhuis  – Boucher, Festerling, Machacek –  Raabe

Torschüsse: 39 – 38

Strafminuten: 6 – 12

Bullys: 38 – 23

Tore: 1:0 (4:48) Pekka Jormakka (Rech, Olimb), 2:0 (8:56) Pekka Jormakka (Rech, Olimb) 3:0 (11:06) Anthony Rech (Jormakka, Olimb/PP1), 3:1 (33:31) Leonhard Pföderl (Zengerle/EA), 4:1 (37:30) Sebastian Furchner (Järvinen/PP1), 4:2 (46:22) Jonas Müller (Noebels, Fiore), 5:2 (52:51) Spencer Machacek (Görtz, Button/PP1), 6:2 (54:56) Max Görtz (Festerling), 6:3 (58:19) Ryan McKiernan (Zengerle, Fiore/PP1), 6:4 (59:25) Giovanni Fiore (PP1)

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Oumar Diakhite fehlt kommende Woche im Derby. Foto: Agentur Hübner/Archiv

Oumar Diakhite fehlt kommende Woche im Derby. Foto: Agentur Hübner/Archiv

Kiel/Braunschweig. Zum Auftakt dreier extrem anspruchsvoller Zweitliga-Aufgaben ließen blutleere Löwen beim Topteam in Kiel einiges vermissen und unterlagen am Ende verdient mit 3:1(3:0). Zumindest erhielt die Mainzer Sturmleihe Dong-won Ji die ersten Spielminuten für die Eintracht und steuerte geich einen Scorerpunkt bei.

Erneut das frühe Gegentor

Die Tatsache, Kiel hätte unlängst den amtierenden Champions League-Sieger FC Bayern München aus dem DFB-Pokal geworfen, darf auch nach dieser wechselhaften Vorstellung der Mannschaft von Daniel Meyer als Ausrede nicht herhalten. Gewiss ist: Bis zu einem möglichen Klassenerhalt ist es noch ein langer Weg. Nach dem vielgelobten ersten Dreier des noch jungen Kalenderjahres gegen Heidenheim ließen die in schwarz aufspielenden Blau-Gelben an diesem 19. Spieltag einiges von dem vermissen, was sie am Dienstag noch so stark gemacht hatte.

Störche im Schongang, Diakhité fliegt

Bereits nach drei Spielminuten sorgte Kiels Fabian Reeses per Direktabnahme aus 22 Metern für den wieder einmal frühen Rückstand. Es folgte der Doppelschlag durch zwei Kopfballtreffer des agilen Finn Bartels (28.) und Janni Serra (31.) und diese Reise in den hohen Norden war bereits vorzeitig entschieden. Zwar wurde das Spiel nach dem Seitenwechsel auf Seiten der Gäste besser, doch blieb das Anschlusstor durch Ben Balla nach einer feinen Flanke des eingewechselten Debütanten Ji zu wenig, um die Störche noch einmal ernsthaft zu gefährden. Bitter: Kurz vor dem Ende sah Abwehrkante Oumar Diakhite die Ampelkarte und fehlt am kommenen Samstag (13.00) im Derby gegen Hannover.

Damit wartet Eintracht Braunschweig in dieser Spielzeit weiterhin auf den ersten Sieg in der Fremde, bleibt zunächst aber auf Tabellenplatz 15.

KSV Holstein Kiel: Gelios – Neumann, Wahl, Komenda (35. Lorenz), Kirkeskov – Meffert (61. Arslan), Lee, Hauptmann (61. Mühling), Bartels (61. Porath), Reese – Serra (81. Girth) Trainer: Ole Werner

Eintracht Braunschweig: Fejzic – Behrendt, Diakhité, Nikolaou (46. Wiebe), Schlüter – Wydra, Ben Balla, Kaufmann (63. Y. Otto), Kroos (63. Kobylanski), Bär (46. Ji) – Proschwitz (68. Abdullahi) Trainer: Daniel Mayer

Torfolge: 1:0 Fabian Reese (4. Bartels), 2:0 Finn Bartels (28. Hauptmann), 3:0 Janni Serra (31. Kirkeskov), 3:1 Yassin Ben Balla (63. Ji)

Haie gegen Grizzlys: Freddy Tiffels sorgte für den Siegtreffer. Foto: Grizzlys Wolfsburg/City-Press GmbH/Archiv

Köln/Wolfsburg. Am 13. Spieltag der PENNY DEL hagelte es die nächste Niederlage für die Grizzlys Wolfsburg. Bei den Kölner Haien machte das Team von Pat Cortina – fast wie gewohnt – zu wenig aus den Möglichkeiten, war in diesen auch nicht zwingend genug, und unterlag letztendlich mit 1:2 (0:1, 0:0, 1:1) bei den eher mittelmäßigen Nordrhein-Westfalen.

