Frank und Jens stellen das neue abseits° vor. Videostill: Jens Bartels

Braunschweig. Fünf lange Jahre hat es gedauert, doch jetzt wird abgestaubt! abseits° ist wieder da und ab sofort wieder mit der Kamera unterwegs. Frank und Jens berichten außerdem, was sonst noch neu ist.

Das Ziel sind die Top 5 der Liga, um sich für die Aufstiegsrunde zu qualifizieren. Foto: Jens Bartels/Archiv

Braunschweig. Vor genau einem Monat starteten Eintracht Braunschweigs Hockeydamen in die Rückrunde der 2. Bundesliga. Aktuell rangiert die Mannschaft von Andreas Dolge auf Platz drei der Nordgruppe und ist damit vorerst im Soll. abseits.tv sprach mit Kapitänin Anna Krause über den Stand der Dinge.

Anderer Spielmodus

Auch für die Frauenmannschaft von Eintracht Braunschweig verläuft der Spielbetrieb coronabedingt nicht wie gewohnt. Die Rückrunde, die normalerweise ab April stattfindet, läuft erst seit Anfang September – hier hätte eigentlich bereits die nächste Hinrunde begonnen. Um in der Zeit nach der Corona-Pandemie wieder zum normalen Turnus zurückkehren zu können, wurde in dieser Saison der Spielmodus geändert. So schließt sich an die Rückrunde für die ersten fünf der Schlusstabelle eine Auf- und für die letzten fünf eine Abstiegsrunde an.

„Jeder kann jeden schlagen“

„Natürlich war und ist es unser Saisonziel, zu den ersten fünf zu gehören“, betont Krause. Mit insgesamt 21 Zählern steht man auf Rang drei, allerdings mit nur zwei Punkten Vorsprung vor dem Bonner THV und der TG Heimfeld – das Tabellenmittelfeld liegt eng beeinander. „In dieser Liga kann jeder jeden schlagen. Am letzten Samstag haben wir Bremen geschlagen, tags darauf haben wir unglücklich gegen Polo verloren. Es kommt in dieser Saison viel auf die Tagesform an“, so die Kapitänin weiter. Der Bremer HC belegt aktuell Platz zwei und hat momentan elf Punkte Vorsprung vor den Blau-Gelben, der Hamburger Polo Club liegt mit 18 Zählern auf Rang sieben. Zu den Teams, die eher schwer zu schlagen sind, gehört der Club Raffelberg, mit fünf Punkten Vorsprung auf Bremen unangefochten an der Spitze der Liga. „Gegen Raffelberg merkt man, dass die spielerisch stärker sind und wirklich Ambitionen für die 1. Liga haben. Andererseits wird es in der Aufstiegsrunde so sein, dass jede Mannschaft noch zweimal gegen jede andere Mannschaft spielt. Da sind also noch eine Menge Punkte zu vergeben.“

Neuer Trainer mit anderer Philosophie

Nicht mehr ganz neu an der Seitenlinie ist Trainer Andreas Dolge, der im Vorjahr das Amt von Carsten Alisch übernahm. In der abgelaufenen Spielzeit entging die Eintracht relativ knapp dem Abstieg, nun läuft es wieder besser. „Mit Andreas ist es ein Unterschied wie Tag und Nacht. Carsten legte viel Wert auf die Defensive und sagte immer ‚Lieber ein Tor weniger kassieren als die anderen‘. Andreas‘ Konzept ist hingegen sehr offensiv ausgelegt und da lautet die Marschroute eher ein Tor mehr zu schießen als der Gegner“, lacht die Spielerin und fährt fort: „Es ist auf jeden Fall für die erfahrenen Spielerinnen einen Umstellung. Auch für mich, ich habe 12 Jahre mit Carsten trainiert!“

„Wir müssen nicht, aber wir können“

Das Konzept scheint dennoch zu funkionieren und so scheint es, als könne Dolge an die erfolgreichen Jahre unter Alisch anschließen. „Es weht auf jeden Fall ein frischer Wind und es ist auch wirklich gut angelaufen. Unsere Situation ist gerade recht luxeriös: Wir müssen nicht, aber wir können auf jeden Fall versuchen oben mitzumischen“, schließt Krause.

Am kommenden Wochenende empfangen die Löwenstädterinnen Klipper THC Hamburg am Samstag um 14 Uhr und die TG Heimfeld am Sonntag um 12 Uhr auf dem Kunstrasenplatz in der Guntherstraße.

Karl-Heinz Handschuh war in den heißen 70ern einer der unterschätzten Spieler bei der Eintracht. Foto: Hartmut Neubauer

Braunschweig. Fragt man die Eintracht-Fans, welche Spieler mit ihren Fähigkeiten das Braunschweiger Spiel geprägt haben, fallen viele Namen. Doch es gibt auch ehemalige Akteure, die scheinbar immer wieder untergehen. Dies ist die Geschichte eines Spielers, der zu seiner aktiven Zeit zu den schnellsten, kreativsten und vielzeitigsten Profis gehörte, die in der Bundesliga aufliefen und es trotzdem nie in die Nationalmannschaft schafften. Es ist die Geschichte von Karl-Heinz Handschuh. Von Henrik Stadnischenko.

