Eintracht Braunschweig gegen den Karlsruher SC – Ein legendärer Zweitliga-Sonntag! Foto: Bernhard Grimm

Braunschweig. Eintracht Braunschweig gegen den Karlsruher SC – dieses Traditionsduell bot den Fans beider Lager schon einige große Überraschungen. Den Niedersachsen in allerbester Erinnerung dürfte da wohl der 30. August 2015 geblieben sein, als der BTSV die Badener mit einem halben Dutzend Toren vor allem nach der Pause förmlich überrollte.

Eintracht mit einem Knall in der Saison angekommen

Es war der 5. Spieltag der Zweitliga-Saison 2015/16. Eintracht Braunschweig wollte in der zweiten Saison nach dem Abenteuer Bundesliga wieder oben anklopfen, hatte jedoch einen eher durchwachsenen Start hingelegt. Einer 1:3-Pleite zum Auftakt gegen Sandhausen war ein 0:0 auf dem Betzenberg gefolgt. Da die Löwen daraufhin auch noch 0:2 gegen dem Emporkömmling aus Leipzig unterlagen, war das 2:0 in der Vorwoche auf der Bielefelder Alm endlich der erste Dreier der Saison gewesen. Tabellenplatz 11 genügte den Ansprüchen der Okerstädter dabei keinesfalls.

Fest im Sattel: Torsten Lieberknecht mittendrin in einer Ära, die er selbst prägen sollte. Foto: Grimm

Fest im Sattel: Torsten Lieberknecht mittendrin in einer Ära, die er selbst prägen sollte. Foto: Grimm

Berggreen eröffnet den Torreigen per Hacke

Nun hieß der nächste Gegner Karlsruhe, die mit ihrem damaligen Trainer Markus Kauczinski immerhin schon zwei Siege vorzuweisen hatten und sich damit im zarten Aufschwung befanden. Doch die Löwen waren an diesen Sonntag torhungrig. Und irgendwie passte jeder Torschuss. In der neunten Spielminute zog Adam Matuschyk trocken ab, sein Ditanzschuss wurde von Emil Bergreen mit der Hacke ins Gästetor abgefälscht. Noch vor dem Pausenpfiff erhöhte Ken Reichel auf 2:0 (43.). Die 20.630 Zuschauer im Eintracht-Stadion wussten da aber noch nicht, welch Fußball-Wahnsinn sie im zweiten Durchgang erleben würden.

Rundes Jubiläum: Die "Zonenrandboys" feierten Zehnjähriges. Foto: Grimm

Rundes Jubiläum: Die “Zonenrandboys” feierten Zehnjähriges. Foto: Grimm

Die Löwen überrollen den KSC

Gleich vier Tore gelangen der Lieberknecht-Elf nach dem Seitenwechsel und die Fans bedankten sich mit einer minutenlangen Laola, die durchs Eintracht-Stadion schwappte. Auf dem Rasen machte Hendrick Zuck (53.) den Sack schon zu, bevor Marc Pfitzner mit einem traumhaften Fallrückzieher das 4:0 beitrug (58.). Es war das wohl schönste Tor des gebürtigen Braunschweigers in seiner Karriere. Emil Berggreen per Freistoß (64.) und noch einmal Reichel (71.) erhöhten in diesem verrückten Spiel auf 6:0 und bereiteten vor allem KSC-Keeper Dirk Orlishausen einen echten Horror-Nachmittag. Eintracht Braunschweig dagegen war mit dem höchsten Sieg gegen den KSC endlich in der Saison angekommen.

Tollhaus Eintracht-Stadion! Derartige Bilder wirken angesichts der aktuellen Situation wie Lichtjahre entfernt. Foto: Grimm

Tollhaus Eintracht-Stadion! Derartige Bilder wirken angesichts der aktuellen Situation wie Lichtjahre entfernt. Foto: Grimm

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