Festerling wieder genesen – Busch in Quarantäne

Auch beim Duell in der Lanxess Arena gab es auf Seiten der Gäste Veränderungen. Garrett Festerling kehrte nach Verletzungspause zurück, Phillip Bruggisser war erneut überzählig, den Kasten hütete Dustin Strahlmeier. Verletzt fehlte weiterhin Gerrit Fauser, Valentin Busch wurde am Donnerstag positiv auf Covid-19 getestet und befand sich somit in Quarantäne.

Köln effektiver

Mit viel Angriffsdruck starteten die Wolfsburger in das erste Drittel, konnte die Scheibe trotz früher Großchance jedoch nicht in Justin Pogges Gehäuse unterbringen. Während die Gäste nach kurzer Zeit nachließen, fand Köln schnell in das Spiel, zeigte sich mit etwas mehr Schüssen auf das Tor und belohnte sich mit dem Treffer zum 1:0 (10.) durch Colin Ugbekile.

Keine Veränderung im Mitteldrittel

Im zweiten Abschnitt kam seitens der Grizzlys wieder mehr auf das Tor, doch auch eine doppelte Überzahl verstrich ungenutzt. Dabei gab es über die gesamten zweiten 20 Minuten hinweg durchaus auch gute Möglichkeiten, unter anderem in eigener Unterzahl. Dennoch blieb ein Treffer aus, auch Köln hatte nicht wirklich etwas zu bieten.

Ausgleich währt nicht lange

Der langersehnte Ausgleich gelang früh im letzten Drittel, als Matti Järvinen nach Vorbereitung von Max Görtz auf 1:1 (42.) stellte. Lange dauerte es jedoch nicht, bis die Haie den ursprünglichen Abstand durch Freddy Tiffels (52.) wieder herstellten – der Treffer kam wie aus dem Nichts. Wolfsburg zeigte sich ein weiteres Mal mit mehr Schüssen auf das Tor und machte erneutzu wenig aus seinen Möglichkeiten.

Statistik

Grizzlys Wolfsburg: Strahlmeier– Melchiori, Likens – Button, Möser – Wurm, Adam –  Boucher, Festerling, Machacek – Hungerecker, Olimb, Jormakka – Furchner, Pfohl, Nijenhuis  – Rech, Järvinen, Görtz –  Raabe

Torschüsse: 21 – 31

Strafminuten: 8 – 6

Bullys: 29 – 26

Tore: 1:0 (09:03) Colin Ugbekile (Matsumoto, Barinka), 1:1 (41:13) Matti Järvinen (Görtz), 2:1 (51:23) Frederik Tiffels (Sheppard)

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Busch auf Corona getestet: Nach Janik Möser ist es der zweite positive Test bei den Grizzlys. Foto: Grizzlys Wolfsburg/City-Press GmbH

Wolfsburg. Valentin Busch von den Grizzlys Wolfsburg wurde am Donnerstagmorgen positiv auf den SARS-CoV2-Virus getestet. Nach Janik Möser ist Busch nun bereits der zweite Spieler des Eishockey-Erstligisten aus dem Allerpark, den der Erreger erwischt hat.

Spielbetrieb geht weiter

Busch wurde sofort isoliert und zeigt keinerlei Symptome. Während der Stürmer seiner Mannschaft nun vorerst nicht mehr zur Verfügung stehen wird, sind alles anderen Tests bei den Automobilstädtern negativ ausgefallen, sodass der Spielbetrieb regulär weitergehen kann.

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Icefighters und der Lockdown: Wie könnte die nahe Zukunft aussehen? Videostill: Jens Bartels

Salzgitter. Während der Profisport läuft, liegt der Amateursport weiterhin brach. Radek Vit, Cheftrainer und Sportlicher Leiter der TAG Salzgitter Icefighters, spricht im Videointerview über den Stand der Dinge in der Eishockey Regionalliga Nord, mögliche Alternativen zum Ligabetrieb, über die Folgen der gegenwärtigen Situation und auch über die Sponsoren.