„Er muss spielen, ansonsten haben wir keine Chance!“

Was ist die größte Anerkennung für einen ehemaligen Fußballprofi? Von den Fans in ihren Gesängen gefeiert zu werden? Sind es die Ex-Mitspieler, die sagten: „Mit ihm hätten wir die Meisterschaft geholt“? Dind es die Worte, die Branko Zebec zu Lebzeiten wählte: „Egal, wo er spielt, er muss spielen, ansonsten haben wir keine Chance“. Oder ist es letztenendes doch die Anerkennung, die man gegenüber sich selbst haben kann, wenn man auf die eigene Karriere zurückblickt und sich sagt: „Der kleine Dorfjunge hat es geschafft.“?

Der VfB Reichenbach in der Region Stuttgart feiert in diesem Jahr sein hundertjähriges Bestehen. Ein Teil seiner Geschichte besteht auch aus Karl-Heinz Handschuh. Jener Spieler, den es über den VfB Reichenbach und den VfB Stuttgart 1974 nach Braunschweig zur Eintracht zog, und über den man nicht genau weiß, welche Rolle er im Spiel einnahm. Linksaußen, Spielmacher, Mittelstürmer. Was war er denn nun?

„Eigentlich wollte ich immer Libero spielen, aber irgendwann habe ich gemerkt, dass ich als Libero keine Tore schießen und vor allem nicht Tore auflegen kann. Mein Offensivdrang hat mein Spiel stets geprägt. Egal, wo mich die Trainer aufstellten, ich habe den Abschluss zum Tor gesucht“, erklärt der mittlerweile 72-Jährige, dessen Tore und Vorlagen mitunter dafür sorgten, dass Mitte der Siebziger Jahre die Braunschweiger Eintracht zu den stärksten Bundesligamannschaften gehörte.

„Du unterschreibst bloß nicht in Berlin!“

Dabei wäre es um Haaresbreite gar nicht zum Wechsel in die Löwenstadt gekommen. Der Mittelfeldspieler trainierte im Sommer 1974 zur Probe bei Tennis Borussia Berlin mit. TeBe Berlin war damals, wie die Eintracht, in die Bundesliga aufgestiegen. Die Berliner wollten im Fußball-Oberhaus groß angreifen und verpflichteten zuvor bereits Italien-Legionär Karl-Heinz Schnellinger.

Dass es Handschuh Schnellinger nicht gleichmachte und bei den Berlinern unterschrieb, erklärt Handschuh mit einem ‚telefonischen Mitternachtsgespenst‘: „Meine Frau und ich weilten für Verhandlungen mit TeBe in einem Hotel in West-Berlin. Am nächsten Tag sollte ich eigentlich unterschreiben, als kurz vor Mitternacht das Telefon klingelte. Man erschreckt sich, wenn um 0 Uhr das Telefon klingelt, und noch mehr, wenn dann Branko Zebec am anderen Ende dran ist. Das erste, was Zebec sagte, war: ‚Du unterschreibst bloß nicht in Berlin, sondern kommst zu uns nach Braunschweig‘. Ich fragte ihn, woher er wisse, dass mich TeBe verpflichten wolle, denn das wussten wirklich nur eine Handvoll Menschen. Daraufhin erwiderte Zebec in seinem markanten Ton: ‚Ich weiß alles, und Espanyol Barcelona sagst du auch gleich ab, das Geld kriegst du nie aus dem Land‘.“

„Wenn Zebec so mit dir redet, tust du lieber das, was er dir sagt“, erklärt Handschuh heute lachend. Die jugoslawische Trainerlegende und der pfeilschnelle Charly, der die 100 Meter in 11 Sekunden lief, kannten sich bereits aus ihrer gemeinsamen Zeit beim VfB Stuttgart. „Ich wusste natürlich, was Zebec von mir erwartet und, dass er auf mich setzt. Genauso wusste ich aber auch, er wird mich im Training genauso hart rannehmen, wie jeden anderen Eintracht-Spieler. Man muss dazu sagen, dass der Zusammenhalt innerhalb der Mannschaft das harte Training wieder ausgeglichen hat. Man kann es sich nicht vorstellen, aber wir sind mehrmals in der Woche mit der gesamten Truppe Essen gegangen und keiner hat sich dagegen gewehrt oder gesagt ‚Ich habe keine Lust‘.“

Die Stimmung in- und außerhalb der Kabine sei fantastisch gewesen: „Die Worte Harmonie und Familie beschreiben nicht nur den Kader, sondern auch das gesamte Umfeld. Selbst wenn wir Spiele verloren, waren die Fans fair gegenüber uns. Ich habe erlebt, dass wir bei Rückständen eher angefeuert als ausgepfiffen wurden, und wenn zehntausende Menschen ‚Eintracht, Eintracht, Eintracht‘ rufen, dann pusht es dich ungemein nach vorne. Ich kann mich an keine schlechten Momente erinnern“, sagt Handschuh voller Stolz.

Bezirksmeister in der A-Jugend 1965: Karl-Heinz Handschuh (vorne rechts). Foto: privat

Deutscher Beinahe-Meister 1977

Wirklich nicht, fragen wir nach? „Naja“, schießt es aus dem 72-Jährigen heraus, „Es gibt ein, zwei Dinge, die ich eigentlich verdrängt habe.“ Gemeinsam blicken wir auf die Spielzeit 1976/77 zurück. In jener Saison verpasst es der BTSV zum zweiten Mal, Deutscher Meister zu werden. Am Ende fehlen zwei Punkte, um ganz oben zu stehen. Vom Schicksalsspiel sprechen viele Fans im Zusammenhang mit der 0:1-Niederlage gegen den SV Werder Bremen.

