Joker Yari Otto brauchte in Sandhausen 42 Sekunden für den Ausgleichstreffer. Foto: Agentur Hübner/Archiv

Sandhausen/Braunschweig. Eintracht Braunschweig feiert beim SV Sandhausen endlich den ersten Auswärts-Punktgewinn der Saison. Knackpunkt wurde erneut ein frühes Gegentor, eine gebrauchte erste Halbzeit und die Verteidigung von ruhenden Bällen. Nach der Halbzeitpause wurde wieder einmal sehr vieles sehr viel besser. Nick Proschwitz und 42 Sekunden-Joker Yari Otto trafen für den Aufsteiger.

Wieder den Beginn verschlafen

Wer ersetzt Martin Kobylanski? Dies war die beherrschende Denksportaufgabe für BTSV-Trainer Daniel Meyer vor dem Gastspiel des 7. Spieltages beim SV Sandhausen. Der 41-Jährige entschied sich für eine Variante mit Manuel Schwenk. Es blieb der einzige Wechsel in der Startelf. Als Mannschaftskapitän lief Dominik Wydra in seinem 100. Zweiltigaspiel auf. 

Die zweite dringende Frage des Freitagabends: Wo wäre der BTSV eigentlich, wenn er sich nicht regelmäßig in den Anfangsminuten ein saudummes Gegentor  einfangen würde? Diesmal war es Alexander Esswein mit seinem Premierentreffer für die Baden-Württemberger, der den Löwen schon früh im Spiel ein Ei ins Nest legen durfte. Dabei verschliefen die Niedersachsen einen Linsmayer-Freistoß, der flach und mit viel zu viel Platz beim Torschützen landete, der ins kurze Eck vollzog (4.).

Die ereignisarme erste Halbzeit blieb eine reine Enttäuschung für alle die es mit den Blau-Gelben halten. Und es kam Pech dazu. Eine irreguläre Ecke – Diekmeier war im Zweikampf mit Wydra zuletzt am Ball gewesen – brachte nach ordentlich Kuddelmuddel im Strafraum erst eine prächtige Dornebusch-Parade gegen den Hackentrick von Röseler und dann doch das 2:0 durch Kevin Behrens, der im Liegen einnickte wie einst Gerd Müller (26.).

Sekunden-Joker Otto belohnt eine tolle 2. Hälfte

Einmal mehr erwischten die Löwen einen Traumstart nach Wiederbeginn und drehten die Partie binnen fünf Minuten beinahe auf Pari. Mit Patrick Kammerbauer für Ben Ball wurde das Spiel der Löwen wesentlich belebter. Beim schnellen Anschlusstor setzten sie gemeinschaftlich hervorragend nach. Letztendlich war Schwenks Kopfball schon brandgefährlich, wurde aber Beute von SVS-Schlussmann Fraisl. Routinier Nick Proschwitz lauerte und schob den Rebound ein (46.).

Die komplett in schwarz spielenden Gäste wollten jetzt nicht nur von der Körpersprache her mehr. Proschwitz köpfte einen Kroos-Freistoß ans Aluminium (51.). Dieselbe personelle Kombination schnupperte zwölf Minuten später erneut am Ausgleich, doch war die Flanke des ehemaligen Berliners diesmal ein wenig zu weit. BTSV-Coach Meyer glaubte an den ersten Auswärtspunkt der Saison, wechselte offensiv Marcel Bär für Kaufmann ein (65.). Ein Distanzschuss von Wydra senkte sich daraufhin gefährlich ins Lattenkreuz, sauste aber vorbei (68.). 

Während die Mannschaft von Uwe Koschinat taumelte wie ein angeschlagener Boxer, verpasste die Blau-Gelben immer wieder den entscheidenden Punch. Verdient wäre der mittlerweile gewesen. Kurz vor dem Spielende wurden sie dann doch noch belohnt: Der soeben eingewechselte Yari Otto sorgte mit einer Kopfballbogenlampe in der Nachspielzeit für den Ausgleich, nachdem Sandhausen einen Freistoß nicht mehr geklärt bekam (90.+1). Erneut eine astreine Moralleistung von Eintracht Braunschweig mit den altbekannten Mängeln im ersten Durchgang. Tabellenplatz 13 ist der Zwischenstand. In der Länderspielpause testet Eintracht Braunschweig am kommenden Donnerstag bei Bundesligist Union Berlin. 

SV Sandhausen: Fraisl – Rössler, Nauber, Zhirov – Diekmeier, Zenga (80. Ouahim), Linsmayer, Contento – Esswein (80. Nartey) – Scheu, Behrens Trainer: Uwe Koschinat

Eintracht Braunschweig: Dornebusch – Ziegele, Wydra, Nikolaou – Wiebe, Ben Balla (46. Kammerbauer), Kroos (90.+1 Y. Otto), Schwenk (79. Kupusovic), Schlüter – Kaufmann (65. Bär), Proschwitz Trainer: Daniel Meyer

Torfolge: 1:0 Alexander Esswein (4. Linsmayer), 2:0 Kevin Behrens (26. Röseler), 2:1 Nick Proschwitz (46. Schwenk)

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