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Corona bei den Löwen: Diesmal wurde kein Spieler sondern ein Trainer positiv gestestet. Foto: Daniel-André Reinelt

Braunschweig. Ein weiteres Mal fällt der Spielbetrieb für die Basketball Löwen Braunschweig flach. Hintergrund ist ein positiver Test auf den SARS-CoV-2-Erreger bei Atheltiktrainer Àlvaro de Pedro am heutigen Dienstag.

De Pedro symptomfrei – 10 Tage Quarantäne

De Pedro hatte am gestrigen Mannschaftstraining teilgenommen und direkten Kontakt zum Team gehabt, weshalb nun seitens der Gesundheitsbehörde für alle Spieler und Trainer eine mindestens 10-tägige Quaratäne angeordnet wurde. Der Spanier wurde sofort isoliert und ist bis dato symptomfrei.

Drei Spiele müssen verlegt werden

Die Spiele gegen die Telekom Baskets Bonn (27.01.), die Hamburg Towers (31.01.) und die Auswärtspartie bei den NINERS Chemnitz (03.02) müssen verlegt werden. Die Terminierung steht noch nicht fest.

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Jallow und Meisner erneut im A-Kader berufen worden. Fotos: Agentur Hübner

Braunschweig. Die beiden Basketball Löwen Karim Jallow und Lukas Meisner wurden von Bundestrainer Henrik Rödl erneut in die Herren-Nationalmannschaft berufen. Diese bestreitet am 20. und 22. Februar die nächsten EM-Qualifikationsspiele gegen Großbritannien und Montenegro.

Endgültige Auswahl am 11. Februar

Die beiden Löwen Kapitäne gehören damit zum 17 Mann starken Kader aus dem der Ex-Profi am 11. Februar 13 Akteure für die Spiele endgültig auswählen wird. Die Partien finden im montenegrinischen Podgorcia statt. Die Berufung der Braunschweiger Spieler kommt nicht von ungefähr. Jallow und Meisner sind aktuell die besten Punktesammler ihres Teams. Letzterer gab sein A-Kader Debüt im November 2020, Jallow hat bereits neun Länderspiele auf seinem Konto.

Deutschland ist bereits qualifiziert

Die Deutsche Nationalmannschaft ist aktuell Letzter der Gruppe G, als Gastgeber der EM-Vor- und Endrunde in Köln und Berlin allerdings bereits qualifiziert. Rödls Team hat in der Gruppe, zu der neben den beiden kommenden Gegnern auch Frankreich gehört, erst eine Partie für sich entscheiden können.

Grizzlys gegen Pinguins: Eine ganze Weile verlief das Spiel auf Augenhöhe. Foto: Grizzlys Wolfsburg/City-Press GmbH

Wolfsburg. Am 12. Spieltag der DEL unterlagen die Grizzlys Wolfsburg den Fischtown Pinguins Bremerhaven knapp mit 1:2 (0:0, 1:1, 0:1). Dabei zeigte sich das Team von Pat Cortina durchaus kämpferisch und vor allem defensivstark, schoss abermals mehr auf das Gehäuse als der Gegner, doch scheiterte ebenfalls wieder einmal an der Effektivität.

Neuzugang Jormakka dabei

Der Neuzugang Pekka Jormakka sorgte erneut für Rotation auf Seiten der Gastgeber. Denen fehlten beim Duell gegen den Tabellendritten Gerrit Fauser, Dominik Bittner und Garret Festerling verletzungsbedingt– Phillip Bruggisser war überzählig.

Keine Tore im ersten Drittel

Mit viel Intensität ging es in das Nordduell, wobei die Pinguins zunächst ein Übergewicht für sich verbuchen konnten und es dem Gastgeber schwer machten, einen geordneten Spielaufbau zu organisieren. Dennoch lag die erste der wenigen guten Chancen auf Seiten der Wolfsburger, als Valentin Busch im eins-gegen-eins an Brandon Maxwell scheiterte, der das kurze Eck zumachte (4.).

Zur Mitte des ersten Drittels waren die Grizzlys etwas besser im Spiel angekommen, zeigten mehr Zug zum Tor und kamen nun auch zu einigen Möglichkeiten. Für Aufregung sorgte ein Bremerhavener Treffer mit dem Erklingen der Sirene des ersten Abschnitts, der nach Videobeweis nicht zählte (20.).