Doch die ehemaligen Spieler sind sich fast einig: Die Meisterschaft wurde auch am 18. Spieltag in der 77. Spielminute in der Partie zwischen Eintracht Frankfurt und Eintracht Braunschweig entschieden. Die Braunschweiger liegen chancenlos mit 0:3 zurück, als Wolfgang Kraus Karl-Heinz Handschuh sehr unsanft von den Beinen holt und eine Verletzung seines Gegenspielers provoziert. Als Schiedsrichter Wolf-Dieter Ahlenfelder sich zu Kraus und Handschuh umdreht, liegt nicht mehr der Braunschweiger am Boden, sondern der Frankfurter. Nach kurzer Rücksprache mit dem Linienrichter zückt der Schiedsrichter die Rote Karte und stellt Handschuh vom Platz. Die Begründung: Handschuh hätte Kraus gewürgt und zu Boden gestoßen.

Der Würgeskandal

Was wirklich passiert ist, bleibt lange im Verborgenen. Die Hintergründe dieses Falls wirken extrem abstrus. Bereits nach dem Spiel gibt Handschuh Interviews, in denen er sagt, er hätte keine Tätlichkeit begangen. Tage nach dem Spiel kommt es zum Telefonat zwischen Kraus und Handschuh. Im Gespräch entschuldigt sich Kraus für die schauspielerische Einlage und versichert Handschuh, beim DFB-Sportgericht alles aufklären und für den Rotsünder aussagen zu wollen. „Ich erinnere mich noch an den Verhandlungstag in Frankfurt, als wir Wolfgang Kraus zunächst nicht in das Gerichtsgebäude gehen sehen haben, sondern in die Geschäftsstelle von Eintracht Frankfurt. Ich habe mir dabei nichts gedacht, weil ich sein Wort hatte und wusste, die Wahrheit kommt ans Licht.“

Doch sie kam nicht ans Licht. „Als Wolfgang Kraus die ersten Sätze sagte, fiel ich vom Glauben ab. Er sagte: ‚Karl-Heinz Handschuh hat mich gewürgt und zu Boden gestoßen. Mehr will ich dazu nicht sagen‘. Ich schrie ihn an und fragte ihn, ob er mich verarschen wolle und welches Schmierentheater hier aufgeführt werde“, so Handschuh.

Am Ende wurde er zu acht Spielen Sperre verurteilt. Ein herber Rückschlag für das Team von Branko Zebec, welches sich, ohne Handschuh, in der Abschlusstabelle mit Platz 3 zufriedengeben muss. „Es gibt keine Worte oder Sätze für diese Enttäuschung. Ob wir wirklich Meister geworden wären? Man weiß es nicht. Aber dass ich in der Endphase nicht dabei sein konnte, ärgert mich heute immer noch. Vielleicht hätte ich in einem Spiel eine Vorlage oder ein Tor dazu beisteuern können und die zwei Punkte Rückstand hätte es gar nicht gegeben“, erklärt Handschuh, dem man die Enttäuschung auch noch heute anmerkt.

Besonders bitter: Jahre später erzählt Wolfgang Kraus im Kreis von Bayern-Spielern, es wäre nie zu dieser Tätlichkeit gekommen und er hätte einen großen Fehler begangen. „Ich wusste immer, die Wahrheit siegt, aber an jenem Tag im Gericht ist für mich der Traum zusammengebrochen, dass es im Fußball fair und gerecht zugeht. Ich würde sogar so weit gehen und sagen, dass irgendwelche Personen es mit aller Macht verhindern wollten, das Eintracht Braunschweig Deutscher Meister wird“, betont der 72-Jährige.

Nach der großen Enttäuschung folgen ein Jahr später die großen Spiele im UEFA-Cup gegen Dynamo Kiew und IK Start Kristiansand, bevor man gegen den späteren Cup-Sieger PSV Eindhoven ausscheidet. Gegen Kristiansand steuert Handschuh einen Treffer selbst bei.

Handschuh wurde mit Eintracht Braunschweig beinahe zum zweiten Mal Deutscher Meister. Ein kleiner Skandal verhinderte dies. Foto: privat

„Maslo war der schlechteste Trainer, den ich erlebt habe!“

Eher unschön endete dann das Kapitel Handschuh und Eintracht Braunschweig: In der Rückrunde der Abstiegssaison 1979/1980 setzt Trainer Uli Maslo immer weniger auf den Außenbahn-Flitzer. Gerüchten zufolge hätte sich Handschuh mit Maslo überworfen. „Uli Maslo war der schlechteste Trainer, den ich in meiner Karriere erlebt habe.“ Rums! „Er stellte von heute auf morgen den Trainingsplan um. Er stellte die Taktik um. Ich sagte ihm noch in der Hinrunde, wenn wir so weitermachen, spielen wir gegen den Abstieg. Daraufhin bekam ich zu hören, ich hätte keine Ahnung, solle mich mehr auf das Spiel konzentrieren und er hätte die Trainerausbildung genossen und nicht ich. Auf uns Spieler ist er nicht eingegangen und sagte nur, er wolle keine Widerworte und er sei der Trainer.

