Löwen – Merlins: Nach diesem Spiel wird das Trainerteam der Löwen jede Menge Gesprächsbedarf haben. Foto: Agentur Hübner/Archiv

Braunschweig. Schmerzliche Packung für die Basketball Löwen Braunschweig. Nach vier easyCredit BBL-Siegen in Folge musste sich das Team um Pete Strobl am Sonntag von den HAKRO Merlins Crailsheim deutlich geschlagen geben. Nach einem völlig verschlafenen Start zog der Gegner früh weg, auf Seiten der Gastgeber funktionierte nur wenig. Ein kurzes Aufbäumen im dritten Viertel änderte am klaren Endstand von 75:108 (10:30, 23:30, 20:19, 22:29) nichts mehr.

Merlins kommen mit zweitbester Offense der Liga

Mit den Merlins Crailsheim bekamen die Löwen die bis dahin zweitstärkste Offensive der Liga zu Besuch. Das Team um Trainer Tuomas Iisalo, welches mit Trae Bell-Haynes den besten Scorer der Liga in seinen Reihen hat, erzielte in bisher sechs Partien 90,7 Punkte pro Spiel und hat erst eine Niederlage auf dem Konto. Vor allem der 94:80-Sieg gegen die EWE Baskets Oldenburg sorgte für Aufsehen.

“Wir können gegen Crailsheim nur als Team gewinnen. Wir wollen gut verteidigen, den Ball gut bewegen und müssen versuchen, noch besser auf dem Spielfeld miteinander zu kommunizieren, um unsere Spielzüge besser zu Ende zu spielen oder auch besser zu rebounden. Da haben wir noch Luft nach oben”, so der Braunschweiger Coach, dessen Team sich mit den drei deutschen Top-Scorern Karim Jallow, Lukas Meisner und Gavin Schilling allerdings nicht verstecken musste.

Crailsheim zieht früh davon

Den Hausherren misslang der Start in die Partie. Eine starke Arbeit von Jamuni McNeace unter dem Korb und ein früher Steal brachte die Gäste mit 0:6 in Führung. Erst dann gelang es auch den Löwen in Person von Gavin Schilling mit einem Dreier für die ersten Punkte zu sorgen (2.). Dennoch blieb Crailsheim am Drücker, McNeace (4) und Bell-Haynes (6) teilten sich die Punkte beim Stand von 10:3 – Strobl nahm die erste Auszeit (4.).

Diese schien kurzzeitig zu wirken. Karim Jallow sorgte für vier Braunschweiger Zähler und reduzierte den Abstand immerhin auf 7:10 (6.). Die Freude war jedoch von kurzer Dauer, denn die Merlins stabiliserten sich in der Drei-Punkte-Quote, zauberten einen 13-Zähler-Run herbei und zogen auf 7:23 (9.) davon. Zeigten sich die Löwen im letzten Spiel gegen Bayreuth vielfach aus der Distanz, gelang dies hier überhaupt nicht – nur einer von sieben Versuchen im ersten Abschnitt fand den Weg ins Ziel.

Löwen finden nicht ins Spiel

So ging es mit einem deutlichen Zwischenstand von 10:30 in das zweite Viertel. Das Bild war weiterhin dasselbe. Das Strobl-Team fand kein probates Mittel, um den Sturmangriff der Gäste zu stoppen. Zahlreiche Ballverluste der Heimmannschaft spielten dem Gegner in die Hände und auch das Reboundig war heute nicht die Stärke der Löwen. Am Abstand änderte sich zunächst wenig.

Erst in der 14. Minute reduzierte Robinson mit seinem zweiten Dreier auf 22:39. Diesmal nahm Iisalo ein Timeout. Im Anschluss legte Jallow aus der Distanz nach, ein sportliches Foul des Braunschweiger Kapitäns machte den Vorteil wieder zunichte (15.). Bereits drei Minuten vor dem Ende der ersten Halbzeit überschritt Crailsheim die 50-Punkte-Marke, bei Löwen lief indes fast nichts mehr zusammen – 29:56 (18.).

Merlins bleiben auf Distanz

Zu Beginn der zweiten Hälfte stand ein 33:60 auf der Anzeigetafel. Dann ging es erstmal genauso weiter. Zwar gehörten die ersten Punkte den Braunschweigern, doch die Merlins ließen sich nicht beirren und zogen ihre starke offensive Linie durch. Besonders das Zusammenspiel von Bell-Haynes und McNeace bewies, weshalb Crailsheim den zweitbesten Sturm der Liga aufzuweisen hat. Immerhin im Rebounding waren beide Kontrahenten zum Seitenwechsel gleichauf.

Braunschweig wirkte zur Mitte des dritten Viertels wieder etwas kämpferischer und schnappte sich nun auch mehr Offensivrebounds. Dennoch blieben viele dieser zweiten Chancen liegen. Immerhin zogen die Baden-Würtemberger nach zwischenzeitlich mehr als 30 Zählern Führung nicht noch weiter weg. Gut zwei Minuten vor dem Drittelende lautete der Spielstand 48:71 (28.), die Löwen gewannen das Viertel mit einem Punkt mehr.

Braunschweig verliert mit 33 Punkten Rückstand

Mit einem 53:79 ging es in den letzten Abschnitt. Punktetechnisch verlief das Spiel nun auf Augenhöhe, es blieb eine Weile bei 24 Punkten Rückstand (35.). Dann wurde es wieder deutlicher, der Gegner versenkte zwei Dreier in Folge zum 63:96 (36.). Drei Minuten vor Schluss überschritt das Roadteam die 100-Punkte-Marke. Die Löwen kamen nicht mehr weiter heran und unterlagen am Ende mit 75:108.

Basketball Löwen Braunschweig: Wank 8, Koné n.e., Watkins, Zeeb, van Slooten 8, Allen 6 (4 Rebounds, 5 Assists), Meisner 17, Robinson 15 (6 Assists), Göttsche, Peterka 1, Schilling 12 (9 Rebounds), Jallow 8 (5 Rebounds, 4 Assists).

HAKRO Merlins Crailsheim: Bell-Haynes 15 (13 Assists), Stuckey 9, Lasisi 17, Highsmith 7 (7 Rebounds), Bleck 3 (8 Rebounds), Coleman 23,  Caisin 13, McNeace 19 (9 Rebounds), Lazic , Kovacevic 2, Jones.