Duell auf Augenhöhe

Gegen das powerplaystärkste Team der Nordgruppe gelang gleich zu Beginn des zweiten Drittels die Überraschung, doch Spencer Machaceks Alleingang in Unterzahl war nicht von Erfolg gekrönt (21.). Die Schwarz-Orangen kamen zu einer guten Phase, fesselten den Gegner des Öfteren in dessen Drittel und feuerten mittlerweile auch mehr auf das Tor (28.). Dennoch konnten die Grizzlys das Heft nicht komplett in die Hand nehmen, im Anschluss zeigten sich die Pinguins wieder druckvoller.

Das Spiel wurde ansehnlicher, der erste Treffer guckte mehrmals durch die Tür, doch eine starke Defensive auf beiden Seiten verhinderte weiterhin, dass eines der Teams in Führung gehen konnte. Die versagte allerdings drei Minuten vor der nächsten Pause, als sich Tye McGinn gegen drei Wolfsburger zum 0:1 (37.) durchsetzen konnte. Jedoch hatten Cortinas Mannen eine Antwort parat und stellte über Matti Järvinens Nachschusstor die alten Spielstand schnell wieder her (38.).

Pinguins mit später Entscheidung

Im letzten Drittel ging es weiter rauf und runter, keiner der Kontrahenten konnte einen klaren Vorteil für sich verbuchen. Ein wenig Glück hatten die Hausherren nach zwei Pfostenschüssen des Gegners (45.). Ansonsten zeichnete sich ein gewohntes Bild, Wolfsburg schoss mehr auf das Tor, machte daraus aber nichts. Abermals roch es nach Verlängerung, doch knapp zwei Minuten vor Schluss entschied Miha Verlic das Spiel für Bremerhaven (59.).

Statistik

Grizzlys Wolfsburg: Pickard – Möser, Melchiori – Wurm, Button – Raabe, Likens –  Furchner, Järvinen, Görtz – Hungerecker, Nijenhuis, Jormakka – Boucher, Pfohl, Rech  – Busch, Olimb, Machacek –  Adam

Torschüsse: 36 – 23

Strafminuten: 4 – 4

Bullys: 19 – 33

Tore: 0:1 (36:49) Tye McGinn (Quirk, Dietz), 1:1 (37:37) Matti Järvinen (Furchner, Görtz), 1:2 (58:37) Miha Verlic (Urbas, Jeglic)

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Im letzten Spiel bei den Pinguinen gab es reichlich Kritik am Kommentator, auch unser Kolumnist wirft einen kritischen Blick auf die Moderierenden. Foto: Agentur Hübner

Der Globus, das soziale Leben schrumpfen weiterhin zu überschaubaren Landkarten. Man mag kaum noch in die Zeitung schauen oder den Fernseher anzuknipsen: Corona überstrahlt alles. Wie schön, dass es Ablenkung, dass es Eishockey gibt. Entschlossen, forsch, beherzt und couragiert, den Rost aus der Stimme spülend, sitzen wir da und schauen mit puckrunden Augen, wie die Zamboni anmutig übers Eis fährt. Egal, welches Spiel gleich gezeigt wird. Man nennt es „Pro Bono“ und es bedeutet: Gutes um des Guten willen tun. Von Frank Bröker.

Importspieler im Anflug

Eishockey lebt – erst recht in diesem Kohlrüben-Lockdown-Winter. Die Corona-Saison nimmt weiter Fahrt auf und beschert MagentaSport Rekordquoten. Wir sehen Wundertüten-Spiele, jede Menge Zusatzschichten und nur in der Nordgruppe einen sicheren Punktelieferanten, die Krefelder Pinguine. Schnell zischt die Scheibe übers Eis. Kein Wunder, der Spieltagrhythmus ist jetzt nordamerikanisch und der Trainingsschliff findet trocken im Mannschaftsbus und nass beim Warm-up statt. Bisher musste keines der DEL-Teams in Quarantäne und selbst wenn Spielausfälle zu beklagen wären, würden sich die Tabellenstände nach einem ausgeklügelten Punkteschnitt (Quotient aus Punkten und Anzahl der gewerteten Spiele) gerecht gestalten.