Ein Branko Zebec duldete auch keine Wiederworte, aber er machte sich Gedanken darüber, wenn wir ihm sachlich Verbesserungsvorschläge machten. Die Causa Maslo schaukelte sich soweit hoch, dass ich irgendwann, ohne mich warm zumachen, ins Spiel musste und er so eine Muskelverletzung von mir provozierte. Daraufhin teilte ich dem Vorstand mit, wenn Uli Maslo Trainer bleibt, werde ich meinen Vertrag nicht verlängern“.

Charly der Unvollendete?

So kam es dann auch: Nach fast 200 Partien für die Eintracht verließ Karl-Heinz Handschuh 1980 die Löwenstadt. „Ich hätte der Eintracht und den Fans gerne einen Titel geschenkt, weil wir unfassbar viel Unterstützung erfahren haben. Wir hatten tolle Spiele in der Bundesliga und im UEFA-Cup. Leider hat es nicht geklappt. Ich habe mit unglaublich tollen Spielern zusammenspielen dürfen, die fußballerisch wie menschlich zu den besten im Fußball gehörten. Das bleibt am Ende für mich stehen“, macht der Ex-Löwe unmissverständlich klar. Für uns bleibt am Ende nicht Charly der Unvollendete stehen, sondern Charly der Pfeilschnelle.

Emotional: Michael Krüger ereilte in Braunschweig einst das Schicksal eines Trainers nach schlechtem Saisonstart. Foto: Agentur Hübner

Braunschweig. Es gibt Bilder, die man als Eintracht-Fan nicht vergisst. Michael Krüger und seine Marlboro war so ein prägnantes Beispiel. Krüger versprühte stets ein wenig Kreisliga-Charme und vermittelte nach außen Lässigkeit á la „trinkt ihr entspannt euer Feldschlößchen, den Rest auf dem Feld regele ich“. Von Henrik Stadnischenko.

Das Schicksal eines Trainers

Meistens klappte das: Der Aufstieg 2005 sowie die Pokalerfolge über Borussia Dortmund und Hertha BSC Berlin bleiben unvergessen. Doch heute vor fast genau 14 Jahren musste Krüger die Eintracht nach dem bescheidenen Saisonstart 2006/2007 und einer Niederlage gegen Rot-Weiss Essen verlassen.

„Jaja, das Essen-Spiel. 0:2 haben wir damals verloren. Die Saison war unglücklich angelaufen. Wir haben nicht gepunktet, dann kamen Verletzte dazu und am Ende ereilte mich das Schicksal eines Trainers mit einer Negativserie“, sagt der 66-Jährige schmunzelnd. Trotz der Entlassung kommt Michael Krüger kein böses Wort über die Eintracht über die Lippen. „Warum auch? Alles lief fair ab und mit dem BTSV verbinde ich nur positive Zeiten. Ich weiß, dass man sich als Fan immer schwer damit tut zu glauben, wenn ein ehemaliger Trainer oder Spieler sagt, der Verein ist mein Herzensverein. Mir ist es egal, ob es jemand glaubt oder nicht, aber die Eintracht ist mein Verein. Es war eine Wahnsinnszeit, die vor allem durch besondere unvergessliche Momente geprägt war“, stellt Krüger unmissverständlich klar.

Grau und trist wie der Herbst

Ein unvergesslichen Moment erlebten die Eintracht-Fans zu Beginn der laufenden Spielzeit mit dem 5:4-Pokalerfolg über den „Big City Club“ Hertha BSC Berlin. In der Liga sind die Sonnenstrahlen noch nicht durchgedrungen. Und so wirkt es dort ergebnistechnisch, wie das derzeitige Wetter: grau und trist.

Zuletzt setzte es eine 1:4-Niederlage gegen Hannover 96. Die Derby-Pleite sorgte für eine leichte Spaltung bei den Fans: Von der Forderung einer Entlassung von Löwentrainer Daniel Meyer bis hin zur absoluten Rückdeckung für Mannschaft und Trainer war alles dabei.

Auch Michael Krüger muss ein wenig durchatmen und sich sammeln, bevor er sich zu diesem speziellen Thema äußert. „Es ist schwierig dafür die richtigen Worte zu wählen, weil ich mich in die Lage des Trainers und der Spieler reinversetzen kann, aber auch weiß, was eine Derby-Niederlage bei den Fans auslöst. Auf der einen Seite gibt es nur drei Punkte und selbst, wenn du zwei Derby-Siege in der Saison einfährst, garantiert es dir nicht den Klassenerhalt. Auf der anderen Seite erhöht so eine Niederlage aber auch immens den Druck. Das Team ist jetzt indirekt angehalten zu liefern und damit musst du mental erstmal umgehen können“, so Krüger.

Foto: Agentur Hübner

Krüger im Diskurs mit Schlussmann Thorsten Stuckmann, dahinter der damalige Manager Wolfgang Loos. Foto: Agentur Hübner

„Als Trainer gekommen und als Fan gegangen“

Das Team, welches der ehemalige Löwen-Trainer da anspricht, wurde am sogenannten Deadline-Day, also dem letzten Tag des Sommer-Transferfensters, nicht weiter vergrößert oder verkleinert. Und so stehen Eintracht-Coach Daniel Meyer derzeit 28 Spieler zur Verfügung, denn vereinslose Profis können weiterhin unter Vertrag genommen werden. Wenngleich der Verein immer wieder betonte, dass das Budget für Neuzugänge ausgereizt sei.

