Seid umschlungen! Der Ausgleich von Omar Elabdellaoui brachte den ersten Zähler in der Bundesligasaison 2013/14. Foto: Frank Vollmer

Braunschweig. Erinnert ihr euch noch an den 5. Spieltag 2013/14, als Eintracht Braunschweig nach 28 langen Jahren in der Bundesliga endlich wieder einen Punkt einheimsen konnte? Vor 22.570 Zuschauern im Eintracht-Stadion hieß der Gegner damals wie heute 1.FC Nürnberg.  Von Simon Fellenberg

Schäfer verdirbt den Dreier

Endlich! Wie haben wir das vermisst: “TOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOR für die Braunschweiger Eintracht!” Was für ein Moment, als Domi Kumbela von links zu Karim Bellarabi legt, der den Ball kurz um Pogatetz spielt und gleich auf “OOMAAAAAAAAAAAAAAAAAR” ELABDELLAOUI weiterleitet …

Mit dem 1:1-Ausgleichstreffer in der 70. Spielminute fielen den 22.570 Zuschauern im Stadion die Steine wie Regentropfen im Monsun vom Herzen. Die Braunschweiger wollten endlich zeigen, dass sie mithalten können in der Bundesliga. Am 5. Spieltag kam der 1. FC Nürnberg ins Eintracht-Stadion. Platz 18 gegen Platz 16, null Punkte gegen zwei Punkte. Schon früh in der Saison waren beide Mannschaften im Abstiegskampf angekommen.

Abstiegskampf pur!

Vom Anpfiff weg wollten die heimischen Löwen klarmachen, wer an der Hamburger Straße die Hosen an hat. Braunschweig drückte und Nürnberg konnte, auch aufgrund der vielen Fehlpässe, keinen Fuß im Spiel fassen. Was die Eintracht zeigte, war genau das, was sie schon in der letzten Saison so erfolgreich gemacht hatte: Kampf und Leidenschaft. Und so erspielten sie sich auch Chancen. Elabdellaoui, Kumbela, Boland und Bellarabi sorgten dafür, dass Nürnberg glücklich sein konnte, nach zehn Minuten noch nicht hintenzuliegen.

Braunschweig dominierte, Schäfer parierte. Der Nürnberger Schlussmann wuchs an diesem Nachmittag über sich hinaus und vereitelte alle Braunschweiger Großchancen. Und dann, fast aus dem Nichts, traf Nürnberg! Adam Hlousek vollendete einen Blitzkonter.

Als Zuschauer noch keine Viren vor Augen hatten. Foto: Frank Vollmer

Als Zuschauer noch keine Viren vor Augen hatten. Foto: Frank Vollmer

Elabdelloui mit dem verdienten Ausgleich

Wieder alles gegeben und nichts bekommen? Heute sollte es anders laufen. Heute sollten unbedingt Punkte her. Die Löwen ließen sich durch den Rückstand nicht verunsichern und spielten weiter nach vorne. Fans und Mannschaft hielten sich gemeinsam am Leben. Zwar mühten sich die Gäste, doch behielt unsere Aantracht die Oberhand im Mittelfeld und im Spiel. Nur fünf Minuten nach dem Tor konnte Raphael Schäfer einen Freistoß von Deniz Dogan grade noch entschärfen. An diesem Mann kam heute einfach keiner vorbei. Eintracht gab auch nach dem Seitenwechsel nicht auf und versuchte es immer weiter. Dann kam die 70. Spielminute: Omar Elabdellaoui und der verdiente und längst überfällige Ausgleich.

Eintracht konnte also doch noch Tore schießen, doch noch Punkten und doch noch in der Bundesliga mithalten. Nach 28 Jahren Abstinenz und vier zuvor verlorenen Spielen war man sich da in der Liga nicht mehr so sicher. Erste Vergleiche mit Tasmania Berlin wurden gezogen. Doch dann kam Omar Elabdellaoui und sein rechter Fuß.

Welch Emotionen ein Tor auslösen kann!

Dank einer glücklichen Fügung durfte ich persönlich das Spiel aus der Kabine des Stadionsprechers Stefan Lindstedt mitverfolgen. Die Emotionen, die das Tor auslöste, werde ich nie vergessen. Jedem Einzelnen hat man die Erleichterung angesehen und selten klang der Torschrei im Stadion lauter. Der Glaube an die Eintracht wurde endlich bestätigt. Aber: Es wäre eindeutig mehr drin gewesen für den BTSV. Ein Sieg wäre mehr als verdient gewesen. Die Spieler und Fans feierten diesen Punkt und schöpften neuen Mut für die kommenden Aufgaben. Am Ende des Tages hatte die Eintracht aus Braunschweig den ersten Punkt auf ihrem Konto verbucht.

Eintracht Braunschweig: Petkovic, Kessel, Bicakcic, Dogan, Reichel, Elabdellaoui, Caligiuri, Theuerkauf, Boland (72.Ademi), Bellarabi (81.Perthel), Kumbela (87.Kruppke) Trainer: Torsten Lieberknecht.

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Dieser Beitrag stammt stammt von Simon Fellenberg und ist aus dem Sondermagazin zur Bundesligasaison 2013/2014. Das Printmagazin ist leider vergriffen.

Torsten Lieberknecht: Manchmal könnte man aus der Haut fahren! Foto: Agentur Hübner

Torsten Lieberknecht: Manchmal könnte man aus der Haut fahren! Foto: Agentur Hübner

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