Erste Teams rüsten mit Importspielern nach. Mehr Tiefe im Kader ist grundsätzlich gut. Aber! Rumort es da nicht in den Kabinen? Vor der Saison wurden die Gehälter auf Mindestlohn gedrückt, Staatshilfen sicherten klamme Etats. Schwupps zieht manches Management einen neuen Kanadier aus dem Hut. Zugegeben: einen günstigen Kanadier. Doch vielleicht spielt Geld einfach mal keine so große Rolle wie sonst und wer will schon abgeschlachtet am Tabellenende neben Krefeld festkleben? Eben. Wie geht es uns, daheim auf dem Lockdown-Sofa?

Gesegnet seien jene, die nichts zu sagen haben und den Mund halten (Oscar Wilde)

Vorab: Die thinXpool TV GmbH produziert über 1.500 Live-Events pro Jahr, arbeitet für MagentaSport und bringt uns all die schönen Eishockeybilder nach Hause. Jörg Krause ist seit Kurzem „Head of Communications“. Sagt Ihnen beides nichts? Weder die angeberisch-kreative Berufsbezeichnung noch der Name? Journalist Krause war vorher bei Sport1 und hat das aus dem Frühschoppenformat „Doppelpass“ bekannte Dudenwort „Phrasenschwein“ erfunden.

Zur Erinnerung: um einen Tisch herum sitzen Fußballexperten, die nach Absonderung nichtssagender Bullshit-Bingo-Sätze Münzen in ein Porzellanschwein werfen. Beispiele? „Am Saisonende steht jeder da, wo er hingehört.“ Pling. „Erst kein Glück und dann kommt noch Pech dazu.“ Pling. „Was du vorne nicht machst, kriegst du hinten rein.“ Pling.
Die schweinischen Erträge kommen wohltätigen Zwecken zugute und da besonders Fußballexperten Bullshit Bingo-Könige sind, dürfte das gesamte Elend der Welt bald besiegt sein. Da müssen wir im Eishockey gar kein Schweinchen mehr dazustellen, könnten es aber für die Nachwuchsförderung tun. Zumal Krause doch jetzt an den Magenta-Hebeln dreht.

Da es viel zu selten Eishockeytalk gibt, sollten die Phrasenschweine in die Reporterkabinen einziehen, wo „das Glück des Tüchtigen“ mit der „kalten Hosen eingenetzt“ wird. Von wo aus Spieler interviewt werden, die „Ich freue mich über mein Tor, aber wichtiger ist der Erfolg der Mannschaft” und „Wir denken nur von Spiel zu Spiel“ aufsagen.
Dass man die keuchenden, schwitzenden, am roten Helmabrieb wahrzunehmenden Akteure überhaupt in den Drittelpausen mit Fragen belästigt (die eben solche Antworten erzeugen), sei dahingestellt. Oder sind es die Werbekleber im Hintergrund, die billige Interviews erst notwendig und unsere Cracks zu Testimonials stilisieren?

Das Spiel wegen des Kommentators verloren

Eishockeymannen sind Künstler, hart fightende Kreative. Teils berühmter als Jesus. Rockstars und Schlagersänger (Leon Niederberger!), die auf Messern gehen. Was wäre wohl los, wenn dem leicht reizbaren Frontmann einer Metalband in der Konzertpause jemand fragen würde, ob er noch einen Zahn zulegen könne? Urschrei, Trümmer, Termine beim Kieferorthopäden.

Die dümmsten Fragen („Was wird der Coach nach dem sechsten Gegentor gleich in der Kabine sagen?“) passieren eher jenen Schlaumeiern, die abseits der Weisentruppe aus dem Morgenland (Top: Goldmann, Bandermann, Schwele im Schlepptau mit dem vom Friseur-Lockdown hart getroffenen Patrick Ehelechner) auf Volontariatsniveau werkeln. Zumeist handelt es sich um Lokalkoloriten, deren Herz unüberhörbar für den Heimatclub pumpt.

So mag es nicht verwundern, dass mancher Fan Sofa-Hooligan wird und sich nach Spielende zu rüden Kommentaren in den sozialen Medien versteigt („Der verf… Reporter war eindeutig für Iserlohn!“). Dass bisher niemand in die Tasten drosch: „Wir haben nicht wegen der Schiedsrichter verloren, sondern wegen des Kommentators“, verwundert. PS: Wer bei Wolfsburg-Spielen noch einmal „Görtz ist ein Profi, der viel wegstecken kann“ mit deutschem „G“ phrasiert (obwohl das schwedische „J“ Pflicht ist), bezahlt mir meine nächste Pizza Perverso (Bratwurst, Pommes, doppelt Käse, scharf) und gibt dem Boten ausreichend Trinkgeld dazu.