Michael Krüger kann die Haltung verstehen. „Wir befinden uns immer noch mitten in der Corona-Pandemie und da ist sinnvoll auf das große Ganze zu schauen. Am Ende muss der Verein unbeschadet durch die Krise kommen und dann muss man eben auf den einen oder anderen Spieler verzichten. Natürlich kommt es auf die Qualität des Kaders an, aber ich würde mal stark annehmen, wenn ich einen 28-Mann-Kader habe, dass dieser ausreicht, um den Klassenerhalt zu schaffen“, so Krüger.

Hört man da Optimismus raus? „Natürlich! Die ganzen Schwarzmaler gab es auch schon zu meiner Eintracht-Zeit. Wichtig ist Konstanz reinzubekommen Meistens reicht ein Erfolgserlebnis aus und sorgt für eine Initialzündung. Wir stehen am Anfang der Saison, da ist alles möglich.“ „Wir?“ „Natürlich wir. Schließlich bin ich als Eintracht-Trainer gekommen und als Eintracht-Fan gegangen.“

 

Das war also wirklich das Spiel des Jahres? Foto: Frank Vollmer/Archiv

Braunschweig. Puh, das war eine schmerzhafte Angelegenheit gestern. Das soll jetzt wirklich das Fußballspiel des Jahres gewesen sein? Passt dann ja doch irgendwie zu 2020. Den Spielausgang muss ich als Sportler einfach mal so hinnehmen und der war auch verdient. Der Vergleich mit der Millionentruppe von Kenan Kocak kann Aufsteiger Braunschweig (noch) nicht wirklich vollziehen.

Einseitige Berichterstattung nervt gewaltig

Und doch bleibt ein merkwürdiger Beigeschmack. Vor meinem inneren Auge vermischen sich am Morgen danach noch immer Martin Kobylanskis bubihaftes Grinsen bei seinem sehenswerten Kunststücktörchen und die von Kleingeistigkeit geprägten Aussagen von Winke-August und Kind-Anbeter Dieter Schatzschneider. Als der in der Halbzeitpause ganz nebenbei noch den von mir überaus geschätzten Wolfgang Grobe („Der hat gespielt wie er heißt!“) durchbeleidigen durfte, hätte ich gerne auf irgendwas draufgehauen. Eine Frage nebenbei an die „Journalisten“ von Sky: Wo waren eigentlich die Braunschweiger Stimmen in den Interviews?

Und noch eine Frage zu örtlichen Gegegebenheiten drängt sich auf: Wo waren denn die Hannoveraner Anhäger im Stadion? Nur 7.300 der möglichen 9.800 Tickets gingen weg. Eine Schande auch in Corona-Zeiten! Ergo: Echte Fans gibt es wohl kaum in der Landeshauptstadt. Die Zahlenspielereien sind auch ein deutliches Indiz dafür, dass in Hannover mehr im Argen liegt, als das Auge vom wunderschönen Braunschweig aus sieht. Hier bei uns wären die Tickets jedenfalls in Sekundenbruchteilen vergriffen gewesen. Da bin ich doch 1.) wieder einmal froh, dass wir hier keinen Princeps Solus Martin Kind haben (und gottseidank auch keinen Dieter Schatzschneider) und, 2.) dass hier noch echte Fankultur gelebt wird und nicht nur künstlich herbeigeredet.

Dieter Schatzmeister beleidigt Wolfgang Grobe

Was bleibt ist der Fußball-Kater am Sonntag. Was für ein komisches Derby? Allein schon die Tatsache, nicht im Stadion persönlich dabei gewesen sein zu dürfen und sich auf die einseitige und mager recherchierte Kommentation von Jürgen Schmitz bei Sky einlassen zu müssen, war dieses Ereignisses nicht angemessen und neben dem ganz offensichtlich sportlichen Problem auf dem Rasen wohl eher keine Werbung für den Fußball.

Was bleibt noch übrig von diesem 3. Spieltag? Es ist unterm Strich nicht schwer zu erkennen, dass es für die Eintracht in dieser Saison einzig um den Klassenerhalt gehen kann. Diese Aufgabe wird für Trainer Meyer und sein Team schon schwer genug als dass man schon nach dem 3. Spieltag den Kopf des Trainers fordern muss, wie es gestern gleich reihenweise in den Sozialen Netzwerken geschah. Zusammenrücken wäre da die bessere Option, liebe Löwen.

Ich für meinen Teil freue mich schon auf das Rückspiel – vielleicht ja sogar wieder mit allen Fans im Eintracht-Stadion. Kommt mal nach Braunschweig, ihr Roten! Aber lasst bitte den Dieter an der Leine. Vielen Dank im Voraus!

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Dies ist ein Kommentar von Frank Vollmer. Die Meinung des Autors entpricht nicht zwingend der Meinung unserer Redaktion.