Ein Gefühl für Netflix-Junkies

Wie werden wir nach dieser digitalen Saison aussehen? Nach zwei Spielen pro Tag? Wo doch jetzt auch noch NHL TV den Puck eingeworfen hat, um Stützle, Kahun, Draisaitl, Grubauer und Co. bei der Arbeit vor leeren Rängen zusehen zu können. Sind die DEL-Matches durch, heißt es zu unchristlichsten Zeiten: Wecker stellen, Hockey schauen, zur Arbeit schwanken, gerne ein Zimmer weiter, ins Homeoffice. Man bekommt ein Gefühl für Netflix-Junkies, für ein ungesundes Leben. Und liegt es auch nur am Rauchen.

In den Eishallen des analogen Lebens ist (oder besser: war) Rauchen verboten. In den Pausen zog man draußen hastig zwei Kippen durch, um sich anschließend Richtung Zapfschlange zu beeilen. Mit Bier oder Glühwein in Händen raste man zum Platz zurück, um ja kein Anbully zu verpassen. Zuhause wird ohne Not geraucht bis die Aschenbecher überquellen und die Getränke gehen bei schlauer Bevorratung nie aus. Ergo: Nach den Playoffs muss die Brauchbarkeit des Organspendeausweises dringend überdacht werden.

Der Zahn der Zeit

Woran man als Eishockeyfan merkt, dass man alt wird? Wenn die Helden aus frischeren Tagen in Rente gehen. André Rankel und Florian Busch zum Beispiel. Zwei aus dem berühmten 1985er-Jahrgang der Eisbären Berlin. Besonders Busch fehlt. Der neben allen Trophäen im September 2011 TV-Dödel Joko Winterscheidt mit einem zwar verabredeten, aber hinterher krankenhauslastigen Monster-Open Ice-Hit ins Reich der schweigenden Mikrofonmänner beförderte.

Der drei Jahre zuvor einem unangemeldeten Doping-Kontrollfreak an der Haustür klar machte, dass er statt in einen Becher zu pullern, sich lieber mit der Freundin vergnügen wolle. Die Situation eskalierte, später sah der Center den Fauxpas ein und unterzog sich der alles andere als würdigen Prozedur. Ende vom Lied: obschon das Ergebnis negativ war, landete der Fall vor Gericht. Busch zog sich aus der Nationalmannschaft zurück, weil er mit der „elektronischen Puller-Fußfessel“ nicht zurechtkam.

Sein Name bleibt in der Liga. Denken wir an Wolfsburgs Durchstarter Valentin Busch und freuen uns an dieser Stelle über das Comeback von Teamkollege Janik Möser, der seit Kurzem wieder auf dem Eis steht.

Cortinas Taktik beim Jägermeister

Zurück zum Älterwerden: besonders blöd ist es für uns Fans, wenn treue Publikumslieblinge das Trikot wechseln und gegen die eigenen Farben in die Schlacht ziehen. Wie Brent Aubin, der nach sieben Grizzly-Jahren keinen Vertrag mehr bekam, in Iserlohn anheuerte, und an der kürzlichen Niederlage gegen die Roosters merklich-schmerzlich beteiligt war.

„Tja“, wurde Coach Pat Cortina hinterher, nach den erneut unnötigen Punktverlusten zitiert: „Das liegt an meiner Taktik, die hat noch nicht jeder verinnerlicht.“ Klingt so, als würde man von einer Getränkekarte überrascht werden, auf der geschrieben steht: „Jetzt neu: Jägermeister mit ICE“. Mal ehrlich: Haben Sie wirklich gerade an Jägermeister auf Eis gedacht oder sich gefragt, was die Deutsche Bahn mit Schnaps aus Wolfenbüttel zu tun hat?

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Dies ist eine Kolumne von Frank Bröker. Die Meinung des Autors entspricht nicht zwingend der Meinung unserer Redaktion.

Frank Bröker ist Musiker, Komponist und Autor. Er ist Eishockeyfan und -experte und schrieb bereits sieben Bücher zu diesem Thema, unter anderem für den Verlag Andreas Reiffer.

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