Traf nach einer Ecke den Querbalken: Damir Vrancic. Foto: Dieter Bollonia

Braunschweig. Im Duell mit dem Aufsteiger und Tabellenführer SVG Göttingen waren unsere Jungs von Beginn an tonangebend, trafen aber wieder das Tor nicht. “Die Marschroute war klar”, verriet Kosta Rodrigues: “Wir wollten das Spiel zuhause gewinnen. Was erneut fehlte, war die Kaltschnäuzigkeit vor dem gegnerischen Tor.“

Vor Anpfiff wurde Freie Turner-Eigengewächs Yannis Fischer offiziell verabschiedet, der studienbedingt nach Göttingen gewechselt ist. Ohne Marcel Schreyer (Trainingsrückstand), Marvin Fricke (Knieprobleme) und Ken Venancio (Zerrung) startete unsere junge Mannschaft wieder mit Timo Keul zwischen den Pfosten und hatte schon im ersten Durchgang ein paar gute Möglichkeiten gegen die auf Konter eingestellen Süd-Niedersachsen. Rick Kaupert scheiterte nur knapp an SVG-Keeper Dennis Henze. Damir Vrancic köpfte wenig später eine Ecke an den Querbalken.

Auch nach dem Seitenwechsel hatte die Heimelf Spiel und Gegner im Griff. Phil Kunze überspielte mit einem scharfen Pass in die Tiefe mehrere Linien und fand Benedict Chandra, der den Ball schon an Henze vorbeigeschoben hatte, dann aber nur den Außenpfosten touchierte. Am Ende blieb es beim torlosen Remis und der Erkenntnis, dass in der Offensive noch gearbeitet werden muss.

“Die Leistungskurve zeigt nach oben. Das ist definitiv zu erkennen”, hob Rodrigues nach Spielende das Positive hervor. “Wir sind spielbestimmend, müssen aus der Dominanz aber Effizienz machen. Wir treffen die richtigen Entscheidungen, müssen aber vor dem Tor den besser positionierten Mitspieler mitnehmen”, forderte der 41-Jährige für die kommenden Spiele. Tabellenplatz 7 ist die Momentaufnahme. Den nächsten Anlauf auf den ersten Dreier der Saison nimmt das Team am kommenden Sonntag (14.00) in Northeim beim FC Eintracht.

Freie Turner: Keul, Mastel, Bollonia, Chandra, Neumann, Vrancic, Kunze, Kaupert, Moslener (77. Evers), Neudorf (63. Müller), Franke

Tore: Fehlanzeige

Salzgitter. Während der Spielbetrieb der Deutschen Eishockeyliga (DEL) noch immer in Gefahr ist, konnte die Regionalliga Nord nun Nägel mit Köpfen machen. Die Nordgruppe der vierthöchsten deutschen Spielklasse startet ihre Spielzeit am 6. November. Darauf einigten sich die Teamchefs der acht teilnehmenden Mannschaften gemeinsam mit Ligenleiter Götz Neumann und Verbandspräsident Jochen Schierbaum in einer finalen Online-Ligentagung am gestrigen Freitag.

Doppelrunde ohne Playoffs

Eine Änderung wird es beim Spielmodus geben. Dieser wird aus einer Doppelrunde ohne Playoffs bestehen. Damit kommt jede Mannschaft gegen jeden Konkurrenten auf vier Begegnungen, insgesamt 28 Spiele pro Tem. Die am Ende der Hauptrunde puntkbeste Mannschaft wird zum Meister erkoren. Der Hintergund dieser Entscheidung liegt in der Möglichkeit, sich den Monat März für eventuelle Nachholspiele freizuhalten, sollte es zu coronabedingten Spielausfällen kommen.

Großer Zusammenhalt

Bei den TAG Salzgitter Icefighters zeigte man sich sehr glücklich mit den Ergebnissen der Tagung. „Es waren sehr gute Gespäche und uns ist allen klar, dass es eine schwierige Saison wird. Wir werden aufgrund der Pandemie sicherlich nicht alles zu einhundert Prozent planen können und alle Beteiligten sind sich auch im klaren darüber, dass jeder flexibel sein muss“, sagt Radek Vit, Sportlicher Leiter und Cheftrainer der Stahlstädter, im Anschluss der Sitzung. „Das Wichtigste ist aber der Wille, miteinander eine erfolgreiche Saison zu gestalten, dass die Hygienekonzepte greifen und dass wir versuchen werden, die Spielzeit so ablaufen zu lassen, dass für niemanden Nachteile entstehen. Darüber sind wir uns alle einig. Es findet gerade ein großer Zusammenhalt statt und wir freuen uns alle darauf zu spielen“, freut sich der Ex-DEL-Spieler.

„Natürlich kann es passieren, dass am Ende der Saison nicht unbedingt die sportlich beste Mannschaft oben steht, falls beispielsweise ein Team wegen Coronafällen den Spielbetrieb unterbrechen oder einstellen muss. Das ist aber nicht so wichtig. Das Fortbestehen der Liga insgesamt ist das Wichtigste!“, betont der Coach. Einen Absteiger wird es nicht geben. Das Ziel ist es nach wie vor, die Liga auf zehn Mannschaften aufzufüllen. Der Aufstieg in die Oberliga ist theoretisch möglich, nach aktuellem Stand der Dinge für die meisten Teams jedoch ein zu großer finanzieller Sprung.

Teilnehmerfeld

Abgesehen von Aufsteiger Timmendorfer Strand und dem Rückzug der Corocodiles 1b, ist die Liga nahezu unverändert gegenüber der vergangenen Spielzeit. Der Adendorfer EC, der aufgrund von Problemen mit der Spielstätte ein Jahr aussetzen musste, ist nun wieder am Start. Damit sieht die Liga wie folgt aus:

EC Harzer Falken (Meister)
ECW Sande
TAG Salzgitter Icefighters
Hamburger SV
Weserstars Bremen
TuS Harsefeld Tigers
CE Timmendorfer Strand (Aufsteiger)

Vier Wochen Eistraining und mindestens zwei Testspiele

So schwierig die Situation um die Problematik der Covid19-Pandemie ist, sieht Vit dennoch das Psoitive: „Wir haben aufgrund des verspäteten Saisonstarts immerhin den Vorteil, dass wir dieses Jahr rund vier Wochen regelmäßig auf dem Eis trainieren können bevor es los geht.“ In der Regel wird das Eis in der Eissporthalle am Salzgittersee Anfang Oktober hochgefahren, während die Saison dann normalerweise eine knappe Woche später startet. Dafür musste in diesem Jahr auf auswärtige Trainingslager verzichtet werden. Allerdings stehen auch mindestens zwei Testspiele auf dem Programm. Am 23. Oktober treten die Salzgitteraner beim Oberligisten Herforder EV an. Die Terminierung des Rückspiels steht noch nicht fest.

Der erste Jugendspieler aus der eigenen Jugend steigt nun zu den Herren auf. Foto: Salzgitter Steelers

Salzgitter. Für das erst seit rund zwei Jahren bestehende American Football Team der Salzgitter Steelers ist es ein Meilenstein. Der erste Spieler aus der eigenen Jugend schafft den Sprung in die Herrenmannschaft.

Wide Reciever passende Position

Nick Netzig ist erst 19 alt und wird ab sofort im Team der Salzgitter Steelers als Wide Reciever auflaufen. Zu dieser Position kam der Nachwuchsspieler indem er sich Spiele im Fernsehen, sowie Trainings angesehen habe, um sich zu überlegen, welche Position zu ihm passen würde, berichtet der junge Mann im Interview mit www.football-aktuell.de. „Bälle fangen und laufen“, wird er dort zitiert, somit war die Wide Reciever Positon am naheliegendsten.

Athletisch gute Ansätze

Für die Steelers ist der Zugang des Nachwuchsakteurs ein wichtiger Hinweis für eine gut funktionierende Jugendarbeit. Das Mindestalter, um bei den Herren mitzuspielen, liegt bei 18 Jahren. „Wir achten dabei nicht nur auf das Alter, sondern schauen uns die Spieler natürlich an und reden mit ihnen. Nick zeigt bezüglich der Athletik gute Ansätze, muss sich aber auch da noch steigern. Es wird nun an ihm liegen, wie viel und fleißig er trainieren wird“, berichtet Alexander Schardt, Headcoach der Steeler gegenüber abseits.tv.

Bereits im Duell unter Scrimmage-Regeln gegen die Minden Wolves in der vergangenen Woche kam Netzig zum Einsatz – wenn auch nicht in dem Maße eines Stammspielers. „So wie beim Fußball ein junger Spieler nicht unbedingt 90 Minuten durchspielt, sondern eher 60, ist es auch bei uns so, dass Nick anfangs von rund 70 Plays pro Spiel, nur zehn bis 15 mitnehmen wird. Das ist allerdings auch jeweils von der Spielweise abhängig“, so der Trainer weiter.

Begeisterung über Aufnahme im Herrenteam

Neben der Athletik muss Netzig, der ein duales Studium absolviert, sich auch intensiv mit Taktik und Technik auseinandersetzen. Darüberhinaus möchte der junge Akteur weitere Jugendspieler motivieren, in das Herrenteam zu wechseln, heißt es bei football-aktuell weiter, wo er sich auch begeistert über die Aufnahme bei den Herren zeigte. Anfängliche Befürchtungen, er würde dort „komplett zertört“ werden, hätten sich sofort erledigt, die Spieler würden ihm helfen und mit Tipps und Ratschlägen versorgen.

 

Jakub Müller wird ein Icefighter. Foto: Verein

Salzgitter. Die Kaderplanung für die kommende Saison ist bei den TAG Salzgitter Icefighters nahezu abgeschlossen. Mit Jakub Müller aus der Tschechischen Republik gibt der Eishockey Regionalligist den ersten Neuzugang bekannt.

Jugend-Nationalmannschaften und tschechische dritte Liga

Der 24-jährige Stürmer hat seine bisherige Karriere in seinem Heimatland absolviert und durchlief dort die U16, U18 und U20 Nationalmannschaft, wo er schon in jungen Jahren seine Scoringqualitäten unter Beweis stellte. In der abgelaufenen Spielzeit ging der Linksschütze für Draci Sumperk in der dritten Liga auf Puckjagd. Müller soll vor allem die Abgänge von Michael Kopke und David Rudolph kompensieren. „Jakub macht technisch und läuferisch einen guten Eindruck. Ich hoffe, dass er sich mit seinen Scoringqualitäten in Richtung Thomas Herklotz und Martin Záhora bewegt“, kommentiert Radek Vit, Cheftrainer und Sportlicher Leiter der Stahlstädter, den Neuzugang.

Wolfenbüttel. Am Samstag, dem 03. Oktober wird es für die 1. Herren des Wolfenbütteler VC endlich wieder ernst. Rund zwei Wochen nach dem Start der Volleyball Oberliga, beginnt nun auch für die Mannschaft von Trainer Michel Kretschmer der Ligaalltag. Erster Gegner ist der Turn-Klubb Hannover, der die Gäste aus der Lessingstadt um 14 Uhr empfängt.

Vorbereitung überwiegend am Beach

Auf eine lange Vorbereitungszeit blicken die Wolfenbütteler – coronabedingt – nicht unbedingt zurück. Intensiv war diese Phase trotzdem. „Wir haben aufgrund der Corona-Auflagen zunächst nur draußen am Beach trainiert, dafür aber zweimal pro Woche. Vereinzelt ging es dann auch mal in die Halle. Es war eine interessante Zeit für mich, da ich ja noch neu im Team bin. So konnte man sich kennenlernen und ich auch schon einen Blick auf die neuen Spieler werfen“, berichtet der neue Mann an der Seitelinie des Fünftligisten, der sich vor allem über die gute Trainingsbeteiligung freute.

Frühes Pokalturnier

Im Anschluss an ein Trainingslager im August, bei dem Kretschmer selbst allerdings verhindert war und von Damen-Coach Jens Rößler vertreten wurde, folgte Anfang September das Vorrundenturnier des Nordwestdeutschen Pokals – für den Nachfolger von Alexander Dinter ein sehr früher Termin: „Für die nicht allzu lange Vorbereitungszeit kam das Pokalturnier etwas zu früh, um den Leistungsstatus richtig beurteilen zu können. So hatte das Ganze eher Testspielcharakter und war natürlich gut für die Motivation! Darüber hinaus konnte ich allerdings das Potenzial des Teams sehen.“ In der Landeshauptstadt standen den Gästen Ligakonkurrent TSV Hannover und Drittligist Giesen Grizzlys II gegenüber. Der WVC bezwang den TSV, unterlag jedoch ohne Satzgewinn gegen Giesen. Für die Qualifikation zur Endrunde reichte es nicht. Es habe auch an der Abstimmung gefehlt, so Kretschmer, der daran im folgenden Testspiel gegen Regionalligist USC Braunchweig zwei schrauben wollte. Die Partie endete 3:1 zugunsten der Löwenstädter.

13 Spieler plus Co-Trainerin

Mit insgesamt 13 Spielern geht die Mannschaft in die kommende Spielzeit, darunter zwei Neuzugänge auf dem Feld. Für die Positionen Annahme und Außen wurden Samuel Morgenstern aus der Oberliga vom MTV Gifhorn verpflichtet, dazu gesellt sich Björn Reichert vom Verbandsligisten VfL Wolfsburg. Als einziger Abgang ist Yannick Jokmin zu verzeichnen. Auch Kretschmer selbst bekommt Verstärkung. Jennifer Müller, selbst als Zuspielerin beim USC Braunschweig in der Regionalliga aktiv, unterstützt den neuen Coach als Co-Trainerin und beim Scouting.
Unklar ist jedoch, ob alle Akteure regelmäßig am Training teilnehmen können, da zwei Spieler aufgrund ihres Studiums möglicherweise nur an den Spieltagen anwesend sein können.

Zufrieden mit dem Kader

Mit der Kadertiefe ist man zufrieden: „Die Mannschaft besteht aus einer guten Mischung aus jungen und erfahrenen Spielern“, so der Übungsleiter, der den Kader auch hin und wieder mit Leuten der 2. Mannschaft auffüllen möchte. Auch die Arbeit bereite ihm Freude, besonders die gute Auffassungsgabe des Teams, welches er auch neben dem Feld sehr schätze.

Gesichertes Mittelfeld ist das Ziel

Die Zielsetzung für die kommende Saison lautet „gesichertes Mitteld, das halte ich für realistisch“, betont der 39-Jährige. Es wäre eine Steigerung gegenüber der Vorsaison, als sich der WVC beim Saisonabbruch, bedingt durch die Corona-Situation,  auf dem Abstiegsrelegationsplatz befand. Die Relegation fiel aus, der Klassenerhalt war damit sicher, doch so spannend möchte es der Ex-Regionalligaspieler nicht machen: „Wir möchten den Klassenerhalt schon so schnell als möglich unter Dach und Fach bringen.“

TK Hannover schnell und stark im Angriff

Bei der Konkurrenz sieht er Tabellenführer Grasdorf/Rethen, dem ASC Göttingen und den ersten Gegner aus Hannover weit oben. Burgdorf, Winsen und Giesen rechnet Kretschmer zu den Teams, die schlagbar sind. „Das ist alles eine vorsichtige Einschätzung. Bei Grasdorf hat man in den ersten beiden Spielen gesehen, dass mit denen zu rechnen ist. TK Hannover hat ein junges und fittes Team, die sind schnell und spielen einen starken Angriff. Für Winsen lief der Start nicht so gut, Burgdorf scheint nicht mehr die Stärke aus der Vorsaison zu haben und Giesen ähnelt uns ein bisschen. Die werden eher auf die Mannschaftsleistung zählen müssen, nicht auf die einzelnen Spieler.“ So lautet eben auch das Konzept: „Als Mannschaft funktionieren, Freude am Spiel zeigen und hoffen, dass uns Corona keinen Strich durch die Rechnung macht!“